701 gegen Lumia 710: Wer gewinnt Nokias Mittelklasse-Krone?

Allgemein

Das Windows Phone-Gerät Lumia 710 kommt wohl doch früher als erwartet nach Deutschland – ein Grund für uns, den Kampf um Nokias Mittelklasse-Thron zu eröffnen und es gegen das Symbian-Smartphone Nokia 701 antreten zu lassen.

Okay okay, bevor ihr sagt, das es am Ende einfach darauf ankommt, ob man lieber Kacheloptik- oder Symbian-Fan ist, wollen wir doch mal kucken, ob es nicht doch ein Kaufargument für das 701 oder Lumia 710 gibt, das OS-Glaubensfragen unwichtig macht. Wir haben uns neben den Betriebssystemen das Äußere und die inneren Werte näher angesehen.

1. Runde: Äußeres und Bildschirm

Richtig schlank ist keines der beiden Geräte (links: 701; rechts: Lumia 710)

Während das 701 etwas kompakter als das Lumia 710 ist  (117 x 57 x 11 vs. 119 x 62 x 12 mm), bringt dieses etwas weniger Gewicht auf die Waage (126 statt 131 Gramm), in beiden Fällen dürfte der Unterschied allerdings kaum auffallen. Mit seinem Gehäuse aus Edelstahl macht das Nokia 701 einen hochwertigeren Eindruck als das Lumia 710, bei dem auf Kunststoff gesetzt wird. Immerhin gibt es hier zehn Farbvarianten dank austauschbarer Cover und an der Verarbeitung ist auch nichts auszusetzen. Die Displays beider Geräte verfügen über die ClearBlack-Technologie, welche ein gutes Ablesen auch bei direkter Sonneneinstrahlung ermöglicht. Der Bildschirm des 701 ist dank IPS-LCD noch dazu besonders hell – Nokia sprach bei der Präsentation sogar vom hellsten Smartphone-Display der Welt. Hinsichtlich der Pixeldichte hat das Lumia 710 wieder die Nase vorne: Die hohe Auflösung von 800 x 480 Pixel bei 3,7 Zoll Diagonale bedeuten 252 ppi, während das 701 mit 640 x 360 Pixel auf 210 ppi kommt.

Fazit der Runde 1: Bisher liegt das 701 dank hochwertigerer Materialien und besserer Displaytechnologie leicht vorne.

2. Runde: Power, Akku und Kamera

Der Singlecore-Prozessor des Lumia 710 taktet mit 1,4 GHz, der des 701 mit 1 GHz, unterstüzt werden sie jeweils von einem 512 MB-Arbeitsspeicher. Während der interne Speicher jeweils 8 GB groß ist, hat man nur beim Nokia 701 die Möglichkeit, per MicroSD den Speicher extern um 32 GB zu erweitern. Wie allen Windows Phone-

Die Kamera des Nokia 701 hat einen Dual-LED-Blitz

Geräten bleibt auch dem Lumia 710 MicroSD verwehrt. Der Akku ist bei beiden Geräten 1300 mAh stark und soll laut Herstellerangaben beim 701 auf unglaubliche maximale 17 Stunden Gesprächszeit im GSM- und 6,8 Stunden im UMTS-Modus kommen. Beim Lumia 710 sind bis zu 6,9 Stunden im GSM- und 7,6 Stunden im UMTS-Netz drin. Wie immer sind diese Angaben mit Vorsicht zu genießen, auffällig ist aber noch die Angabe zur Musikwiedergabe: Beim Lumia 710 sind maximal 38h, beim 701 sollen bis zu 71,4h Mp3-Hören möglich sein. Auch bei der Kamera hat das 701 etwas die Nase vorne: Mit Doppel-LED-8-Megapixel-Rückkamera, welche HD-Videos (720p) dreht und einer VGA-Frontkamera für Videotelefonie kann es zwar noch lange nicht mit dem Carl-Zeiss-Kamera-Smartphone Nokia N8 mithalten, doch die alleinige 5-MP-Kamera des Lumia 710 ausstechen.

Unterm Strich muss sich das Lumia 710 in der zweiten Runde erneut geschlagen geben aufgrund der fehlenden Möglichkeit, den Speicher zu erweitern, des (vermutlich) schwächeren Akkus und der fehlenden Frontkamera. Kann es in der letzten Runde noch Pluspunkte sammeln?

3. Runde: OS und Verbindungen

Wie eingangs erwähnt, sind die beiden eigenwilligen Betriebssysteme Symbian Belle und Windows Phone 7.5 Geschmackssache, wollen wir dennoch mal einen Blick auf die Besonderheiten werfen. Bei der aktuellsten Symbian-Version wurde die Naviagation und das Surfen schneller gemacht, auch wenn der Browser noch immer für Aussetzer gut ist. Dem OS wurden diesmal ganze sechs

"Threads" auf dem Lumia 710

individuell gestaltbare Start-Screens spendiert, auch gibt es nun eine neue Benachrichtigungsleiste, die wie bei Android durch Runterziehen die Nachrichtenübersicht öffnet. Insgesamt wird Symbian immer mehr zu Android, was einerseits natürlich gut ist, andererseits wurde Nokia auch schon Einfallslosigkeit vorgehalten. Beim Lumia 710 setzt Nokia wie beim großen Bruder Lumia 800 zum ersten Mal auf Windows Phone, das derzeit in der Version 7.5 „Mango“ vorhanden ist. Dieses bietet unter anderem eine optimierte Version des Internet Explorer 9, eine verbesserte Spracherkennung, Multitasking-Unterstützung, die Zusammenfassung von Chat-Nachrichten in „Threads“ und eine bessere Twitter- und LinkedIn-Integration. Dank HTML 5-Unterstützung kann flott gesurft werden. Beide Smartphones haben den Dienst „Nokia Music“ an Bord, der ähnlich wie iTunes funktioniert und mit ca. 14 Millionen Musiktiteln bestückt ist, auch Microsofts ActiveSync zur Datensynchronisation mit dem PC ist bei beiden vorhanden.

Was die Verbindungsstandards der Smartphones betrifft, so findet man GSM, UMTS, Wlan 802.11 b/g/n mit HSPA (14,4 mbit/s), A-GPS und MicroUSB auf beiden Smartphones vor. Das Lumia 710 kommt mit Bluetooth 2.1, das 701 mit Bluetooth 3.0, außerdem besitzt es noch einen NFC-Chip und damit ein weiteres Kaufargument. Denn NFC wird allmählich immer wichtiger und spielt z.B. bei der Bahn-App „Touch & Travel“ zum Ticketkauf per Smartphone eine Rolle. Auch dient es beim 701 zum Übertragen von Daten oder gemeinsamen Spielen mit einem anderen NFC-Smartphone.

Die Runde 3 ist zumindest ein Unentschieden: beim OS muss sich Belle aufgrund des immer noch problembehafteten Browsers Windows Phone 7.5 Mango geschlagen geben – nicht umsonst plant Nokia den allmählichen kompletten Umstieg auf WP -, das Nokia 701 macht den Rückstand aber durch NFC-Chip wieder wett.

Fazit & Verfügbarkeit

Selten war ein Vergleich so deutlich: In fast allen Disziplinen lag am Ende das Symbian-Smartphone Nokia 701 vorne und kann sich locker Nokias Mittelklasse-Krone sichern. Das Smartphone ist bereits erhältlich und kostet ohne Vertrag 379€ (UVP). Beim Lumia 710 hieß es zunächst, dass das Gerät erst 2012 zu uns kommen dürfte; doch die Anzeichen verdichten sich, dass es schon bald zu haben ist, schließlich gibt es schon eine komplette Online-Produktseite des Lumia 710 auf der deutschen Nokia-Internetpräsenz. Eine UVP wurde bisher noch nicht bekannt gegeben, im Netz spricht man von 329€ – 50€ weniger als das 701, was den einen oder anderen vielleicht doch noch vom Lumia überzeugt.

E-Mail an die Redaktion

Für Anmerkungen zu diesem Artikel oder Rückfragen schreib uns gerne eine E-Mail.

Empfohlene Artikel

Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Thema

Produkte in unserem Shop

Array ( )