Android-Updates: Google will schnellere Updates

Liste besonders langsamer Hersteller wird veröffentlicht

Google Android

Google will künftig gegen Smartphone-Vertreiber vorgehen, die Android-Updates nicht für ihre aktuellen Geräte zügig bereitstellen. Eine Liste der langsamsten Hersteller soll den Druck erhöhen.

Ein aktuelles Android-Smartphone gekauft und die Version des Google-Betriebssystems ist von vor-vor-gestern? Dem möchte das Unternehmen Google aus Mountain View, dass das Android-Betriebssystem für Hersteller bereitstellt, nicht mehr tatenlos zusehen. Einem Bloomberg-Bericht zufolge ist am Anfang dieses Jahres hierzu eine Liste der langsamsten Android-Smartphone-Hersteller erstellt worden, die veröffentlicht werden soll.

Neben regulären Updates wurde auch die Bereitstellung sicherheitsrelevanter Updates einbezogen; für das Android-Betriebssystem erscheinen monatlich Aktualisierungen, die Sicherheitslücken schließen und die Geräte so vor unerwünschten Eindringlingen schützt. Mit der Liste soll Google langsame Update-Bereitsteller rügen und schnelle Hersteller loben. Kaufinteressierte eines Geräts könnten sich vor dem Erwerb des Android-Smartphones oder -Tablets über die Liste informieren, ob der Hersteller regelmäßig Updates bereitstellt.

Android-Updates: Nur 7,5 Prozent haben die aktuellste Version

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Wie veraltet die Software der betriebenen Android-Smartphones tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf die aktuelle Android-Verteilung, die Google monatlich veröffentlicht. Die veröffentlichte Liste bezieht alle Android-Geräte ein, die sich im vorangegangenen Monat mit dem Play Store verbunden haben, also regulär betrieben wurden. Die Zahlen für den April 2016:

  • Android 2.2 Froyo: 0,1%
  • Android 2.3.3 – 2.3.7 Gingerbread: 2,2%
  • Android 4.0.3 – 4.0.4 Ice Cream Sandwich: 2,0%
  • Android 4.1 – 4.3 Jelly Bean: 20,1%
  • Android 4.4 KitKat: 32,5%
  • Android 5.0 – 5.1 Lollipop: 35,6%
  • Android 6.0 Marshmallow: 7,5%

Nur 7,5 Prozent aller betriebenen Android-Geräte laufen demnach mit einer aktuellen Version. Und das, obwohl die Betriebssystemsversion bereits im Herbst 2015 veröffentlicht wurde und Android N bereits vorgestellt wurde und sich in den Startlöchern befindet.

Warum dauern Android-Updates immer so lange?

Die am schnellsten mit allen Android-Versionen ausgestatteten Geräte sind nach wie vor die Nexus-Smartphones und -Tablets, für die Google selbst Aktualisierungen und Software bereitstellt und selbst vertreibt. Hier wird meist zur Veröffentlichung der aktuellen Android-Version ein Update angeboten. Ein wenig anders ist bei Herstellern wie Samsung, LG, Motorola und Huawei.

Der Weg ist jedoch auch ein anderer: Google kann direkt die Software an die Nexus-Geräte anpassen und arbeitet auch mit eben jenen Geräten, um neue Funktionen zu entwickeln sowie zu testen. Hersteller bekommen also sozusagen eine Aktualisierung vorgesetzt, die sie erst an die Hardware ihrer Geräte anpassen sowie testen müssen, was meist erst verlässlich ab der Veröffentlichung des Android Open Source Codes, also des offiziellen Quellcodes von Google, möglich ist. Weiter nutzen Hersteller für ihre Geräte eine eigene Benutzeroberfläche, sprich Design. Dieses muss natürlich ebenso an eventuelle Änderungen der Designsprache angepasst werden, wie es etwa mit dem Material Design von Android 5.0 Lollipop der Fall war.

Ist dieser Vorgang abgeschlossen, wird das Update verteilt. Jedoch nicht an alle Geräte: Denn wenn ihr das Gerät über einen Mobilfunkprovider wie Vodafone oder o2 mit einem Vertrag erworben hat, muss ebenso der Provider prüfen, ob die von ihm auf den Geräten eingesetzte Software mit dem neuen Betriebssystem ordnungsgemäß eingesetzt werden kann und eventuell Änderungen vorgenommen werden müssen. Dieser Prozess nimmt meist nochmal einige Zeit in Anspruch. Ist dieser schließlich ebenso abgeschlossen, beginnt die Ausrollung der Aktualisierung. Hier gibt es jedoch auch Einschränkungen:

Viele Hersteller und Provider prüfen die Software erst auf einer handvoll Smartphones oder Tablets, die die Aktualisierung zugespielt bekommen. Funktioniert die Software tadellos, wird sie stückweise immer weiter an Geräte verteilt, bis alle das Update erhalten haben. Treten Fehler auf, wird das Android-Update zurückgezogen, die Fehler behoben und die Software anschließend erneut verteilt.

Fazit: Android-Updates dauern länger – manchmal jedoch zu lange

Klar, viele Hersteller lassen sich beim Bereitstellen von Aktualisierung zu viel Zeit beziehungsweise nehmen auch nicht die notwendigen Sicherheitsupdates ernst. Dennoch hängt ein großer Rattenschwanz am Aktualisierungsprozess. Im Gegensatz zu iOS-Geräten, die mit den Nexus-Geräten vergleichbar sind, muss die Software an viele Geräte von Herstellern angepasst werden. Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Dieser Umstand entschuldigt jedoch nicht, dass bereits nach kurzer Zeit keine Aktualisierungen mehr für ein Gerät bereitgestellt werden.

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Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von   Martin Malischek vor 1 Jahr, 6 Monate.

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