Connect-Netztest 2012: Surfer wird’s freuen

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Quelle: Connect

Die Betreiber-Rangfolge blieb die Gleiche, doch neben der Telekom haben auch die Smartphone-Fans gewonnen. Denn die Datennetze werden immer besser.

Auf den vergangenen Freitag wird man in Bonn, Düsseldorf und München gespannt, freudig oder ängstlich gewartet haben. Denn die Fachzeitschrift Connect brachte in ihrer Ausgabe 12/2012 die Ergebnisse ihres berühmt-berüchtigten Netztest 2012 raus. Seit 2000 nimmt das Magazin die vier deutschen Betreiber, die sich damals noch D1, D2 Mannesmann, E-Plus und Viag Interkom schimpften, unter die Lupe, wobei es anfangs nur um die Telefonie-Qualität ging. Nun schreiben wir das Jahr 2012, die Betreiber heißen Deutsche Telekom, Vodafone, E-Plus und O2, und die Connect misst inzwischen neben der Gesprächsqualität außerdem in den Kategorien „Mobile Broadband“ und „Smartphone Daten“, was vor 12 Jahren wohl noch niemandem etwas gesagt hätte.

Telekom ganz oben, Vodafone punktet bei den Daten

Quelle: Connect

Nun denn, die Messautos fuhren mit HTC-Smartphones bestückt wieder von München bis Hamburg, von Köln bis Berlin durch Stadt und Land, und wie im Vorjahr lautete der Sieger am Ende Deutsche Telekom („sehr gut“), gefolgt von Vodafone, O2 (jeweils „gut“) und E-Plus („befriedigend“). Der Magenta-Riese rockte also mal wieder den Netztest, da man sich in allen Kategorien gegen die Konkurrenz durchsetzen konnte. Die Sprachqualität ist dank HD-Voice top, die Telefonate und das Datennetz in der Stadt wie im Land zuverlässig, außerdem ist man in Sachen Geschwindigkeit des mobilen Internets den anderen Anbietern überlegen.

Bruno Jacobfeuerborn, Technik-Chef der Telekom, kommentierte das Ergebnis folgendermaßen: „Wir haben unser Mobilfunknetz schon frühzeitig auf die stark angestiegene Nutzung von Smartphones und Tablets vorbereitet und können somit die wachsenden Ansprüche unserer Kunden erfüllen.“

Vodafone hat zwar beim Telefonieren abgebaut, so schaffte man auf dem Land nur in 93% der Fälle einen erfolgreichen Rufaufbau. Dafür lag man beim mobilen Internet dank schneller Datenraten auf dem Smartphone am Ende nur zwei Punkte hinter dem Erstplatzierten.

E-Plus auf dem Vormarsch

Andreas Pfisterer, CTO von E-Plus; Quelle: E-Plus

Auch E-Plus kann in Sachen mobiles Internet auf dem Smartphone sehr zufrieden sein. So konnte man sich gegen O2 in den Disziplinen Internet-Seitenaufruf und Datei-Download in der Stadt, sowie beim Datei-Upload auf dem Land durchsetzen. Nur da die Youtube-Videos nicht so zuverlässig wie bei den Konkurrenten liefen, blieb E-Plus hier eine bessere Wertung verwehrt. Ausbaufähig ist auch weiterhin die Klangqualität beim Telefonieren. Im Vergleich zum Vorjahr steht man aber viel besser da, als man insgesamt nur die Note „ausreichend“ am Ende erhalten hatte.

Andreas Pfisterer, Chief Technology Officer bei E-Plus, zeigte sich erfreut über das Abschneiden. „Wir sehen in Ergebnissen des Netztests ganz deutlich, dass wir mit unseren Investitionen und dem nutzerorientierten Ausbauprogramm genau auf dem richtigen Weg sind“, so Pfisterer, der weiter meint: „Die positive Entwicklung bei der Smartphone-Datenqualität ist für die Mehrheit der Verbraucher und damit für unsere wichtigste Zielgruppe besonders wichtig“. Vor allem das optimale Preis-Leistungsverhältnis im Gesamtpaket aus Endgerät, Tarif und Netzversorgung sei für den Massenmarkt entscheidend.

Surfen top, Telefonieren naja…

Quelle: Connect

Wer also insbesondere im städtischen Bereich viel mit dem Smartphone im Internet unterwegs ist, der ist inzwischen bei allen Anbietern gut aufgehoben. Während die Telekom und Vodafone richtige Top-Leistungen beim Browsen, Up- und Download abliefern, müssen sich auch O2 und E-Plus nicht verstecken, was den erfolgreichen Seitenaufruf oder Datei-Download beträgt, auch wenn man sich bei E-Plus darauf einstellen muss, dass das Netz insgesamt etwas langsamer ist. Noch besser sehen übrigens die LTE-Ergebnisse der Telekom aus, auch wenn diese noch nicht in die Wertung eingeflossen sind. In durchschnittlich gerade mal drei Sekunden war jede Webseite im Telekom-Netz aufgebaut. Von 33 Mbit/s im Durchschnitt im Download und 17 Mbit/s im Upload können selbst manche DSL-Kunden nur träumen.

Bei der ganzen Lobhudelei auf die tollen Datennetze sollten die Betreiber aber ihre Hausaufgaben nicht vergessen, womit ich das Telefonieren meine. Zwar sind die Erfolgsraten auf dem Land immer niedriger als in der Stadt, doch dass es bei Vodafone auf der Autobahn bei 7 und bei E-Plus in 8 von 100 Versuchen der Rufaufbau nicht klappte, ist meiner Meinung nach schon recht schwach; auch wenn man während der Sprachverbindung zugleich E-Mails verschickte, um die

Quelle: Connect

Anforderungen eines Smartphones zu simulieren. Ein Lichtblick ist dagegen die Zuverlässigkeit in der Stadt, wo E-Plus mit 97% erfolgreich zuende geführter Gespräche sogar knapp vor Vodafone (96,8%) landete. Vodafone kann dazu bei der Sprachqualität punkten, wo man nur ganz knapp hinter der Telekom einreiht.

Festzuhalten bleibt also, dass Smartphone-Nutzer vor allem in der Stadt bei allen Betreiberen nun ohne große Probleme ins Netz gehen können, manche Anbieter aber beim Telefonieren auf dem Land noch nachbessern müssen.

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