Das 1 x 1 der Custom-ROMs

Allgemein

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Wer sein Android Gerät etwas mehr personalisieren möchte als nur den Wallpaper zu verändern oder einen anderen Launcher auszuwählen, kommt an einem Custom Rom nicht vorbei. Wer unnötige Bloatware deinstallieren will, muss auf einen Root zurückgreifen. War das installieren eines anderen Betriebssystems früher nur etwas für Nerds, wird die Fangemeinde von Cyanogenmod und Co. immer größer.

Um allen den Einstieg in die Welt des richtigen Android zu öffnen, haben wir für euch eine Zusammenfassung über alles Rund um Custom-ROMs.

Warum sollte ein Normalsterblicher Android Nutzer sein Smartphone rooten und eine Custom-ROM installieren?

Viele Nutzer kennen das und ärgern sich darüber. Kaum ist ein Jahr vergangen kommt das Nachfolgemodell des Smartphones raus, das man sich gekauft hat. Das machen fast alle Hersteller so. Die im Jahresrhythmus erscheinenden Geräte verfügen über den neusten Technik-Schnickschnack. Das Vorjahresmodell wird oft nicht mehr berücksichtigt. Kommt eine neue Android Version heraus müssen viele Nutzer meist mehrere Monate auf ein Update warten. Nur Nexus Geräte bekommen das Update sofort, da keine Anpassung der Herstellersoftware von Nöten ist. Hat man ein zwei Jahre altes Smartphone, was generell noch super funktioniert, guckt man meist in die Röhre. Keine Android Updates mehr.

Zum Glück können wir diesen Missstand mit dem installieren eines Custom-ROMs umgehen. Nur als Beispiel: Nachdem Android 4.4 KitKat veröffentlicht wurde musste ich mit meinem LG G2 fast 5 Monate warten bis das Update auf diese Android Version ausgerollt wurde. Da ich immer gespannt auf die neuen Features bin, hab ich das natürlich nicht ausgehalten und habe mir, sobald es veröffentlicht wurde, ein Custom-ROM installiert.

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Was ist ein Custom-ROM?

Als Custom-ROM bezeichnet man ein alternatives Betriebssystem für das Android-Device. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen zwei Arten. Systeme, die sich am Hersteller-System orientieren und dieses verbessern und AOSP-ROMs, die auf die reine Android Firmware aufbauen.

Gerade die AOSP (Android Open Source Project) ROMs bieten dem Nutzer nicht nur die pure Android Oberfläche ohne Bloatware und Herstelleranpassungen, sondern bringen meist zusätzliche Funktionen und Features. Der Nutzer bekommt sehr viel mehr Möglichkeiten das eigene Gerät anzupassen.

In meinem Falle habe ich Cyanogenmod installiert. Dieses ROM basiert auf dem puren Android und wird mit einigen nützlichen Zusatzfeatures bestückt. Vor kurzem habe ich die Software des LG G3 auf meinem G2 auch per Custom-ROM ausprobiert. Das war eine Portierung der gesamten Software des G3. Mit allen Funktionen und Extras.

Wie installiere ich eine Custom-ROM?

Da der Installationsvorgang bei Custom-ROMs von Gerät zu Gerät sehr unterschiedlich ist, können wir hier keine allgemeine Anleitung schreiben. Der generelle Vorgang ist aber meistens derselbe. Wer wirklich interessiert daran ist, ein anderes Betriebssystem aufs Smartphone zu installieren, sollte mal eine Suchmaschine benutzen. Es findet sich zu fast jedem Smartphone oder Tablet im Internet eine Anleitung.

Bevor man schwerwiegende Änderungen am Smartphone vornimmt, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass alles auf eigene Verantwortung geschieht. Bei manchen Vorgängen können schon die kleinsten Fehler zum „bricken“ des Gerätes führen. Dann kann man das Smartphone nur noch als Briefbeschwerer nutzen. Außerdem sollte man immer vorher ein Backup aller Daten machen, da diese beim flashen verloren gehen. Ein vollgeladener Akku vor der Installation ist Pflicht.

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Los Geht’s

Um überhaupt Änderung auf Systemebene ausführen zu können benötigt das Gerät ein Root. Damit erhält der Nutzer Superuser Rechte, mit denen Einstellungen auf Systemebene möglich sind. Per Root-Zugriff wird dann eine Custom-Recovery Installiert.

Hat man das geschafft, bootet man in die Recovery und macht IMMER ein Nandroid-Backup um das Smartphone im schlimmsten Fall wieder zurücksetzten zu können. Die auf dem internen Speicher abgelegte .zip mit der Custom-ROM wird nach dem Wipen installiert. Mit dem Wipe werden Systemdaten und das alte Betriebssystem gelöscht. Hat man das Custom-ROM installiert, muss man zusätzlich die GApps flashen, damit man Zugang zum Playstore und anderen Google-Diensten hat.

Nach einem Reboot sollte das Smartphone dann booten und mit dem neuen Betriebssystem starten.

Vor- und Nachteile von Custom-ROMs

Die Vorteile von Custom Roms liegen auf der Hand. Wird ein Smartphone durchschnittlich nur zwei Mal mit Updates versorgt, geht es über ein Custom-ROM viel länger. Wem ein System zu träge reagiert und zu langsam ist, wird sich über die cleane Android Version freuen, die komplett ohne Bloatware daher kommt. Außerdem gibt es bei den verschiedenen ROMs viele Zusatzfunktionen und Extras.

Ein Nachteil ist, dass man zur Installation eines alternativen Betriebssystems meistens ein Root braucht. Wer sein Smartphone Rootet verliert die Hersteller-Garantie!

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Was für ROMs gibt es?

Ein Name den schon fast jeder Android Benutz mal gehört hat ist CyanogenMod ([saɪ.’æn.oʊ.dʒɛn.mɒd] gesprochen oder einfach CM). Das ist das bekannteste und meist verwendete Custom-ROM überhaupt. Es basiert auf dem AOSP-Android und zeichnet sich durch eine hohe Anzahl an kompatiblen Geräten und vielen Updates aus. CyanogenMod bringt auch ein paar nützliche Zusatzfunktionen mit, wie den relativ neuen Theme-Chooser.

AOKP (Android Open Kang Projekt) ist ein Custom-ROM, auch basierend auf der unveränderten Android Version, dass sich durch sehr viele Einstellungsmöglichkeiten und Personalisierungsfunktionen auszeichnet.

Paranoid Android bringt interessante Features wie PIE-Control oder die Benachrichtigungsanzeige Hover auf das Smartphone. Dabei wird der Nutzer nicht von unzähligen Einstellungsmöglichkeiten erschlagen.

Dazu kommen dann noch die Stock-ROMs, die auf der jeweiligen Originalsoftware basieren und diese verbessern oder mit Zusatzfunktionen bestücken.

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Fazit

Custom-ROMs sind eine tolle Methode mehr aus dem Smartphone raus zu holen und es nach den eigenen Wünschen anzupassen. Man sollte sich vorher aber genau in die Materie einlesen und sich im Klaren sein, dass man das eigene Gerät dadurch auch zerstören kann. Mir ist bis jetzt noch nie etwas passiert. Außerdem muss man daran denken, dass man durch Rooten des Smartphones die Garantie verlieren kann.

Ich nutze im Alltag mein LG G2 mit der aktuellsten Version von Cyanogenmod. Es läuft stabil, schnell und ich möchte es nicht mehr missen.

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