Datenschutzskandal: Dein iPhone weiß immer, wo du dich aufhältst

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Keiner weiß wofür es gut sein soll. Fakt aber ist, das iPhones und iPads den Aufenthaltsort ihres Nutzers speichern.

Die beiden IT-Experten Alasdair Allan und Pete Warden entdeckten zufällig bei einem Projekt, wo es um Datenvisualisierung geht, dass man mit einer speziellen Software die gespeicherten Ortungsdaten des Benutzers öffnen kann. Auf einer Konferenz in San Francisco machten sie ihren Fund öffentlich. Allerdings gab es keinerlei Indizien dafür, dass die Daten weiter geleitet würden. Die Frage: „Wozu ist das gut“, ist die logische Schlussfolgerung.

Die Veröffentlichung der beiden IT-Experten hat erneut eine Lawine zum Thema Datenschutz ausgelöst.
Das Problem liege darin, dass die Dateien nicht verschlüsselt seien. So könnten sie von Unbefugten gelesen werden. Erfasst werden die Breiten-und Längengrade sowie die Zeit des Aufenthalts. Dies geschieht nicht per GPS, sondern über Mobilfunk-Zellen. Daher könnte es auch nicht verhindert werden, wenn der Nutzer die GPS Sensoren deaktiviert.

Vermutet wird, dass die Speicherung der Daten dazu dienen könnte, verlorene Handys einfacher wiederfinden zu können. Komisch nur, dass dann diese geniale Funktion bisher unter den Teppich gekehrt worden ist.
In Fachkreise wies man darauf hin, dass dieses Problem schon länger bekannt sei. Wie zum Beispiel der Blog „Endgadget“, der auf einen Artikel (September 2010) des französischen Autors Paul Courbis verlinkte. Auch der amerikanische Software Spezialist Alex Levinson thematisierte 2010 diese Funktion in einem Fachbuch. Allerdings sei bisher nicht bekannt gewesen, dass der Aufenthaltsort ständig protokolliert und bei einer Synchronisation mit einem anderen Gerät wie zum Beispiel einem Computer, die Daten unverschlüsselt übertragen und gespeichert würden.

Laut Allan und Warden begann die Aufzeichnung der Apple-Kunden mit einem Update des Betriebssystems iOS im vergangenen Jahr im Juni. Bisher hat sich Apple noch nicht zu den Vorwürfen geäußert, den Datenschutz ihrer Kunden zu verletzen.

Apples allgemeine Nutzungsbedingungen bezüglich dieses Themas schließen folgende Fakten mit ein:

„Um standortbezogene Dienste auf Apple-Produkten anzubieten, können Apple und unsere Partner und Lizenznehmer präzise Standortdaten erheben, nutzen und weitergeben, einschließlich des geografischen Standorts Ihres Apple-Computers oder Geräts in Echtzeit. Diese Standortdaten werden in anonymisierter Weise erhoben, durch die Sie nicht persönlich identifiziert werden.“

Ob den Nutzern tatsächlich ihre Privatsphäre gewahrt werden, muss jetzt geklärt werden. Momentan haben etliche Datenschutzbeauftragte daran aber Zweifel und drohen mit rechtlichen Folgen. Auch Politiker schalten sich jetzt in die Diskussion mit ein. Die Debatte um den Datenschutz könnte mal wieder ein explosives Thema werden.

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