Update: Firefox OS: Mozilla will das Web zum Betriebssystem machen

Firefox OS

Quelle: Mozilla

Update (13.12.2012): Ab heute kann man sich das neue Smartphone-OS im Desktop-Browser Firefox testen. Dazu muss man nur sich den kostenlosen „Firefox OS Simulator“ aus dem Mozilla-Add-On-Verzeichnis herunterladen. Nun kann man diesen über „Extras“->“Web-Entwickler“ starten, worauf ein virtuelles Smartphone-Display mit dem Betriebssystem erscheint und bedienbar ist.


Mozilla werkelt an einem Konkurrenten zu Google Android, Apple iOS und Microsoft Windows Phone. Die Plattform soll zugleich offen und stabil sein, alle Inhalte sollen aus dem Netz kommen. Nutznießer davon sollen zunächst User in Lateinamerika sein.

Mit dem Open-Source-Browser Firefox brachte die Mozilla Foundation 2004 eine populäre weil gut anpassbare Alternative zu Microsofts Internet Explorer heraus. Nun, acht Jahre später, nutzen 38,5% der User in Deutschland Firefox, das sind mehr als die Internet Explorer- (19,4%) und Chrome-Nutzer (17,5%) zusammen. Auch finanziell steht man prima da: Mit 163 Millionen Dollar konnte man für 2011 33% mehr Umsatz verzeichnen als noch 2010.

Nun hat man sich bei Mozilla wohl gedacht, es wäre an der Zeit, sich mal nach weiteren Betätigungsfeldern umzusehen, und greift nun das Thema Smartphone-Betriebssysteme an. Bereits Anfang 2013 soll der Startschuss für das neue, offene „Firefox OS“ fallen. Die ersten Geräte mit dem Betriebssystem sollen noch in der ersten Hälfte des kommenden Jahres erscheinen, zunächst wohl nur in Brasilien und anderen lateinamerikanischen Ländern. Als Hersteller konnte man laut firefoxos.info ZTE und Alcatel bereits gewinnen. Die Firefox-Smartphones richten sich laut Andreas Gal, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsplattform von Mozilla, an „Anwender, die vorher noch nie ein Smartphone gesehen haben“.

HTML 5 macht Browser überflüssig

Quelle: Mozilla.org

Der Clou des Betriebssystem ist die völlige Integration des WWW in das OS. Ein Browser wird demnach überflüssig, die Inhalte und Apps sollen direkt aus dem Netz auf das Gerät kommen. So erklärt Gal: „Das Web ist die einzige Technologie-Plattform, das sich neben iOS und Android als dritte Plattform etablieren kann“. Ein gehöriger Seitenhieb gegenüber Microsoft und zugleich eine Kampfansage an die etablierten Firmen Apple und Google. Der HTML 5-Standard und die Skritsprache JavaScript sorgen dafür, dass der Browser verschwindet, da sie direkt auf die Hardware zugreifen können. Die Web- und JavaScript-Engine wird beim Start des OS in den Arbeitsspeicher geladen und schafft somit eine Umgebung, die zwischen Web-Anwendungen und nativen Apps keinen Unterschied mehr macht.

Zugleich betonte Mitchell Baker, der Vorsitzende der Mozilla Foundation, gegenüber der dpa, dass man auf sensible Themen wie Offenheit und Datenschutz neue Antworten finden möchte. Dafür wolle man die Erfahrungen nutzen, die man mit einem offenen Browser für Desktop-PCs gemacht hat. Auch in Sachen Stabilität und Schnelligkeit soll das Firefox OS keine Probleme bereiten. Web-, E-Mail- und Netzwerk-Anwendungen sollen die Grundausstattung sein, dazu gibt es je nach Verkaufsort lokale Spezialapps. Weitere Programme können über den hauseigenen Marketplace bezogen werden können.

Wir halten euch auf dem Laufenden, sobald es weitere Informationen gibt.

E-Mail an die Redaktion

Für Anmerkungen zu diesem Artikel oder Rückfragen schreib uns gerne eine E-Mail.

Empfohlene Artikel

Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Thema

Produkte in unserem Shop

Array ( )