Geplante Obsoleszenz – die Halbwertszeit von Smartphones und Tablets

Handys

Smartphones - geplante Obsoleszenz?Jüngst hat die Bundestagsfraktion „Die Linke“ mit ihrem Antrag auf ein Gesetz zur Mindestnutzungsdauer von Produkten auf ein Thema aufmerksam gemacht, das eigentlich viel zu lange nicht aktiv diskutiert wurde. „Geplante Obsoleszenz“ bezeichnet die vom Hersteller bewusst verkürzte Lebenszeit von (Elektronik-) Produkten wie Smartphones, Laptops oder Tablets. Dieses den Kunden benachteiligende Verhalten soll unterbunden werden.

Wir wollen uns in diesem Artikel weniger mit den politischen Zielen umwelt- und auch verbraucherschützender Art auseinadersetzen. Vielmehr soll es um die praktische Frage gehen: Wie beeinflussen die Hersteller unsere Kaufgewohnheiten? Warum gehen Smartphones oder Tablets kurz nach Ende der Garantiezeit kaputt? Sind unsere Smartphones und Tablets tickende Zeitbomben, deren Halbwertszeit vom Hersteller bewusst beeinflusst werden? Diese Fragen sollen in diesem Artikel zur geplanten Obsoleszenz beantwortet werden. Welche Smartphones und Tablets besonders verdächtig sind, nach einer gewissen Zeit den Geist aufzugeben und welche mit positivem Beispiel vorangehen, versuchen wir ebenfalls zu klären.

Was ist geplante Obsoleszenz?

Wenn Dinge „obsolet“ werden, braucht man sie gewöhnlich nicht mehr. Im Falle der geplanten Obsoleszenz ist dies bezogen auf technische Produkte. Schon im Herstellungsprozess werden bestimmte Teile bewusst mit Schwachstellen versehen, die nach einer bestimmten Nutzungsdauer typischerweise einen Defekt erleiden. Warum gibt es diese Strategie der Hersteller? Ganz einfach: Stellt euch vor, jemand produziert ein innovatives, technisches Produkt, sei es das erste echte Smartphone auf dem Markt. Nach einer Welle der Begeisterung bei den Käufern und einem raschen wirtschaftlichen Aufstieg setzt Marktsättigung ein  – einfach gesagt: Jeder hat schon ein Smartphone.

Die Folge ist die wirtschaftliche Rezession, denn die Abnahme sinkt deutlich. Nun gibt es zwei Optionen, um weiterhin wirtschaftlich erfolgreich zu sein: 1. Als Hersteller setze ich auf Innovation und entwickle neue Produkte, die so gut sind, dass die Kunden ihr alten Smartphone gegen ein neues tauschen möchten oder 2. ich gebe meinem ersten Produkt einfach ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Wenn die erste Generation der Smartphones langsam kaputt geht, erhalte ich mir als Hersteller eine stetige Nachfrage am Markt und kann damit in Kombination mit einer gewissen Innovation immer Absatz generieren.

Das Prinzip der geplanten Obsoleszenz ist also denkbar einfach. Der Hersteller von technischen Produkten hält die Halbwertszeit von Produkten geringer als sie eigentlich sein müssten.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum für Tablets und Smartphones – wie funktioniert es?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum von Tablets und Smartphones oder anderen technischen Produkten derart verringern, dass es einerseits nicht nachweisbar ist und andererseits zu dem gewünschten Effekt führt, ist sicher eine Wissenschaft für sich. Es bedarf schon eines enormen Aufwands, damit diese wohl leider durchaus gängige Maßnahme zum Erhalt einer Anfrage am Markt nicht rufschädigend wirkt. Aber wie funktioniert sie, die geplante Obsoleszenz?

Ein einfach wie auch eindrucksvolles Beispiel des Alltags ist die nunmehr aus den Märkten verbannte Glühbirne. Die Lebensdauer wurde von den Herstellern bewusst verkürzt, um den Effekt der Marktsättigung nie eintreten zu lassen. Wie wir alle als betroffene Verbraucher nachvollziehen können: Es hat funktioniert und es funktioniert auch mit Energiesparlampen noch. Den „lebenden“ Beweis, dass Glühbirnen sehr wohl lange halten können, liefert die „Centennial Bulb“, die in Livermore in Kalifornien an einer Feuerwache leuchtet… quasi ohne nennenswerte Unterbrechungen seit 1901 (Webcam der Centennial Light Glühbirne)! Diese wahnsinnige Leuchtdauer zeigt doch sehr deutlich, dass es auch anders geht.

Was damals mit den Glühbirnen geht, lässt sich auch auf komplexe technische Produkte übertragen. So werden z.B. Akkus von Smartphones oder Tablets (die mit der Zeit schlechter werden) ohne die Möglichkeit des Austauschs verbaut. Ebenso ist dieses Beispiel auf technische Komponenten übertragbar, die fest verbaut (z.B. verklebt oder aufgelötet) werden, um einen schnellen Austausch zu verhindern. Oder es werden bewusst günstige, nicht besonders langlebige Elektrolytkondensatoren (kurz:Elkos) verbaut oder diese werden in der Nähe von Hitzequellen positioniert, was die Lebensdauer deutlich verringert.

Geplante Obsoleszenz – nur eine moderne Sage?

Natürlich sprechen viele Argumente dafür, dass es geplante Obsoleszenz als geplantes Ankurbeln von Konsum gar nicht gibt. Schließlich sind die Hersteller auch auf einen guten Ruf im Sinne von Langlebigkeit angewiesen. Manche Produkte sind aufgrund ihrer Unzerstörbarkeit und Langlebigkeit quasi zu Legenden avanciert, wie z.B. der Plattenspieler Technics 1210 oder die ersten Nokia-Handys, die bis heute noch als unkaputtbar gelten. Zudem werden verklebte Komponenten häufig argumentativ mit Kosteneinsparungen oder der Notwendigkeit  aufgrund bestimmter Formgebung argumentativ von den Herstellern gestützt – frei nach dem Motto „It’s not a bug, it’s a feature!“ Ich bin mir zum Beispiel nicht sicher, ob derzeit z.B. ein Apple MacBook Air auch mit austauschbaren Komponenten möglich wäre oder ob ein derart flaches Apple iPhone mit einer vergleichbar eleganten Hülle mit einem austauschbaren Akku möglich ist.

Ist also geplante Obsoleszenz nur eine moderne Sage? Eine Verschwörung gegen den Konsum? Diese Frage möchte ich euch an dieser Stelle nicht beantworten. Ich glaube wie immer liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen, man sollte also nicht grundsätzlich alles verteufeln.

Fälle von geplanter Obsoleszenz bei Smartphones und Tablets

Als ich zu diesem Thema recherchiert habe, sind mir gleich einige Beispiele eingefallen, die sich als mögliche Beispiele geplanter Obsoleszenz deuten ließen: Beim Apple iPhone ist seit der ersten Generation der Home-Button eine echter Schwachpunkt. Nach häufiger Nutzung reagiert dieser erst schlecht, dann irgendwann gar nicht mehr. Dieser Effekt tritt bei derart vielen Smartphones von Apple auf, dass er sogar unter den Standardgründen einer Reklamation direkt beim Apple Support zu finden ist. Kann es wirklich sein, dass hochkomplexe technische Geräte immer ausgefeilter und aufwändiger werden, aber gleichzeitig ein simpler Knopf seit der ersten Generation gleichbleibend kurzlebig bleibt? Die Antwort auf diese Frage drängt sich quasi schon auf.

Auch der zweifelhafte Trend zu fest verbauten Akkus nimmt immer mehr zu. Hatte z.B. Nokia bei ihren Smartphones und Handys vor der Kooperation mit Microsoft noch wechselbare Akkus, setzt man nun mit Windows Phone 8 und der Nokia Lumia Serie auf Polycarbonat Unibody Gehäuse, die sich nicht öffnen lassen. Dabei war die Kritik an Apple für die fest verbauten Akkus allzeit bekannt, der Erfolg gab Apple jedoch recht. Nach ein oder zwei Jahren ein neues iPhone kaufen? Muss nicht sein, aber der schwächelnde Akku ist ein Argument mehr für ein mögliches Upgrade des Kunden, auch wenn die Hardware Neuerungen vielleicht nicht ganz überzeugen. Nokia hat diesen zweifelhaften Trend offenbar erkannt und aufgegriffen (z.B. beim Nokia Lumia 920). Eine Form der geplanten Obsoleszenz ist auch auf Software-Ebene denkbar: Ein bewusstes limitieren von Speicherplatz oder Vorenthalten von Schnittstellen wird früher oder später auch ein Argument zum Neukauf. So war das HTC Desire beim Erscheinen mit derart wenig Speicher ausgestattet, dass ein Installieren von Apps im Betriebssystem Android nicht nur unerheblich erschwert wurde und vielen Käufern die Nerven raubte.

Aktuell prominentestes Beispiel für ein Produkt, das derart schlecht repariert werden kann, dass quasi jeder Defekt zum Totalschaden führt, ist das HTC One. Die Betreiber von iFixit.com haben das HTC One zerlegt und dem Smartphone nur einen Punkt von 10 möglichen Punkten gegeben. Dies kommt einer unmöglichen Reparatur nahe, da schon die Rückseite ohne Beschädigungen kaum abgenommen werden kann. Dass die optische Schönheit des neuen HTC Supersmartphones Nachteile hat, war aber auch (leider) abzusehen. Ob dies ein Fall geplater Obsoleszenz ist oder nur dem Design geschuldet ist, wird wohl auch in Zukunft ein Rätsel bleiben.

Fazit und positive Gegenbeispiele

Mein persönliches Fazit zur geplanten Obsoleszenz: Gerade bei aktuellen Smartphones und Tablets ist dies in den letzten Jahren weniger ein Thema für die Verbraucher gewesen, denn die Innovationen waren wirklich enorm, allein was Bedienkomfort- und die Geschwindigkeit der Smartphones angeht. D.h. Innovation und Verbesserung bisheriger Techniken hat dazu geführt, dass geplante Obsoleszenz insbesondere für die junge Generation der Nutzer kaum eine Rolle gespielt hat. Smartphones wurde ohnehn nach wenigen Jahren oder gar Monaten neu angeschafft, um technisch auf dem neuesten Stand zu sein. Aktuell bahnt sich aber eine gewisse Innovationsarmut bei den Herstellern an. Die derzeitigen Smartphones sind derart solide und gut im Alltag nutzbar, dass sich die Frage nach dem „Aufrüsten“ immer seltener stellt. Insofern wird das Thema geplante Obsoleszenz auch in den nächsten Jahren immer wichtiger für die Verbraucher werden. Auch wenn der Vorstoß der Linken im Bundestag nur im nationalen Rahmen stattfindet und daher wie der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein wirkt: Dieser Vorstoß ruft das Thema geplante Obsoleszenz in das Bewusstsein der Verbraucher – ein guter Start!

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Die Liste möglicher Fälle ist lang, doch wo es Schatten gibt, gibt es auch Licht: Samsung hat mit dem Samsung Galaxy S4 z.B. ein Modell im Angebot, das höchsten Anforderungen gerecht wird und trotzdem einen leicht wechselbaren Akku besitzt. Okay, zugegeben: Neben dem HTC One sieht das Samsung Galaxy S4 in Sachen Design alt aus, aber dafür dürfte es sich dank wechselbarem Akku um ein langlebigeres Produkt handeln. Auch beim Samsung Galaxy S3 oder beim Samsung Galaxy S3 Mini ist der Akku wechselbar. Auch LG hat mit dem LG Optimus 4X HD ein Smartphone mit wechselbarem Akku im Angebot, das sich nicht vor der aktuellen Konkurrenz verstecken braucht. Beim Nokia Lumia 820 ist nicht nur der Akku, sondern auch – wie früher – die komplette Oberschale austauschbar. Ebenso RIM: Das nagelneue Blackberry Z10 hat nicht nur einen Micro-SD Kartenslot sondern auch einen wechselbaren Akku.

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