Google Glass – Ein bisschen Cyborg für jedermann [UPDATE]

Allgemein

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[UPDATE 25.06.2014] Glass Upgrade – Mehr Arbeitsspeicher und verlängerte Akkulaufzeit

Nach dem plötzlichen Marktstart der Google Glass gestern in Groß Britannien hat Google heute ein Upgrade angekündigt. Die neue Version des Glass wird weiterhin nur im Explorer Programm verkauft, das heißt: Es ist immer noch nicht die finale Smartglass für den Endkunden. Die Verbesserungen sind nicht schwerwiegend, jedoch gehen die Entwicklungen in die richtige Richtung. Äußerlich hat sich die Brille nicht verändert.

Der Arbeitsspeicher wurde von 1 GB auf 2 GB aufgestockt. Das ermöglicht, dass mehrere Glass-Apps parallel laufen können. Außerdem wurde die Akkulaufzeit um 20% gesteigert. Die Sprachsuche soll 10 % schneller funktionieren. Ein kleines Softwareupdate ermöglicht eine noch einfachere Fotoaufnahme. Auch neue Apps sind hinzu gekommen. Zwei neue Google-Now Karten zeigen jetzt die letzte Parkposition sowie eine aktuelle Sendungsverfolgung an. Wir hoffen, dass heute Abend auf der Google I/O noch mehr Infos zur Glass veröffentlicht werden.

[UPDATE 24.06.2014] Explorer Programm in Groß Britannien gestartet

Kurz vor der Google I/O hat die Glass den Sprung über den großen Teich geschafft und ist ab sofort in Groß Britannien erhältlich. Da steigt die Hoffnung, die Brille auch bald in Deutschland in den Händen halten zu dürfen. Andere EU-Länder müssen aber immer noch warten. Es gibt weiterhin keine neuen Informationen zu einem weltweiten Verkaufsstart.

In Groß Britannien kann man ab sofort die Glass für 1000 britische Pfund über das Explorer Programm bestellen. Das sind umgerechnet 1250€. 150€ mehr als man in den USA bezahlen würde. Dabei steht auch nur ein Modell zur Auswahl. In den USA hat man eine etwas größere Auswahl an Gestellen. Technisch sind alle Glasses auf dem gleichen Niveau. Die Lieferzeit beträgt laut Website 2 Tage. In wenigen Tagen will Google zusammen mit The Guardian und Goal.com die Brille demonstrieren. Dazu sollen dann pünktlich zum Release auch zwei neue Apps verfügbar sein.
 

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„Probably the question we’ve heard more than any other is: when will Glass be available outside the US? Well, we’re starting out by dipping our toes across the pond. Beginning today, we’re extending our open beta Explorer program to the UK.“

Wirklich viele Leute, die eine Smartglass auf der Nase hatten, habe ich noch nicht getroffen. Um genau zu sein: Gar keine.

 

In den USA hat heute der Verkauf von Google Glass für jedermann begonnen. Das 1.500$ teure Gadget wird jetzt endlich frei verkauft. Wir in Deutschland müssen uns weiter gedulden. Auf der IFA 2014 will Samsung Gerüchten zufolge eine eigene Smartglass vorstellen. Außerdem gibt es neue Konzepte zur Bedienung von Wearables.

Bis jetzt war es nur möglich eine Google Glass zu erstehen, indem man sich bei Google für das Explorer Programm angemeldet hat. Man musste zudem ein US-Bürger sein. An einem Tag hat Google schon die Pforten geöffnet und die Glass in den freien Verkauf gegeben. Aber nur für 24 Stunden. Ab jetzt kann jeder die Glass kaufen. Weiterhin aber nur US-Bürger. Die Brille, die für 1.500 US$ über den Ladentisch geht, soll im endgültigen Verkauf sehr viel weniger kosten.

 

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Google Glass

Google Glass ist ein kleiner mobiler Computer, der vor dem Auge auf einem transparenten Display wichtige Informationen für den Nutzer einblendet. Auf einem Brillengestell sind dabei alle technischen Module verbaut. Das Gerät besitzt außerdem eine Kamera, die in Blickrichtung des Nutzers geht. So lassen sich Fotos und Videos vom so genannten „Point-of-View“ schießen.

Außerdem besitzt die Glass eine WLAN und Bluetooth-Verbindung. Es lassen sich also jederzeit zum Beispiel Fotos und Video, aber natürlich auch Nachrichten senden und empfangen. Gesteuert wird die „schlaue Brille“ über Sprachbefehle, leichte Kopfbewegungen oder ein kleines Touchpad am Brillenbügel. Töne kann man bei Googles Datenbrille entweder über einen Kopfhörer oder über einen Knochenleitungs-Lautsprecher hören. Letzterer überträgt Töne direkt über die Schädelknochen per Schall-Vibrationen.

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Der Funktionsumfang lag bei der anfänglichen Vorstellung der Google Glass bei Nachrichten versenden, Fotos und Videos machen und verschicken und Turn-by-Turn Navigation. Durch Apps von Drittanbietern kann der Funktionsumfang deutlich gesteigert werden. Googles Auflagen besagen unter anderem, dass keine Apps mit Gesichtserkennung auf der Glass funktionieren sollen. Auch kleine Spiele kann man auf dem Gerät spielen. Zum Beispiel muss man einen Tennisball per Kopfbewegungen in der Mitte eines Kreises halten.

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Chancen

 

Ich sehe die hilfreichen Einsatzmöglichkeiten der Glass nicht im Büro oder wenn man anderen Menschen in der U-Bahn oder in einem Cafe gegenüber sitzt, sondern beim Sport oder wenn man unterwegs ist. Nehmen wir das Beispiel Fahrrad fahren. Egal ob man eine Nachricht, einen Anruf oder eine andere Benachrichtigung bekommt, man kann die Augen auf der Straße lassen und muss nicht während der Fahrt das Handy rausholen (Das ist ja auch verboten). Zusätzlich kann man per Sprachsteuerung antworten oder eine Navigation starten. Auch Fitness Apps können auf der Glass angezeigt werden und beim Sport zum Beispiel die aktuelle Herzfrequenz, zurückgelegte Strecke und die Geschwindigkeit anzeigen.

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Eine sehr interessante Funktion, die Google schon integriert hat, ist das sofortige Übersetzten von Texten oder zum Beispiel Speisekarten in eine andere Sprache. In einem Video wird auch demonstriert, wie die Glass zum Beispiel Feuerwehrmännern bei der Arbeit helfen könnte.

Kritik beim Datenschutz

Mit der Glass ist es theoretisch möglich unbemerkt Fotos und Video im öffentlichen Raum aufzuzeichnen. Datenschützer äußern hierbei große Bedenken. Es wird befürchtet, dass Google von Glass-Nutzern unerkannt visuelle Inhalte aufnimmt und an Server übermittelt. Diese könnten zusammen mit GPS Daten klare Nutzer- und Bewegungsprofile ergeben.

In den USA bahnt sich ein Protest gegen die Google Glass an. Vor kurzem wurde einem Reporter mitten auf der Straße seine Glass von der Nase gerissen und auf den Boden geschmettert. Google steht bei vielen Menschen in San Francisco in der Kritik eine starke Gentrifizierung der ganzen Stadt voranzutreiben, da sehr viele gutbezahlte Google Mitarbeiter in die  Stadt ziehen und die dort Wohnenden mit höheren Mieten vertreiben. Nachdem  viele der Google Busse durch Blockaden an der Weiterfahrt gehindert wurden stellt Google mittlerweile Fähren ein, um die Mitarbeiter von San Francisco zum Google Standort zu bringen. Google selber warnt die Nutzer vor dem öffentlichen Auftreten mit der Google Glass. “Don’t be rude, don’t be creepy, don’t be a glasshole!“, heißt es in einer Mitteilung von Google.

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Alternativen

Es gibt Gerüchte, die besagen dass auch Samsung an einer Google Glass ähnlichen Smartglass arbeitet. Diese soll möglicherweise auf der IFA 2014 vorgestellt werden. Zum Funktionsumfang ist noch nichts Genaueres bekannt. Die Samsung Gear Glass soll nicht mit einem Android, sondern mit Samsungs eigenem Betriebssystem OS Tizen laufen. Genau wie die Google Glass ist zum Betrieb ein verbundenes Smartphone von Nöten.

Die Oculus Rift ist eine etwas andere Brille. Das Unternehmen wurde Anfang 2014 von Facebook aufgekauft. Angefangen hat es als eine Crowd-Funding Kampagne auf Kickstarter. Die Oculus Rift ist eine Brille die den Nutzer in eine Virtuelle Realität bringt. Durch zwei Displays, für jedes Auge eins, und mehrere Sensoren wird für den Träger ein 3D-Bild geschaffen, das sich den Kopfbewegungen anpasst und so dem Nutzer eine andere Welt vor den Augen vorgaukelt.

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Neue Bedienkonzepte

 

Auf eine Smartwatch am Handgelenk eine SMS zu tippen oder eine Notiz zu schreiben stell ich mir nicht besonders angenehm vor. Das Display ist viel zu klein um eine angemessen große Tastatur darzustellen. Bei Googles Glass gibt es gar kein Touchscreen. Nur ein Bedienfeld mit Touchpad. Der Entwickler von einem alternativem Tastaturkonzept für Android-Geräte hat jetzt ein Video veröffentlich, in dem er seine Ideen zur Bedienung von Wearables beschreibt. Durch Wisch-Gesten können so verschiedene Buchstaben ausgewählt werden. Auch Kopfbewegungen können dazu benutzt werden, das Tippen auf der Google Glass zu vereinfachen.

Fazit

Wie es mit der Datenbrille von Google weitergehen wird ist noch unklar. Auch wie der Europäische Datenschutz mit der Brille umgehen wird ist noch ungewiss. Dass es hier strengere Auflagen als in den USA gibt ist wahrscheinlich. Damit man mit der Glass nicht wie ein Cyborg aussieht, hat Google verschiedene Brillengestelle vorgestellt, die mit normalen Gläsern, als Sonnenbrille und auch als Sportbrille genutzt werden können.

Ich finde Google Glass ist ein tolles Konzept, sollte aber noch weiter entwickelt werden. Besonders eine so kurze Akkulaufzeit ist schade. Auch das Angebot an Apps muss noch gewaltig ausgebaut werden. Ich bin sehr gespannt, ob sich die Smartwatches besser durchsetzen als die Smartglasses. Wearables sind allesamt für viele noch eine Zukunftsspielerei und bei der großen Masse noch nicht angekommen.

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Fotos: Google, The Verge, Oculus Rift, Wikipedia

[UPDATE 04.06.14] Designer Glass und die Glass als Kampfmaschine

Diane von Fürstenberg hat neue Designs für die Datenbrille von Google erstellt. Zwei neue Brillengestelle in fünf Farben und acht neue Gläser werden ab dem 23. Juni in den USA für die Mitglieder des Explorer-Programms für die Google Glass zu kaufen sein. Wie hoch der Aufpreis für die, von der Modedesignerin gestalteten, Brillen sein wird steht noch nicht fest. Für Modelle aus der Titanium-Kollektion muss man 225 US-Dollar mehr bezahlen. Ob auch die Sondereditionen von RayBan und Oakley ab dem 23. Juni erscheinen ist nicht bekannt.

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Von dem Waffenhersteller Tracking Point aus dem US Bundesstaat Texas wird es in Zukunft eine automatische Zielhilfe mit WLAN Modul und Google Glass Support geben. Der Schütze muss dann nicht mehr durch das Visier gucken, sondern kann aus der Deckung heraus per Glass zielen. So wird der Jäger vom Wild nicht so leicht entdeckt und kann von gegnerischen Kämpfern schwerer getroffen werden. Ob das der richtige Einsatzzweck für die Glass ist, bezweifle ich stark.

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