Jolla Sailfish: Das neue MeeGo in Finnland vorgestellt

MeeGo

Quelle: Jolla (Screenshot)

Das Smartphone-Betriebssystem soll ein flottes Multitasking und wie der Vorgänger eine ausgefeilte Gestensteuerung bieten. Zunächst soll es sich in China und Finnland behaupten.

Jolla ist ein spannendes Unternehmen. Die Chefs Jussi Hurmola (CEO) und Marc Dillon (COO) waren einst bei Nokia für das quelloffene, aber (wegen der Spezialisierung auf Windows Phone) schnell wieder eingestampfte Smartphone-Betriebssystem MeeGo verantwortlich, das beim wunderschönen Nokia N9 eingesetzt wurde. Dieses Jahr gab das finnische Start-Up bekannt, dass man an einem Nachfolger für das auf Linux basierende OS werkelt.

Premiere bei Start-Up-Konferenz

„Sailfish“ klingt also wie eine vielversprechende Alternative für alle Nutzer, die Android, iOS, Windows Phone & Co. allesamt nichts abgewinnen können. Heute konnten man sich in Helsinki bei der Startup-Konferenz „Slush“ zum ersten Mal ansehen, welche Früchte die eineinhalbjährige Entwicklungsphase getragen hat. Die 1:14-minütige Demo zeigt unter anderem den Homescreen, der in der unteren Leiste über vier Icons für Telefonie, Messaging, Kamera und Browser verfügt. Vier kachelähnliche Fenster zeigen ähnlich Windows Phone die aktuellen Anwendungen.

Hier schon mal das Video:

Android-Emulator und viel Gewische

Das Android-Logo ist deshalb in der Demo zu sehen, weil Jolla einen Emulator in Sailfish eingebaut hat, der es ermöglicht, Android-Apps zu nutzen. Ein wichtiges Feature, so Jolla, ist Multitasking. So soll es mühelos und ohne Verzögerung möglich sein, zwischen den laufenden Programmen hin- und herzuwechseln. Mann kann außerdem viele Apps vom Homescreen aus steuern, wie z.B. einen Song anhalten oder ein Gespräch beenden, ohne die App zu öffnen, heißt es in der Pressemitteilung. Dazu soll eine hohe Personalisierung möglich sein.

In einem weiteren Video unterhält sich KICK Network mit einem Senior Designer von Jolla, der dabei Sailfish auf einem Smartphone erklärt. Wie bei MeeGo scheint auch Sailfish ohne Bedienung per Buttons auszukommen, alles geht übers „Wischen“. So kann man vom Lockscreen aus, der ansonsten Benachrichtigungssymbole auf der rechten Seite und eine Uhr zeigt, eine „Pulley“ genannte Bearbeitungs-Leiste herunterziehen. Innerhalb einer App kann man per „leichtem“ Ziehen am rechten Rand den Homescreen sehen, führt man die Geste vollständig bis zum linken Rand aus, wechselt man zum Homescreen. Außerdem sieht man in dem Video, wie man die Apps vom Homescreen aus direkt bedient und wie man einfach Bilder zu einer Art Theme für das OS macht („Ambiance“). Aber seht am besten selbst:

Nokia N9; Quelle: Nokia

NovaThor und DNA im Boot

In der Pressemitteilung heißt es weiter, das man ST-Ericsson gewinnen konnte, um Sailfish mit seinen NovaThor-Prozessoren auf Smartphones zum Laufen zu bekommen. Auch außerhalb von Smartphones, z.B. in Smart TVs und In-Car-Systemen könnte das OS seine Verwendung finden. Sailfish soll zudem dank seiner Offenheit Entwickler ermutigen, an eigenen Weiterentwicklungen zu arbeiten. Zunächst sollen Smartphones mit Sailfish in China angeboten werden, außerdem konnte man in Finnland den Betreiber DNA als ersten europäischen Partner gewinnen. Über mögliche Hersteller, die Sailfish-Geräte auf den Markt bringen könnten, ist aber noch nichts bekannt.

Alles in allem macht die Demo auf mich einen netten Eindruck, auch wenn Sailfish wohl keine OS-Revolution anzetteln wird. Eine interessante Alternative zu iOS & Co. ist es aufgrund der Offenheit aber allemalDaher hängt der Erfolg wohl sehr davon ab, welche Hersteller man überzeugen kann und ob diese dann schicke Sailfish-Geräte à la Nokia N9 bauen wollen.

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