Kinderfotos auf Facebook: Weshalb man davon lieber absehen sollte

Das solltet ihr beachten

Allgemein

Kinderfotos in öffentlich sozialen Netzwerken zu teilen ist heutzutage gang und gebe. Immer mehr Eltern posten Bilder ihrer Sprösslinge und sind sich dabei gar nicht bewusst, was das für Konsequenzen haben kann.

„Passt bloß auf, welche Bilder ihr im Internet postet!“ – das hören Kinder oft. Doch auch ihre Eltern sollten aufpassen, was sie da veröffentlichen. Eine Umfrage in den USA zeigte, dass die unter 17-jährigen von dem Geknippse ihrer Eltern genervt sind. Unabhängig davon gibt es jedoch weitere Gründe, das Teilen von Kinderfotos zu unterlassen.

Peinliche Bilder in sozialen Netzwerken

Denn die Polizei warnt vor dem ungefragten Einstellen von Bildern ins Internet. Auch, wenn die Eltern die Bilder heute total süß finden, könnten sie dem Abgebildeten in späteren Jahren sehr peinlich sein. Und wie wir alle bereits wissen, vergisst das Internet bekanntlich nie. So können sich sogar im schlimmsten Fall süße oder lustige Kinderfotos schnell verbreiten und von Tausenden Leuten gesehen werden. Die Kripo in Hagen startete daher einen Aufruf an diese Eltern: „Hören Sie bitte auf, Fotos Ihrer Kinder für jedermann sichtbar bei Facebook und Co zu posten!“. Auch pädophil veranlagte Menschen könnten die Bilder anderweitig nutzen und diese sogar an anderer Stelle posten und das dürfte wohl nicht im Interesse der Eltern liegen!

Kinderfotos auf Facebook und Co.

Kinderfotos auf Facebook: Privatsphäreneinstellungen prüfen

Kinderfotos sollten, wenn sie gepostet werden, zumindest nicht öffentlich sein. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass Kinderfotos nicht nur auf der eigenen Seite, sondern auch auf anderen auftauchen, wenn sie öffentlich gepostet werden, ist nicht gerade gering. Wenn nicht auf die Privatsphäreneinstellungen geachtet wird, ist es auch für Nicht-Freunde auf Facebook ganz einfach, die Bilder „einzusammeln“. Daher empfehlen wir Kinder- und Familienfotos nur für eine Gruppe von Leuten freizugeben. Für einzelne Bilder oder Alben kann man immer jeweils die Einstellungen anpassen. Sind sie dann nur „für Freunde“ oder sogar noch spezifische nur für gewisse Leute sichtbar, ist es für Außenstehende nicht mehr so einfach möglich, auf die Bilder zuzugreifen.

Kinderfotos auf sozialen Netzwerken: Recht am eigenen Bild

Vor einigen Monaten sorgte eine Mutter-Challenge für Aufsehen in Frankreich. Bei der Challenge forderten sich Eltern bei Facebook gegenseitig auf, Bilder von ihren Kindern zu posten. Über ein Schneeballsystem machte dies schnell die Runde. Daraufhin reagierte die Polizei in Frankreich auf diese Aktion mit Strafandrohungen. Demnach könnten Eltern, die Bilder ohne Zustimmung der darauf abgebildeten Kinder posten, auf bis zu 45.000 Euro Schadensersatz und 1 Jahr Gefängnis verklagt werden.
In Deutschland könnten Kinder ihre Eltern ebenfalls vor ein Familiengericht bringen, wenn sie ohne Zustimmung Bildmaterial veröffentlichen. Da jeder Recht am eigenen Bild hat und somit selbst entscheiden kann, was von ihm veröffentlicht werden darf, kann man jederzeit den Urheber eines Postings dazu auffordern, das Bild, auf dem man selbst zu sehen ist, aus dem Netz zu nehmen. Wenn die Person dieser Aufforderung nicht nachkommt, kann man sie vor Gericht dazu zwingen und eine Entschädigung verlangen. Allerdings dürften hierzulande geringere Strafen die Folge sein. Von bis zu 20.000 Euro ist hier in Deutschland die Rede. Jedoch sind in den meisten Fällen 5.000 Euro realistisch. Achtung: Auch wer nur bereits veröffentlichte Fotos bloß weiterleitet, kann ebenfalls verklagt werden.

Fazit: Kinderfotos auf Facebook

Wir raten euch dringend darauf zu achten, was ihr postet. Bitte bedenkt, dass die Bilder euren Liebsten irgendwann unangenehm sein könnten. Demnach lieber Finger weg von peinlichen und entwürdigenden Fotos. Achtet zudem auf eure Privatsphäreneinstellungen: In den meisten Fällen reicht es doch, wenn man die schönen Augenblicke nur mit den engsten Freunden und Familien teilt.

Artikelbild: „Unfair“ (CC BY 2.0) by  Runar Pedersen Holkestad 

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Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von   Nadin Almeida vor 1 Jahr, 3 Monate.

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