M: Facebook hilft Euch bald in allen Lebenslagen

Facebooks Antwort auf Siri, Google Now & Co.

Allgemein

“Nächste Woche hat mein Freund Geburtstag, was könnte ich ihm schenken?”- Siri und der Rest der Mannschaft wären mit dieser Frage heillos überfordert. Facebooks neueste Idee mit dem schlichten Namen ‘M’ aber soll Fragen dieser Art künftig zuverlässig beantworten können.

Schon in der von Facebook veröffentlichten Vorschau, wirbt das Unternehmen mit Fragen dieser Art. “I’m going to Chicago next week. I’m looking for a great burger. Where should I go?”, woraufhin ‘M’ antwortet: “People rave about Command Burger.”, den entsprechenden Link sendet und fragt: “Do you want me to make you a reservation?”. Sprich: ‘M’ antwortet nicht nur auf eine Frage, sondern hält die Konservation durch eigene Fragen weiter aufrecht.

Für Empfehlungen dieser Art (“People rave about Command Burger”) beruft ‘M’ sich logischerweise auf Facebook-Likes und entsprechende Erwähnungen innerhalb des sozialen Netzwerks. Auf diese und ähnliche Weisen verdient das Unternehmen übrigens Geld, denn ‘M’ soll häufig aufgrund solcher Belange gefragt werden, woraufhin es Vorschläge unterbreitet- und aufgrund der daraufhin stattfindenden Käufe einige Prozente vom Kaufpreis einbehält. Dadurch wird ‘M’ für den Nutzer vermutlich kostenlos sein.

M = Maschine? Naja, nur teilweise

Wer sich nun freudig der Frage widmen möchte, wie Facebook es schafft, ein Programm ins Leben zu rufen, welches so viel komplexere Fragen als Google Now und Siri beantworten kann, der wird durch die relativ einfache Antwort

Siri ist bei komplexeren Fragen mit ihrem Latein  schnell am Ende.

Siri ist bei komplexeren Fragen mit ihrem Latein schnell am Ende.

möglicherweise etwas enttäuscht sein. Bei Google Now & Co. sind ausschließlich Algorithmen für die Beantwortung der Fragen zuständig – Bei‘M’ zwar auch, aber nicht ausschließlich. Denn jedes Mal, wenn diese versagen und unpassende Antworten generieren würden, schaltet sich einer der von Facebook höchstpersönlich eingestellten Menschen ein und sorgt dementsprechend für die (hoffentlich) richtige und natürlich wirkende Antwort. Der Facebook-Nutzer am anderen Ende merkt natürlich nicht, ob sein Anliegen von einer Maschine oder einem Menschen bearbeitet wurde. Sinnvoll ist Facebooks Herangehensweise aber in jedem Fall: Denn die Künstliche Intelligenz, für die diese eine Anfrage noch zu komplex war, weshalb ein Mensch an ihrer Stelle antwortete, wird auf diese Weise trainiert, sodass sie nach und nach immer besser wird und gleichzeitig sichergestellt ist, dass jede Anfrage zuverlässig bearbeitet wird.

Doch apropos zuverlässig. Klar, Siri antwortet manchmal relativ wenig hilfreich mit einem lieblosen “Das ist das Resultat meiner Websuche:” und listet daraufhin die erstbesten Einträge der Suche via bing.com auf. Doch auch, wenn ‘M’ auf nahezu alles eine natürlich formulierte Antwort haben wird, sind Menschen natürlich nicht ansatzweise fehlerfrei. Der Mensch hinter ‘M’ bietet vielleicht an, bei ‘Command Burger’ einen Tisch zu reservieren. Doch wie wir alle nur zu gut wissen, kann diesem dabei leicht ein Fehler unterlaufen. Vielleicht reserviert er für den falschen Tag, die falsche Uhrzeit oder hinterlässt ausversehen eine falsche Rufnummer für Rückfragen.

Unterhaltungen ausschließlich via Textein- und ausgabe

Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten, kann mit ‘M’ nicht gesprochen werden- Und ‘M’ selbst kann- zumindest momentan- auch noch nicht sprechen. Im Prinzip chattet der Nutzer mit ‘M’ also genauso, wie mit seinen restlichen Kontakten auch.

M bsp

Mit ‚M‘ kann sich der Nutzer ausschließlich über Textein- und ausgabe unterhalten. Die Unterhaltungen sollen ungewöhnlich komplex verlaufen können. (Bild: Facebook)

Auch für nicht-Facebook-User

‚M‘ soll direkt über den Messenger genutzt werden. Facebook hat natürlich schon vorgesorgt: Seit des letzten Updates ist der Messenger auch ohne Facebook-Konto nutzbar. Damit wird ‘M’ auch für diejenigen attraktiv, die sich nicht bei Facebook registrieren möchten.

Die Schattenseite der Zuverlässigkeit: Fremde Menschen und Eure Daten

‘M’ soll also Aufgaben wie “Erweitere mein Amazon-Konto auf eine Prime-Mitgliedschaft!” problemlos bearbeiten können, was auf den ersten Blick natürlich super und vor allem wie eine Arbeitserleichterung ausschaut. Es bedeutet aber vor allem: Ihr gebt fremden Menschen, die irgendwo auf der Welt sitzen, Eure sensibelsten Daten. In diesem Fall würde ‘M’ bei obiger Anfrage in jedem Fall Eure Kontodaten, Eure Amazon-Daten, und, und, und benötigen oder aber einsehen können. Die Frage, die sich einem an diesem Punkt stellen sollte, lautet: Wer, um alles in der Welt, kann mir garantieren, dass die Menschen, die hinter ‘M’ sitzen und meine Anliegen bearbeiten, mit meinen Daten keinen Quatsch anstellen, sie nicht weitergeben und nicht auf meine Kosten shoppen gehen?

Momentan nur für eine kleine Nutzergruppe zugänglich

Der Facebook Messenger  ist für 700 Millionen Facebook-User Bestandteil ihres Alltags. Wenn man nun bedenkt, dass momentan noch für viele der Anfragen ein Mensch benötigt wird, ist klar, dass die weltweite Einführung noch etwas dauern wird. Derzeit wird die neue Software von einer überschaubaren Gruppe Facebook-Usern im Raum San Francisco getestet. David Marcus, Vice President of Messaging Products bei Facebook, verspricht aber, dass ‘M’ nun peu à peu auf weitere Nutzergruppen ausgeweitet werden soll.

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Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von   Kim Salisch vor 2 Jahre, 1 Monat.

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