Microsoft schnappt sich Nokia!

Microsoft

Nokia_Uebernahme

Quelle: Nokia

Nun also doch: Microsoft übernimmt die Handy-Sparte des angeschlagenen Konzerns. Kostenpunkt: 5.44 Milliarden Euro.

Nokia, da war doch mal was, Nokia…ach genau, die waren in Zeiten, als man SMS noch mit echten Tasten schrieb und Snake statt Angry Birds gezockt wurde, ja mal Marktführer auf dem Mobilfunkmarkt. Doch mit dem Siegeszug der Smartphones ging auch der langsame Untergang von Nokia mit einher.

Smartphone-Sparte ohne Chance

Vor allem in den 2010er-Jahren mussten die Finnen ordentlich einstecken. Hatte man z.B. im zweiten Quartal 2010 noch 24 Millionen Symbian- und MeeGo-Geräte unters Volk gebracht und damit einen Marktanteil von knapp 40% eingenommen, kam man in Q2/2013 auf lediglich 7,4 Millionen verkaufter (Nokia Lumia-)Smartphones – das entspricht einem verschwindend geringen Marktanteil von 3,10%. Längst bestimmen andere Firmen wie die Big Player Samsung und Apple, aber auch Konkurrenz aus China wie ZTE das Geschehen. Daran hat auch der Wechsel vom hauseigenen OS Symbian auf Windows Phone 8 mit Einführung der Lumia-Reihe nichts ändern können.

Das Lumia 1020 ist Nokias aktuelles Smartphone-Flaggschiff

Das Lumia 1020 ist Nokias aktuelles Smartphone-Flaggschiff

Gut, dass die „Feature Phones“ wie die Nokia Ashas wenigstens noch einigermaßen laufen, hier hat man im vergangenen Quartal mit 61,1 Millionen weltweit abgesetzter Geräte immerhin noch einen Anteil von 15,8% und damit erneut Platz 2 hinter Samsung (107 Millionen, 27,7%) erreicht. Doch auch hier hat man im Vergleich zum Vorjahresquartal einstecken müssen, als noch 83,7 Millionen Einheiten über den Ladentisch gingen (22,5% Marktanteil).

32.000 Mitarbeiter und Steve Elop wechseln

Stephen_Elop

Stephen Elop wechselt die Seiten

Keine Frage, die Mobilfunksparte von Nokia taumelt dem Abgrund seit geraumer Zeit entgegen, und jetzt zog man die Handbremse – wie aus einer hauseigenen Pressemeldung hervorgeht, verkauft man das Mobilfunkgeschäft für satte 5,44 Milliarden Dollar an Microsoft. Schon länger wurde über eine Übernahme durch den Konzern aus Redmond spekuliert, waren die beiden Firmen doch seit 2011 bereits strategischer Partner – Nokia war der Hauptanbieter von Smartphones mit Microsofts Betriebssystem Windows Phone.

Der Deal soll 2014 endgültig über die Bühne gehen, vorher sollen noch Nokias Aktionäre dem Verkauf bei einer außerordentlichen Versammlung am 19.11. zustimmen und es müssen rechtliche Angelegenheiten geklärt werden. Die 5,44 Milliarden teilen sich in 3,79 Milliarden Euro für die Sparte mit Mobilfunk-Geräten und -Diensten und 1,65 Milliarden Euro für Patentlizenzen auf. Mit der Übernahme wechseln auch 32.000 Mitarbeiter die Fronten. Außerdem tritt Steve Elop als Nokia-CEO zurück, um künftig als „Executive Vice President“ in der Geräte & Dienste-Abteilung von Microsoft tätig zu sein.

An der Börse kam die Übernahme übrigens bestens an: im Moment liegt die Nokia-Aktie bei fast +40% im Vergleich zum Vortag. Zuletzt hatte sie vor anderthalb Jahren bei diesem Niveau gelegen. Nokia will künftig sich nur mehr um die HERE-Kartenanwendungen und das Netzwerk-Geschäft kümmern.

Was bedeutet das für Microsoft?

Für Microsoft will mit dem Deal im Mobilfunk-Geschäft nun richtig angreifen und versuchen, die großen Konkurrenten Samsung, Google und Apple herauszufordern. Der Schritt ist nachvollziehbar, schließlich gehen die Verkäufe von Windows-PCs seit geraumer Zeit stetig zurück und auch mit den hauseigenen Surface-Tablets hat man bisher auch nicht die gewünschten Erfolge erzielen können – was beides mitunter auch an den in meinen Augen oft zu Unrecht kritisierten Windows 8 und Windows RT liegt.

Es bleibt abzuwarten, ob man es in Redmond mit der Manpower und dem Wissen aus Finnland schafft, eine (dritte) Macht auf dem Mobilfunkmarkt zu werden. Mit der Übernahme und damit der Möglichkeit, Hardware und Software noch besser aufeinander abzustimmen, ist ein erster Schritt in diese Richtung aber getan.

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