Vodafone, Telefónica Deutschland und Telekom machen ausnahmsweise mal sich nicht das Leben gegenseitig schwer, sondern gründen eine gemeinsame Firma. Bei “Mpass” geht es ums Bezahlen mit dem Handy, das nach Plänen der Partner zum Papier- und Kleingeld- sowie Kreditkartenersatz werden soll.
Die klobige Geldbörse mit Kleingeld satt? Keine Lust mehr an der Kasse im Supermarkt sich die Beine in den Bauch zu
stehen? Wenn es nach den großen Netzbetreibern in Deutschland geht, naht die Rettung durch deren Gründung von “Mpass”. Michiel van Eldik von Telefónica Deutschland glaubt, “dass Kunden bereits im nächsten Jahr ihre Kreditkarte zu Hause lassen und stattdessen auf die Bezahlung mit dem Handy umstellen”. Noch dieses Jahr soll deshalb das Unternehmen starten, das aus einer Initiative der drei Netzbetreiber hervorgeht, die ebenfalls “Mpass” heißt. Ziel der Initiative war die Entwicklung eines einheitlichen Bezahlsystems. Dieses ist inzwischen schon online für Kunden der Netzbetreiber als Zahlungsmethode nutzbar. Mit der Unternehmensgründung soll der Standard nun schon 2012 auch im Einzelhandel eingeführt werden. Die Bezahlung funktioniert, indem man das Smartphone an spezielle Lesegeräte hält und die Buchung bestätigt, die Abbuchung soll wie bei der EC-Karte per Lastschrift über das Girokonto erfolgen. Auch soll man nach Plänen von Mpass künftig mit dem Handy Bonuspunkte sammeln und Gutscheine einlösen können.
Jetzt gilt es für das Unternehmen, die Supermarkt- und Restaurantketten von dem Zahlungsstandard zu überzeugen und fürs Marketing zu gewinnen. Schließlich müssen wie bei der Kreditkarte die Händler die Gebühren der Zahlungsabwicklung übernehmen.
NFC: Geringe Verbreitung, wenig Akzeptanz
Noch ist die Zahl der Geräte, die mit dem Near Fields Communication-Standard für den bargeldloses Zahlen mit dem Handy ausgestattet sind, überschaubar. In Deutschland hat einzig das Nexus S von Google und Samsung die Technologie an Bord. Daher wollen die Hersteller ihre Geräte einfach mit dem NFC-Chip nachrüsten, in Form eines simplen Aufklebers z.B. auf die Innenseite des Rückdeckels. Fraglich natürlich, wie das bei Smartphones mit fest verbauten Akkus wie dem iPhone funktionieren soll. Erste Modellversuche sollen dennoch laut Telekom bereits im vierten Quartal dieses Jahres starten.
Doch nicht nur bei den Smartphones, auch bei den entsprechenden Empfangsgeräten für NFC-Bezahlung muss noch viel geschehen. Die Registrierkassen hierzulande werden dafür nach Angaben der Telekom von den Dienstleistern wie Telecash versorgt, die auch die EC-Karten-Lesegeräte herstellen. Auch andere Firmen wie Samsung und Google sind in den NFC-Markt eingestiegen, Google arbeitet dabei mit Mastercard und Citigroup, Samsung mit Visa zusammen. Allerdings sind Händler
noch skeptisch: Google hat es laut WeltOnline noch nicht geschafft, einen einzigen Einzelhändler in Kalifornien von der Zahlmethode zu überzeugen, auch die Ketten springen darauf noch nicht so wirklich an. Hierzulande sieht man NFC ebenfalls noch misstrauisch: Die PR-Agentur FaktenKontor hat im März dieses Jahres eine Studie vorgelegt, nach der 70% der Deutschen das Bezahlen mit dem Handy für unsicher halten und Datenmissbrauch fürchten. Kein Wunder, wie ich finde, wird doch ein Handydiebstahl praktisch gleichbedeutend mit dem Verlust der ganzen Geldbörse. Modelle, durch PIN-SMS die Sicherheit zu erhöhen, machen das vermeintliche Ende der Warteschlangen an der Kasse wiederum unwahrscheinlich. Immerhin wird durch die Zahlungsweise vermieden, dass die Händler Kreditkarteninfos oder Kontodaten der Nutzer erhalten. Die Kontodaten bleiben beim Mobilfunkanbieter, die Händler erhalten lediglich eine Transaktionsnummer.
Trotz allem scheint die Zukunft für Mpass & Co rosig zu werden: So geht Marktforschungsinstitut Gartner davon aus, dass im Jahr 2014 NFC-Transaktionen über 245 Milliarden Dollar abgewickelt werden.
Samsung Google Nexus S
Handy-Preis ohne Vertrag in unserem Handyshop- Das erste Handy mit Google Android 2.3 (Gingerbread) Betriebssystem
- 1 GHz Hummingbird Prozessor
- 1,5-fach helleres Super-Clear-LCD-Display
- WLAN-Hotspot für bis zu 6 Geräte
Details
Allgemein



















Klingt interessant. Ich denke, wenn sich das durchsetzt, würde ich es auch nutzen. Könnte aber wahrscheinlich schwierig werden, wenn die Einzelhändler nicht mitziehen wollen…wäre schade, wenn innovativen Ideen so ein Riegel vorgeschoben wird.