Nokia X(+): Android in Ketten

AOSP

Nokia_XStell dir vor, du hast Android auf deinem Smartphone, aber kannst keine Google Play Apps runterladen. Das geht mit den neuen Smartphone Nokia X und Nokia X+.

Es war die Traumvorstellung von so manchem Smartphone-User. Als die ersten Gerüchte über ein Android-Gerät von Nokia die Runde machten, hatten einige ein elegantes Lumia mit tollen Kamera-Funktionen, ClearBlack-Display und dem beliebtesten aller Betriebssysteme in vollem Umfang vor den Augen.

Allmählich gab es dann die ersten Leak-Bilder, die ein recht angepasstes Android zeigten, die eher an Windows Phone erinnert, aber warum nicht, könnte man meinen, ein bisschen Abwechslung ist sicher nicht verkehrt. Als dann bekannt wurde, dass man sich mit dem „Nokia X“ vor allem an Schwellenländer richten möchte, war die Vorfreude aber bei vielen schon fast wieder dahin. Und was Executive Vice President Stephen Elop dann letztlich auftischte, war für viele dann sowas wie ein schlechter Witz.

Ausstattung aus 2012

Wenn man etwas positives über das Nokia X und seine Schwestermodelle Nokia X+ und Nokia XL (auf letzteres möchte ich gar nicht weiter eingehen) sagen kann, dann kann man vielleicht den Preis (89-109€), die Dual-SIM-Funktionalität und die MicroSD-Speichererweiterung nennen, das war es dann aber auch.

Aber von vorne. Das Nokia X wie das Nokia X+ besitzen jeweils ein 4-Zoll-IPS-Display, das mit 800 x 480 Pixeln (233,2 ppi) auflöst. Der Dual-Core-Prozessor des Typs Qualcomm Snapdragon S4 Play taktet mit 1 GHz pro Kern und wird von einem Arbeitsspeicher von 512 MB Größe unterstützt – beim X+ sind immerhin 768 MB RAM verbaut. Dazu gibt’s noch hüben wie drüben einen 4 GB kleinen internen Speicher, eine 3-Megapixel-Kamera ohne Blitz und ein 1.500 mAh-Akku – willkommen in der Einsteigerklasse aus dem Jahr 2012.

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Wie eine Pralinenschachtel ohne Inhalt

Sind die technischen Daten der 128 Gramm schweren und 10,4mm dicken Plastikwürfel schon keine Offenbarung, geht das Trauerspiel beim Betriebssystem weiter. So ist Android in der Version 4.1.2 Jelly Bean an Bord, allerdings in einer beschnittenen Variante, die vom Android Open Source Projekt (AOSP) ausgeht. Wer sich also Google-Dienste à la Google Play oder YouTube erwartet, muss in die Röhre kucken. Weshalb man nicht gleich das Asha Series 40 OS oder Windows Phone genommen hat, frage ich mich dann schon.

Immerhin haben die Smartphones Skype und Nokias Here Maps sowie Microsofts OneDrive an Bord, weitere Apps kann man aus dem Nokia Store ziehen. Hier hat Microsoft, Nokias bisher exklusiver Partner, wohl sein Tribut gefordert um Google von den X-Phones fernzuhalten, so gut es geht.

Genauer Marktstart unklar

Der Start des Nokia X und des Nokia X+ soll zunächst in Schwellenländern, anschließend aber auf der ganzen Welt erscheinen – ich gehe mal davon aus, das heißt auch in Deutschland, nur wann, steht eben noch in den Sternen.

Hier noch ein deutschsprachiges Hands-On von TechHive, damit ihr euch noch selbst ein Bild von dem Gerät machen könnt.

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