O2 und E-Plus-Fusion [Update]

Was man alles wissen muss zur Fusion

Allgemein

Schon seit längerem ist bekannt, dass O2 den Konkurrenten E-Plus abgekauft hat. Die Fusion von 2 Mobilfunkanbietern hat erhebliche Folgen für Kunden und die Konkurrenz. Wir erläutern alle wichtigen Infos und klären auf.

27687098,27805829,highRes,Mobile-GrafikLange galt O2 und E-Plus als der dritte und vierte Platz in Sachen Mobilfunk in Deutschland. Im Vergleich zur Telekom und Vodafone hinkte man in Sachen Netz-Ausbau und Qualität hinterher. Um diesen Schritt entgegenzuwirken, beschloss O2/Telefónica E-Plus zu kaufen, um beide Anbieter zu fusionieren. Dieser Deal kostete Telefónica insgesamt 8,1 Milliarden Euro, der sich aber lohnen sollte. Mit der Fusion hat man sich von den dritten auf den ersten Platz torpediert, da man mit 44,35 Mio. Kunden vor Telekom (38,63 Mio. Kunden) und Vodafone (32,25 Mio. Kunden) lag.

Aber nicht nur in Sachen Kundenanzahl will man führen, sondern die Qualität des Netzes soll sich durch den Zusammenschluss  auch verbessern, sowie das LTE-Netz. Viele Kunden fragen sich auch, was sich für sie persönlich ändert. Einige positive Entwicklungen sind jetzt schon eingetreten:

UMTS-Roaming für O2 und E-Plus Kunden

Der erste Schritt ist schon getan. Man legt die UMTS-Netze beider Anbieter zusammen, nachdem man eine Testphase am Anfang des Jahres erfolgreich beendete. Ab Anfang April ist es für Kunden beider Anbieter möglich, das UMTS-Netz des anderen Anbieters  zu nutzen. Dies erkennt man beispielsweise an einem (+)-Zeichen neben den Anbieter, also o2.de+ oder Base+. Um sich stets im besseren Netz von beiden Anbietern zu befinden, muss laut Telefonica eigenständig nichts gemacht werden. Die Freischaltung für das National Roaming wird vom Mobilfunkanbieter selbst durchgeführt. Falls man das Gefühl hat, nicht auch im Netz des anderen Anbieters zu sein, wird geraten das Gerät einmal Neuzustarten. Somit hat man es geschafft, in ländlichen Gebieten für eine höhere Deckung und auch in Städten für eine dichtere UMTS-Infrastruktur zu sorgen. Dieser Vorteil ist nicht nur auf O2 oder E-Plus-Kunden beschränkt, sondern gilt auch für andere Anbieter, die dieses Netz nutzen, wie Blau.de, simyo oder Netzclub. Aufpassen sollte man jedoch wenn man sich in der Nähe zur Grenze befindet. Hier könnten zusätzliche Kosten durch die Auswahl eines ausländischen Netzes entstehen. Manche Smartphones warnen vor Roaming. Diese sollte nur ernstgenommen werden, wenn man sich in der Nähe der Grenze befindet. Ansonten kann man beruhigt beide Netze ohne Aufpreis nutzen. Der nächste sinnvolle Schritt nach der Zusammenlegung der UMTS-Netze ist das aktuell schnelle LTE-Netz:

LTE-Ausbau beschleunigt sich

In Sachen LTE-Netz und der damit verbundene Ausbau, hinkten sowohl O2 als auch E-Plus lange hinter Vodafone und Telekom hinterher. Nach der Zusammenlegung der UMTS-Netze, ist für die kommenden Monaten auch die Zusammenlegung beider LTE-Netze, sowie der Ausbau geplant. Messungen vor einem halben Jahr zeigen, dass Vodafone aktuell eine Abdeckung von 75.5 %, Telekom 68,7 % erreicht, während O2 auf Platz 3 mit 57.9 % kommt und das Schlusslicht von E-Plus mit 27,6 % gebildet wird. In Sachen LTE-Schnelligkeit hat jedoch Telekom die Nase vorn, da sie schon auf den LTE-Standard Cat 4 setzen. Durch die Fusion von E-Plus und O2 wird aber nicht automatisch eine Abdeckung von knapp 80% erreicht, man liegt Schätzungen zufolge, eher bei 70-75 %. Dieser Wert soll laut Telefónica jedoch Ende 2016 auf 90 % anwachsen. Man profitiert in dichter besiedelten Gebieten von den E-Plus Masten und wird wahrscheinlich eigene Masten abbauen, da man bei E-Plus von Anfang an auf schnelleres LTE setzte.

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Chip Netztest: LTE im Test (www.chip.de)

Im LTE-Ausbau steht O2 jedoch nicht alleine da. Durch die Fusion bildete sich aufgrund von Auflagen der EU-Kommission ein vierter Anbieter: Drillisch. Dieser hat die Möglichkeit 20 % an Netzkapazität von Telefónica zu übernehmen, sowie an die 600 Shops. Durch diese Beteligung am O2-Netz wird Drillisch auch finanziell den LTE-Ausbau unterstützen müssen. Für dieses Jahr zahlte man erstmal 150 Millionen Euro an Telefónica um vom schnellen LTE-Netz zu profitieren. Insgesamt sollen sich die Kosten für die Netznutzung bis zum Jahr 2020 auf einen „mittleren bis hohen dreistelligen Millionenbetrag“ belaufen. Dieses Geld gemeinsam mit den Einsparungen aus der Fusion, wird schon bald O2 auf das gleiche Niveau wie Telekom und Vodafone bringen, wenn nicht sogar überholen.

Welche Marken bleiben noch übrig?

markencollage1Das durch die Fusion nicht alle Marken beider Gruppen bestehen bleiben, war von vornherein klar. Wie man weiß ist das Zugpferd von E-Plus die Marke „Base“ gewesen. Dieser soll, mit der Marke E-Plus komplett vom Markt verschwinden. Neben dieser Marke, gibt es aber auch einige Billiganbieter und Discounter die wahrscheinlich genauso verschwinden oder verschmolzen werden. Bekannte Vertreter sind hier Simyo und Blau. Beide Anbieter sollen in Zukunft verschmolzen werden und gemeinsam agieren. Welcher Name dabei aber behalten wird, ist noch unklar. Für die Marke Fonic sieht es aber gut aus, da man weiterhin wie gewohnt agieren wird.

Wie entwickeln sich die Preise?

Telekom und Vodafone gehörten zu den teureren Anbietern bis jetzt, während O2 sich im Mittelfeld platzierte. Druck bekamen die drei Anbieter von E-Plus mit etlichen Discountmarken. Durch die Fusion denkt man sich, dass dieser Druck eventuell wegfällt, da O2 jetzt quasi E-Plus „unter Kontrolle“ hat. Vergessen dürfen wir aber nicht den vierten Anbieter: Drillisch. Dieser wird als virtueller Netzbetreiber in der Lage sein, Verträge im O2-Netz anzubieten und baut Kapazitäten aus, um sich höher zu torpedieren. Als Marke übernimmt man den bekannten Discounter „Yourfone“ und auch bis zu 301 ehemalige O2 und Base-Shops, sodass man auch in Fußgängerzonen und Einkaufzentren den Kunden ihre Dienste anbietet. Man verfolgt auch die Strategie LTE-Verträge anzubieten, die monatlich kündbar sind, sodass die Kunden einfach ohne Risiko den Anbieter testen kann. Ob diese Strategie in der Zukunft erfolgreich sein wird, ist noch ungewiss. Sicher ist aber, dass die Anbieter die Preise nicht wirklich steigern werden können, es wird eher das Gegenteil der Fall sein.

Telefónica Deutschland macht weiterhin Verluste

Seit der Übernahme von E-Plus durch O2/Telefónica kam es in den ersten Monaten nicht zu einem Gewinn beim fusionierten Mobilfunkanbieter. Nach dem im letzten Quartal schon 176 Millionen Euro durch Umbaukosten abgeschrieben wurden, stieg dieser Betrag auf 378 Millionen Euro. Jedoch sind dies Kosten, welche anfangs anfallen und nicht von langer Dauer. In Zukunft soll durch den Verkauf von Sendemasten zusätzlich Geld in die Kassen gespült werden. Auch stieg der Umsatz von Telefónica Deutschland um 2,9 % auf insgesamt 1,90 Milliarden Euro. Dies ist zurückzuführen auf ein erhöhtes Interesse an Tarifen mit mobilem Internet, sowie sinkende Ausgaben für Neukundenwerbung und Verkauf von Smartphones (mit weniger Subventionen). Diese Zahlen kommentiert Konzernchef Throsten Dirks mit den folgenden Worten: „Wir sind zum Jahresauftakt gut aus den Startblöcken gekommen“.

Es ist zu erwarten, dass O2/E-Plus zum Ende des Jahres nicht nur mit einem gesteigerten Umsatz, sondern auch mit einem deutlichen Gewinn das Jahr 2015 beenden wird. Nach der Ankündigung des Konzernchefs gewann die Aktie von Telef0nica Deutschland fast 3 Prozent an Wert.

[Update]: O2 wird zur einheitlichen Shop-Marke

Heute hat Telefónica einen weiteren wichtigen Punkt angekündigt, welche die bisherigen BASE-Shops betrifft. Es wird erwartet, dass bis zum Ende des Jahres der Wandel abgeschlossen sein wird und keine BASE-Shops mehr vorhanden sein werden.

Telefónica will die Eingliederung von E-Plus komplett abschließen. Dafür sollen auch die bestehenden Shops mit der Marke BASE in O2-Shops umgewandelt werden. Dieser Prozess soll innerhalb von 6 Monaten abgeschlossen werden. Für potentielle BASE-Kunden ist es immer noch möglich in diesen Shops BASE-Verträge abzuschließen. Auch nach der Umwandlung wird es möglich sein Vertragsverlängerungen und andere Angelegenheiten in den O2-Shops durchzuführen. O2 plant mit diesem Schritt aber nicht die komplette Auflösung der Marke BASE. Diese soll in Zukunft einen größeren Platz in der online Vermaktung einnehmen.

[Update]: O2 und E-Plus vereinen das LTE-Netz im Jahr 2016

Laut Telefónica soll im Jahr 2016 die Zusammenführung aller Netze von O2 und E-Plus vollzogen werden. Dabei sind nicht nur die UMTS- und GSM-Netze gemeint, sondern auch die für schnelle Datenverbindungen wichtigen LTE-Netze. Als Zeitraum gibt man für die Zusammenlegung der LTE-Netze Mitte 2016 an, was dann wahrscheinlich heißt, dass zum Ende des Jahres der Prozess komplett abgeschlossen sein wird. Für die Kunden sind das erfreuliche Nachrichten, da somit eine bessere Abdeckung gewährleistet wird. Hier muss O2 deutlich nachlegen, da Telekom und auch Vodafone deutlich bessere Abdeckungen auf bundesweiter Ebene erreichen.

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[Update] Base und E-Plus-Kunden werden zu O2-Kunden

Die Fusion der zwei großen Telekommunikationsanbieter macht einen weiteren Schritt nach vorne. Nach der Vereinigung des UMTS-Netzes und der kommenden Fusion des LTE-Netzes, sind diesmal die Kunden betroffen.

Telefónica will mit diesem Schritt die „Vereinfachung von Strikturen und Prozessen“ durchführen. Dabei wird die Marke Base als reine Online-Marke weiterhin Bestand haben und auch das Online-Portal wird beibehalten, wobei Aktionsangebote auf Basis der O2-Blue-Tarife angeboten werden. Für die Kunden heißt es, dass die gleiche Leistungen und Preise bestehen, jedoch unter einen anderen Namen laufen werden.

Als zusätzliche Vorteile werden von Telefónica die dazukommenden O2-Leistungen genannt, wie z.B. die O2-Gurus (Experten) und das Kundenbonusprogramm O2 More, welches verschiedene Aktionen im Angebot hat. Ebenso wurde bestätigt, dass man ab Mitte des Jahres auch das schnellere LTE-Netz von O2 beanspruchen wird.

Netzinterne Gespräche ab jetzt zwischen O2 und E-Plus verfügbar

Im folgenden Artikel haben wir diesen Punkt nochmal aufgegriffen.

[Update] Einheitliches National Roaming über GSM und UMTS für Deutschland

O2 steht kurz vor dem Abschluss der Fusion und bringt einen weiteren Etappensieg ein. Dabei wurde das National Roaming über UMTS eingeführt, was zu einem einheitlichen GSM-Netz geführt hat. Dies geschah stufenweise zuerst für Süddeutschland, dann für den Norden und Osten Deutschlands, wobei der Westen als letztes Gebiet freigeschaltet wurde. Was für Folgen hat das? Kunden von O2 und E-Plus profitieren von einem verbesserten Empfang, was sich in ländlichen Gegenden stärker zeigen wird, als in Ballungsgebieten. Auch andere Marken, die das o2/E-Plus-Netz nutzen profitieren von der Fusion. Als nächster Schritt folgt nun im Juli das Zusammenlegen des LTE-Netzes, was letztendlich die Fusion abschließen wird.

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert, um alle wichtigen Infos zur E-Plus/O2-Fusion in einem Artikel zu bündeln.

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Dieses Thema enthält -1 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von   Rifat Göktas vor 2 Jahre, 7 Monate.

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