Online-Verträge dürfen online gekündigt werden

Wir erklären die Details

Presse

Das dürfte ein harter Schlag für viele Online-Dienste sein: Wer Verträge ausschließlich online abschließen lässt muss künftig auch Kündigungen per E-Mail akzeptieren.

Sicherlich hat der eine oder andere von euch bereits digitale Abonnements, Zeitschriften-Abos, Mobilfunkverträge oder auch Dating-Portale mit einer Online-Anmeldung kostenpflichtig genutzt. Bisher konnten sich die jeweiligen Anbieter darauf berufen, dass die entsprechend mit Nutzern ausschließlich online abgeschlossenen Verträge nur schriftlich auf dem postalischen Weg gekündigt werden können.

Eine neue Verbraucherschutzregelung macht möglich, was schon lange überfällig ist: Online abgeschlossene Verträge dürfen ab dem 1. Oktober 2016 auch online gekündigt werden – eine Mail genügt. Dies dürfte vor allem eben jenen Anbietern Probleme bereiten, die sich in rechtlichen Grauzonen aufhalten. Dazu gehören beispielsweise Dating-Webseiten, die schon seit geraumer Zeit mit Fake-Nachrichten Nutzern zu kostenpflichtigen Probe-Abonnements ködern, die nach einer kurzen Probezeit allerdings zu kostspieligen Dauer-Abos werden. Selbst wenn der Nutzer bis dato per Mail gekündigt hat, waren die jeweiligen Anbieter nicht dazu gezwungen, diese anzunehmen. Dies nutzen viele Portale für sich und ignorieren solche Mails einfach – informieren ihre Nutzer aber meist auch erst nach mehreren Monaten über die entstandenen Kosten. Selbst gefaxte Dokumente mussten nicht angenommen werden – was allerdings auch so bleiben dürfte.

Online abgeschlossene Verträge online kündigen: So gehts ab dem 1. Oktober 2016

Die Regelung betrifft alle ab dem 1. Oktober abgeschlossenen Verträge – auch beispielsweise Mobilfunkverträge. Allerdings muss der Vertrag ausschließlich online zustande gekommen sein und: Rückwirkend müssen Anbieter ihre Kunden nicht darauf aufmerksam machen. Wenn ab dem 1. Oktober 2016 beispielsweise für einen Mobilfunkvertrag ein Schriftstück mit Unterschrift per Post gefordert wird, muss weiterhin auf dem postalischen Wege gekündigt werden. Für alle anderen Verträge, die nur online abgeschlossen werden gilt: Mail mit eindeutiger Kündigungsabsicht und mit Absendernamen am Ende der Mail. Das war’s.

Was ist eigentlich mit den AGB?

Auch, wenn Anbieter in den AGB oder beim Abschluss von ausschließlich online zustande gekommenen Verträgen eine postalische Kündigung geltend machen möchten, geht dies selbstverständlich nicht: Geltendes Recht tritt immer in Kraft, auch wenn in den allgemeinen Geschäftsbedingungen etwas anderes zu lesen ist. So können sich Verträge nur zum Guten des Verbrauchers verbessern, allerdings nie verschlechtern.

via teltarif

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Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von   Martin Malischek vor 1 Jahr.

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