Qualitätsmängel bei HTC-, Sony- und Nokia-Smartphones: Der Fluch des Konkurrenzdrucks

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Abblätternde Beschichtung beim One S; Quelle: XDA Developers Forum

Lackschäden beim HTC One S, gelber Farbstich bei Xperia S-Displays, Verbindungsfehler beim Nokia Lumia 900 – in letzter Zeit häufen sich Berichte über Probleme bei aktuellen Top-Smartphones. Auch wenn Lösungen parat stehen: was ist los mit den ambitionierten Herstellern?

Sony, HTC und Nokia sind drei Smartphone-Hersteller, die mit Strategiewechseln wie neuem Design (u.a., Sony), Konzentration auf wenige, hochwertige Produkte (HTC) oder Wechsel des Betriebssystems (Nokia) an der Vorherrschaft von Samsung und Apple rütteln wollen. Entsprechend groß sind die Hoffnungen, dass ihre aktuellen Top-Produkte einschlagen, zumal sich die ersten Tests des Sony Xperia S, der Nokia Lumias und der One-Serie von HTC größtenteils positiv ausfielen. Doch irgendwie scheint ein Fluch auf den besagten Herstellern zu liegen, denn jedes der neuen Smartphones hat mit mehr oder minder schweren Problemen zu kämpfen. Zunächst eine Übersicht der Mängel:

Fall HTC: Beschichtung löst sich beim One S, ruckelnde Spiele beim One X

Quelle: Android-Hilfe.de

Das HTC One S ist eigentlich eines der rundesten Smartphones auf dem Markt – wären da nicht die Berichte über Verarbeitungsprobleme, und das auch noch bei der aufwändig im „Micro Arc Oxidation“-Plasmakeramikverfahren hergestellten und eigentlich besonders resistenten Beschichtung der schwarzen Variante. So beschwerten sich Nutzer im XDA-Developer-Forumdarüber, dass nach wenigen Wochen sich die Oxidationsschicht an den Rändern des Geräts abgelöst hätte und das darunter liegende silberne Aluminium sichtbar würde. Entsprechende Fotos belegen das Problem. HTC hat die Beschwerden angenommen und rät, die betroffenen Geräte umzutauschen. Zudem verspricht der Hersteller, bei künftigen Geräten das Herstellungsverfahren so zu ändern, dass derartige Fehler künftig beim One S nicht mehr

Auch das One X hat ne (kleine) Macke; Quelle: HTC

auftauchen.

Doch nicht nur das One S, auch der große Tegra 3-Bruder One X  hat seine Problemchen. So laufen einige Spiele aus der Tegra Zone nicht flüssig. Chip.de konnte das Ruckeln beispielsweise bei „Zen Pinball THD“ feststellen. Nvidia reagierte recht flott auf die Berichte und erklärte, dass die Spiele auf Tegra 3-Tablets und Tegra 2-Smartphones sehr wohl ruckelfrei spielbar sind. Auf dem HTC sind es aber nur eine Handvoll Spiele, die ohne Patzer laufen, was zeigt, dass das One X noch nicht auf alle Tegra-Games perfekt abgestimmt ist. Jetzt versucht Nvidia mit HTC und den Spieleentwicklern gemeinsam das Problem zu lösen. Mit einem Firmware-Update sollen die Ruckler dann beseitigt werden.

Fall Sony: Xperia S mit Gelbstich im Display bei Hitze

Quelle: Sony

Wie bei den HTC Smartphones wurde auch das Sonys neues Flaggschiff in den ersten Tests hoch gelobt, in unserem direkten Vergleich des Xperia S mit dem One X unterlag es nur knapp. Leider ist das Highend-Gerät ebenfalls nicht ohne Mängel. So berichteten Nutzer von einem Gelbstich im Display, der bei hohen Temperaturen um die 40° Celsius deutlich wird. Zwar sind solche Temperaturen bei uns doch äußerst selten, aber dennoch sollte der Fehler, der das gesamte Display betrifft, natürlich nicht auftauchen. Sony bietet deshalb betroffenen Kunden einen kostenlosen Umtausch an und betonte in seiner Stellungnahme, dass das Problem nur bei vereinzelten Geräten auftrete.

Fall Nokia: Lumia 800 mit schwachem Akku, Lumia 900 ohne Internet

Hübsch, aber anfangs wenig ausdauernd: Das Nokia Lumia 800

Schon etwas länger liegt die Veröffentlichung des Windows-Phone-Geräts Nokia Lumia 800 zurück, das unter anderem mit seinem schönen Design punktet. Weniger aber mit seinem Akku, denn hier klagten Nutzer schnell vermehrt über miese Laufzeiten, woraufhin Nokia bereits mehrere Updates auslieferte. Der Rollout der vergangenen, dritten Aktualisierung, der die endgültige Lösung bringen soll, startete Ende März und soll Nutzer weltweit über vier Wochen nach und nach mit der neuen Version versorgen.

Der große Bruder Lumia 900 soll auch bald zu uns kommen und Käufer anlocken, die ein großes Display bevorzugen (4,3 Zoll). In den USA ist das Gerät bereits seit kurzem erhältlich, doch schon wenige Tage nach dem Marktstart musste Nokia einen Softwarefehler zugeben: In einigen frühen Versionen des Geräts kann ein Speichermanagement-Problem dazu führen, dass das Gerät sich nicht mit dem Internet verbinden kann. Ein Update ist bereits verfügbar, welches den Mangel beseitigt. Betroffene Nutzer können das Smartphone aber auch kostenlos umtauschen. Dazu gibt’s noch eine äußerst spendable Entschädigung der Finnen: Alle Kunden, die das Smartphone mit einem AT&T-Vertrag gekauft haben, eine 100-Dollar-Gutschrift – unabhängig davon, ob der Fehler bei ihnen auftritt oder nicht. Und wer das Gerät bis zum 21. April kauft, erhält das Smartphone bei AT&T statt für 99 US-Dollar jetzt umsonst.

Mangelnde Kontrollen?

So schnell oder umfassend die Hersteller auf die Mängel ihrer Top-Smartphones reagieren, es ändert nichts an der Tatsache, dass solche Fehler eigentlich nicht passieren sollten. Denn als Kunde muss man erwarten können, dass vor dem Release aufwändige und intensive Qualitätskontrollen durchgeführt werden – schließlich handelt es sich hier um Geräte im Wert von jeweils um die 500 € (UVP). Was also erklärt das Phänomen der fehlerhaften Sony- und vor allem HTC One- und Nokia Lumia-Smartphones kurz nach der Einführung?

Nun, wie ich am Anfang erwähnte, wollen alle drei Hersteller ganz oben mitspielen auf dem Smartphone-Markt, und da ist es natürlich von

Kämpft mit Verbindungsproblemen: Das Nokia Lumia 900; Quelle: Nokia

entscheidender Bedeutung, seine Highend-Geräte mit der aktuellsten Top-Technik möglichst früh und vor der Konkurrenz herauszubringen. Die One-Smartphones sind, abgesehen vom Samsung Galaxy Nexus, z.B. die ersten mit Android 4.0 ab Werk. Hätte man mit der Einführung noch einige Wochen gewartet, hätte womöglich ein anderer

Hersteller wie Samsung mit dem Galaxy S3 das Rennen gemacht. Sony schaffte es mit dem Xperia S als erstes, ein HD-Display in einem 4,3 Zoll-Smartphone zu verbauen. Und Nokia sah sich nach den katastrophalen Verkaufszahlen im letzten Jahr gezwungen, mit den Lumias seine Verkäufte schnell wieder anzukurbeln.

Da bleibt möglicherweise eben doch keine Zeit für monatelange Tests und Kontrollen, mit welchen sich derartige Fehler bei den Smartphones vermeiden lassen könnten. Ob das aber der richtige Weg ist, wage ich zu bezweifeln. Letztlich schaden die Berichte über Mängel, insbesondere wenn sie bei verschiedenen Modellen einer Serie (Nokia Lumia, HTC One) aufkommen, dem Image der Hersteller und könnten Kunden abschrecken, die keine Lust auf Umtauschen oder mehrmaliges Updaten haben.

Bei HTC, Sony und Nokia sorgen aber nicht nur die Smartphone-Probleme für Sorgenfalten. Denn auch wirtschaftlich läuft es bei den Herstellern derzeit alles andere als rund: Sony macht 4,9 Milliarden Verlust und streicht 10.000 Stellen, HTC 70% weniger Gewinn als im Vorjahresquartal und Nokia musste eine Gewinnwarnung herausgeben, worauf die Aktie zeitweise um 18% einbrach.

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