Samsung Galaxy S3: Die Hype-Falle

Allgemein

Quelle: Samsung

Einen Tag nach der Vorstellung des Samsung Galaxy S3 ist die Meinung der Kritiker gespalten, das Wort „Enttäuschung“ kommt immer wieder auf. Dabei hat das Smartphone eigentlich (fast) alle Zutaten eines Highend-Smartphones. Das Problem: Samsung hatte sehr hohe, vielleicht zu hohe Erwartungen geschürt.

Ja, auch ich habe mich vom Hype rund ums neue Galaxy S3 anstecken lassen und versorgte euch in den letzten Wochen und Monaten mit einer Menge Beiträge zum gestern veröffentlichten Über-Smartphone. Die Geheimhaltung um die Features und das Aussehen des Galaxys war so groß wie nie, und ein Unpacked-Event wie das gestrige in London mit musikalischer Untermalung vom weltweit berühmten London Metropolitan Orchestra gab es in dieser Größenordnung auch noch nie zuvor. Dazu gab es noch von Samsung selbst Teaser-Videos, in dem iPhone-Nutzer mal wieder als eine Schafherde dargestellt wurde, von dieser man

Immer wieder tauchten vermeintliche S3-Fotos auf; Quelle: Phonearena.com

sich als S3-Besitzer eindeutig abheben würde.

Reichlich Grund für Blogger, Analysten und Fans also, sich auf ein Smartphone zu freuen, dass alles bisher dagewesene in den Schatten stellt. Die Geheimnistuerei von Samsunag bot auch optimale Voraussetzungen für eine brodelnde Gerüchteküche, wie man sie bisher nur von iPhone kannte. Spekulationen auf eine neuartige Keramik-Hülle, eine 12-Megapixel-Kamera und auf einenn rahmenlosen FullHD-Touchscreen machten die Runde, zwischenzeitlich war sogar ein flexibles Display gemunkelt worden.

Lange Gesichter

Bei all diesen Erwartungen lag also schon im Vorfeld des gestrigen Unpacked-Events ein großer Druck auf Samsung, ein revolutionäres Smartphone vorzustellen. Doch nach der insgesamt einstündigen Show mit Orchester-Untermalung, wechselnden Moderatoren und Videopräsentationen auf einer riesigen Leinwand vor 2.000 Journalisten, fühlte man sich am Ende ein wenig wie ein Kind, das nicht sein erwartetes Weihnachtsgeschenk unterm Christbaum vorfand.

Wenn sich dieses Gefühl auch unter den potenziellen Käufern breitmacht und sich damit negativ auf den Absatz auswirkt, hätte Samsung sich also im Grunde mit dem selbst befeuerten Hype selbst geschadet. Denn lässt man mal das ganze Brimborium weg, bleibt immer noch ein

So sieht das S3 wirklich aus; Quelle: Samsung

Top-Smartphone, das vielleicht kein Alleinstellungsmerkmal besitzt, dafür aber viele aktuelle Smartphone-Trends und Highend-Features in einem Gerät vereint und mit einigen interessanten Software-Gimmicks aufpeppt.

Rasant, schmal und klug

So arbeitet mit dem Exynos 4412 einer der schnellsten Prozessoren, der dank seiner vier 1,4 GHz-Kerne gemeinsam mit dem 1 GB Arbeitsspeicher für eine extrem flüssige Bedienung sorgt. Aufwändige Aufgaben wie die gleichzeitige Videowiedergabe während anderer Anwendungen durch Bild-in-Bild-Technik sind damit kein Problem. Mit 306 ppi ist das 4,8 Zoll-HD-Display äußerst scharf, dazu sorgt die Super AMOLED-Technik für satte Farben und eine kontrastreiche Darstellung. Und Pen Tile-Matrix hin oder her, bei einer Bildschirmauflösung von 1280 x 720 Pixeln dürfte das kaum ins Gewicht fallen. Dank einer Speichererweiterung von bis zu 64 GB ist im S3, das in Varianten mit 16, 32 und 64 GB kommt, genug Platz (maximal 128 GB!) für jede Menge Musik, Videos, Apps und Games.

Über das Design lässt sich sicher streiten, mir persönlich gefällt das „eckigere“ S2-Gehäuse besser. Doch muss man es Samsung lassen, es geschafft zu haben, das S3 trotz vergleichsweise großem (und nicht fest verbautem!) 2100 mAh-Akku mit 8,5 Millimetern wirklich schmal und mit 133 Gramm schön leicht zu halten. Samsung hat das Polycarbonat-Gehäuse dazu mit einem neuartigen „Hyperglaze“-Beschichtung versehen, die es gegen Kratzer schützen soll.

Hat man sich bei der Sprachsteuerung „S Voice“ und den Features für die 8-Megapixel-Rückkamera bei Apple und HTC einiges abgekuckt, so

"S Beam" nennt Samsung die NFC-Datenübertragung durch Berührung zweier S3s; Quelle: Samsung

stecken verschiedene neue „intelligente“ Anwendungen im S3, wie z.B. „Smart Stay“: Dank Eye-Tracking über die Frontkamera (1,9 MP, HD-Video!) weiß das Gerät, ob man gerade auf das Display kuckt und dunkelt dieses ab, wenn man woanders hinsieht. Spielerei, mögen die einen sagen, andererseits könnte sich das Gimmick positiv auf die Akkuzeit auswirken und verhindert das ständige manuelle „aufwecken“ aus dem Standbymodus. Dass das S3 mit Android 4.04 kommt, ist eigentlich nicht weiter erwähnenswert, doch manche Konkurrenten wie LG schaffen es, noch immer selbst Oberklasse-Smartphones mit Android 2.3 zu veröffentlichen (siehe Optimus True HD LTE).

Viele Standards und eine Menge Zubehör

Während NFC zur drahtlosen Datenübertragung zur Ausstattung gehört, müssen deutsche Kunden leider auf das LTE-Feature verzichten.  Wie auch beim neuen iPad werden die hiesigen Frequenzen nicht unterstützt. Das ist aber nicht so dramatisch, da der Standard bisher nur ein teurer und nicht überall verwendbarer Spaß ist. Selbstverständlich sind Wlan, HSPA+ (21 MBit/s), GPS, Bluetooth 4.0, MicroUSB, MHL und DLNA an Bord. Auch Wi-Fi-Direct, die GPS-Alternative GLONASS und 50 GB Dropbox Speicher gehören mit zur Ausstattung.

MP3-Player "Pebble": Bis zu 17 Stunden Akkulaufzeit; Quelle: Samsung

Das Zubehör für das S3 ist schließlich umfangreicher als je zuvor. Dockingstationen fürs Wohnzimmer und fürs Auto, Pebble MP3-Player, der mit dem Smartphone per Kabel synchronisiert und geladen wird, Ladegerät zum drahtlosen Aufladen a la HP Palm, Flipcover, AllShare Cast-Dongle zur Übertragung von Inhalten auf den Fernseher per Wlan,…Einzig NFC-Tags, wie sie bei Sony oder LG eingesetzt werden, habe ich in der Auflistung vermisst.

Fazit

An den enttäuschenden Kunden und Kritikern ist aber Samsung wie gesagt selbst schuld: Bei der ganzen Geheimnistuerei und dem Hype war ein revolutionäres Smartphone erwartet worden. Das S3 ist aber keine Revolution, sondern eine Evolution, die wenig verkehrt macht. Denn unterm Strich ist das Samsung Galaxy S3 ein Highend-Smartphone mit Spitzen-Hardware und gelungener Software. Am 29. Mai kommt das Gerät ab 599€ (UVP) in den Handel.

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