Das Galaxy Note 10.1 unterscheidet sich nicht nur in Sachen Displaygröße von seinem kleinen Bruder. Was kann das eine, was das andere nicht kann? Wir machen den Vergleich.
Okay, ein Smartlet und ein Tablet gegeneinander ins Rennen zu schicken, liegt vielleicht nicht auf der Hand – und dennoch könnte der Vergleich interessante Ergebnisse liefern. Ich will die beiden Notes mal hinsichtlich Äußeres & Mobilität; Display, Power & Ausstattung; und schließlich bezüglich der Software & Extras hin gegenüber stellen. Der Unterscheidung halber werde ich das kleine Note (GT-N7000) in der Folge Note 5.3 nennen, das Note GT-N8000 heißt ja offiziell Note 10.1.
1. Äußeres & Mobilität
Bei beiden Galaxy Notes setzt Samsung auf Kunststoff, wie man es auch von der Smartphone-Spitzenklassen-Reihe Galaxy S gewohnt ist. Das Note 5.3 war mit seiner Größe und Form das erste so genannte “Smartlet”, ein Zwitter aus Tablet und Smartphone. Zuvor hatte Dell zwar mit dem 5-Zöller “Streak” ein ähnlich großes Gerät rausgebracht, dieses aber eher als Tablet positioniert. Mit der Höhe von fast 15 cm passt das Note 5.3 nicht mehr ganz in die Hosen-, sondern eher in die Hemdentasche, und bleibt mit 9,65 Millimeter noch angenehm schlank. Das Gewicht von 178 Gramm ist zwar ordentlich, angesichts der Größe aber ok. Auch wenn es schwerer und größer als viele andere Smartphones ist, eignet sich das Note 5.3 dennoch bestens als ständiger Begleiter. Dafür sorgt auch der großzügige Akku von 2.500 mAh, der vor allem beim Telefonieren einen langen Atem beweist, die 2G-Gesprächszeit ist mit 26 Stunden, die 3G-Zeit mit 13h angegeben.
Beim Note 10.1 sieht’s mit der Mobilität etwas anders aus. Das Gewicht zollt der Größe Tribut, sprich man muss – wie aber bei so ziemlich allen 10,1-Zoll-Tablets – schon bereit sein, 600 Gramm (3G) bzw. 597 Gramm (Wlan-Version) mitzutragen. Das kann auch die geringe Tiefe von lediglich 8,9 mm nicht aufwiegeln. Einen guten Beitrag zu den 600 Gramm dürfte auch der 7000 mAh-Akku leisten, welcher dem Gerät ausreichend Laufzeit ermöglichen sollte. Äußerlich hat Samsung das ursprüngliche Design des Geräts, wie es auf der MWC in Barcelona zu sehen war, nochmal überarbeitet, so sind die Lautsprecher an die Seiten gewandert und der Stylus hat nun im Gehäuse selbst Platz.
Mobiler ist man also eindeutig mit dem Note 5.3, allerdings kann man dem 10.1 das nicht wirklich zum Vorwurf machen, da dieser “Nachteil” bei allen großen Tablets vorhanden ist.
2. Display, Power & weitere Ausstattung
Vergleicht man die Bildschirme der beiden Notes, hat das kleinere 5.3, dessen Super-AMOLED-Display mit 1.280 x 800 Pixeln auflöst, dank der fast doppelt so hohen Pixeldichte (284,8 vs. 149,4 ppi) die Nase deutlich vorne vorm 10.1, dessen Touchscreen zwar viel größer ist, aber genauso hoch auflöst. Dass Samsung letzterem kein höher auflösendes Display spendiert, wundert mich ein wenig, wenn man bedenkt, dass Dauerkonkurrent Apple mit dem 1536p-Display im neuen iPad die Messlatte schon sehr hoch gehängt hat. Dazu gibt’s auch schärfere Android-Konkurrenten wie das FullHD-Tablet Asus Infinity.
Unter der Haube kommt beim Note 5.3 ein 1,4 GHz Dual-Core-Prozessor zum Einsatz, das Note 10.1 hat bereits den Exynos 4412-Quad-Core-Prozessor des Samsung Galaxy S3 verbaut (Taktung: 1,4 GHz). Während beim kleinen Note der Arbeitsspeicher auf 1 GB begrenzt ist, sind im Note 10.1 satte 2 GB RAM verbaut. Im ersten (MWC-)-Modell steckte noch einen Dual-Core-Prozessor und ein 1 GB RAM-Modul.
Der interne Speicher des Note 5.3 liegt bei 16 GB, beim 10.1 kann man zwischen 16 und 32 GB wählen. Per MicroSD lässt sich um weitere 32 bzw. 64 GB aufrüsten. Die Front- und Rückkameras beim Note 5.3 machen 2-Megapixel- und 8-MP-Fotos, dazu filmt die Rückkamera in
FullHD. Beim Tablet, generell aufgrund seiner Bauform als Schnappschussgerät weniger geeignet, sind immerhin eine 1,9 MP-Frontkamera mit
VGA-Video und eine 5-MP-Rückkamera mit LED-Blitz integriert. An Standards sind hüben wie drüben GPS, Wlan, Bluetooth, 3G (beim Note
10.1 optional) und HSPA+ an Bord. Im Lauf des Jahres soll außerdem noch eine LTE-Version des Galaxy Note 10.1 erscheinen.
Das kleine Note spielt seine Stärken beim hochauflösenden Display aus, während das große Note bei der Power die Muskeln spielen lässt – mit 2 GB RAM kann auch die Tablet-Konkurrenz von Apple & Co. nicht mithalten.
3. Software & Extras
Als das Galaxy Note im November 2011 erschien, lief es noch mit Android 2.3 Gingerbread. Seit Mai gibt es nun auch ein Update auf Android 4.0, welches neue Features wie Face Unlock bietet. Das
Note 10.1 wird gleich mit Ice Cream Sandwich ausgeliefert. Jeweils ist das OS von der hauseigenen TouchWiz-UI überlagert. Bei beiden Geräten ist ein Update auf Android 4.1 Jelly Bean wahrscheinlich. Laut Sammobile könnte das beim Note 5.3 allerdings noch bis Q4/2012 dauern.
Beim Note 5.3 gab es mit “S-Memo” eine neue Samsung-App, die zum Erstellen von Notizen und Skizzen mit dem “S Pen” genannten, mitgelieferten Stylus dient. Mit dem ICS-Update gab es auch eine “Premium Suite” mit neuen Features wie “Formula Match”, welches mathematische Formeln erkennt oder “S Note” zum Erstellen von Notizbüchern.
Das 10.1, welches auch ab Werk mit einem S Pen kommt, hat neben all diesen Funktionen noch einige der smarten Galaxy S3-Features bekommen. So dunkelt das Tablet den Bildschirm automatisch ab, wenn man nicht hinsieht (“Smart Stay”) und lässt Videos in einem kleinen Fenster weiterlaufen, während gleichzeitig eine andere App geöffnet ist (“Popup Play”). Die Größe des Videos lässt sich auf dem Note 10.1 gar
anpassen. Dazu ist mit dem “Learning Hub” eine neue Komponente auf das Tablet gewandert, die das Tablet zum Lernwerkzeug macht. Es beinhaltet ein Lernmanagement-System mit Termin- und Leistungsmanager, Digitale Lehrbücher, Coaching, Video-Tutorials und mehr.
Schließlich gibt’s noch ein neues Unique-Features beim 10.1: so lassen sich zwei verschiedene Apps mit dem Multiscreen-Funktion als Fenster nebeneinander anordnen. Auch wenn bisher nur einige Apps dies unterstützen, ist dies sicherlich software-seitig ein großer Sprung, da so echtes Multitasking möglich ist.
Software-seitig geht der dritte Punkt dank der umfangreicheren Ausstattung und dem tollen Multiscreen-Feature klar ans Note 10.1.
Fazit
Ein Smartlet und Tablet gegeneinander antreten zu lassen, mag manchem vorkommen, wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Und doch lässt sich mit dem Vergleich sehen, wo das jeweilige Gerät seine Stärken und Schwächen hat. So ist man mit dem Note 5.3 flexibler und bekommt ein schärferes Display geboten. Das Note 10.1 muss sich in Sachen Mobilität und Display zwar geschlagen geben, hat insgesamt aber eine noch bessere Hard- und Software und kann dank Multiscreen-Fenster-Funktion und 2 GB RAM schon fast als kleiner Computer durchgehen.
Ich bin gespannt, ob das Galaxy Note 2 möglicherweise die Vorzüge des kleinen und großen Note kombinieren kann und somit beide Geräte in die Tasche steckt. Am 29. August wissen wir mehr, wenn das Smartlet in Berlin Premiere feiert.
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