Von Rifat Göktas am
Vernarrt in Android, Gadgets und Games

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Das Samsung Galaxy S6 im Test


Mit dem S6 ist Samsung der große Wurf gelungen. Auf der MWC 2015 präsentierte man das neue Flaggschiff, welches sich komplett von den früheren Galaxy-Modellen unterschied. Nicht nur das neue Design überrascht, Samsung setzt auch auf einen neuen Prozessor und orientiert sich zunehmend an Apple, um den Status eines Premium-Herstellers zu erlangen.

Weitere Galaxy S6 Fotos
  • Hochwertiges Design (kein Kunststoff mehr)
  • Brilliantes QHD-Display
  • Schneller und energiesparender Prozessor
  • Schnellladefunktion und Unterstützung von kabellosem Aufladen
  • Top-Kamera mit OIS
  • Modernes Touchwiz UI
  • kein austauschbarer Akku
  • Speicher nicht mehr erweiterbar
  • (nicht mehr wasserdicht)

7mobile Bewertung

Gut (88%)
Telefon und Akku: 83%
Internet: 95%
Multimedia: 88%
Handling: 90%
App-Store: 85%

Neues Design und hochwertigere Materialen

Optik/Design des Samsung Galaxy S6

Mit dem Galaxy S6 hat es Samsung geschafft ein schönes Gerät zu präsentieren, welches sich in Sachen Design und Materialwahl deutlich von den Vorgängern unterscheidet. Beim genauen Betrachten des Smartphones erkennt man aber auch, das einiges vom ewigen Konkurrenten Apple abgeguckt wurde.

Das Galaxy S6 war lange Zeit intern als „Project Zero“ bekannt und sollte Samsung aus seiner Misere helfen, die schon einige Zeit anhielt. Zwar ist man weiterhin der größte Smartphone-Hersteller, bekam jedoch ordentlich Druck von chinesischen Herstellern und verlor im Oberklasse-Segment gegen das neue iPhone 6 und 6 Plus. Um sich wieder an die Spitze zu torpedieren, setzte man erstmals nicht mehr auf Kunststoff, sondern auf Glas auf Vorder- und Rückseite und einen Metallrahmen, welcher auch im Galaxy Alpha genutzt wird. Dabei handelt es sich beim Glas um das neue Gorilla Glas 4, welches nochmal wiederstandsfähiger und besser sein soll.

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Das Smartphone liegt sehr gut in der Hand und ist auch nicht schwer, trotz der Nutzung von hochwertigen Materialen. Bei einer Größe von 143,4 x 70,5 mm kommt das Galaxy S6 auf 138 Gramm. Samsung schafft es auch das Gerät bei einer Tiefe von 6,8 mm erstaunlich dünn zu bauen. So dünn, dass die Kamera ein wenig rausguckt, was wir schon vom iPhone 6 kennen. Auch andere Design-Akzente schaute man von Apple ab. Da ist zum Beispiel die Unterseite des Geräts, welche den micro-USB-Anschluss, den Kopfhöreranschluss und den Lautsprecher beherbergt. Genauso sind die beiden Plastikstreifen zu sehen. die wir genauso auch beim Apple-Gerät finden. Anders als die Unterseite sieht der Rest des Smartphones aber typisch Samsung aus.

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Wir haben unterhalb des Displays den Home-Button, der gleichzeitig auch einen Fingerabdrucksensor besitzt und die zwei Sensor-Tasten für Züruck und Anwendungen. Auf der Oberseite befinden sich der IR-Sensor und ein weiteres Mikrofon. Während an der linken Seite die Lautstärke-Tasten lokalisiert sind, finden wir an der rechten Seiten den An/Aus-Knopf und den nano-SIM-Eingang. Auf der Rückseite finden wir die herausstehende Kamera, gemeinsam mit den Pulsmesser und dem LED-Blitz. Das Samsung Galaxy S6 kommt in vier verschiedenen Farben auf den Markt. Wir haben die Farben White Pearl (Weiß), Black Sapphire (Dunkelblau), Gold Platinum (Gold) und Blue Topaz (Hellblau). Eine Sache die zum Teil stört beim dunkelblauen Modell zumindestens: Die Rückseite aus Glas zieht Fingerabdrücke magisch an, sodass ich entweder eine Folie vorschlage oder gleich ein Case, falls sowas einen stört.

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Kommen wir auch auf die neue Software-Oberfläche von Samsung zu sprechen. Touchwiz Nature UX ist jetzt noch flüssiger und sieht auch moderner aus als früher. Ein großes Pluspunkt bekommt Samsung für die aufgeräumte Oberfläche. Es finden sich nicht mehr zig Samsung-Apps und Bloatware auf dem Gerät. Samsung gibt die Möglichkeit weitere Samsung Apps aus dem Galaxy Store unter Galaxy Essentials runterzuladen. Weiterhin können Premium-Apps unter Galaxy Gifts gefunden werden. Aufgrund einer Kooperation zwischen Samsung und Microsoft befinden sich auch einige Microsoft-Apps auf dem S6, darunter unter anderem OneDrive, Skype und OneNote. Doch auch die sind zu löschen, eine App-Pflicht gibt es nicht. Zwar hat man das System und die Apps auf Lollipop angepasst, die Icons sehen aber nicht modern aus. Hier sollte Samsung mit einem neuen Update ran und sie an das Material Design anpassen. Mit S Health können Fitness-Daten dokumentiert werden und ein neuer Smart Manager gibt den Nutzer die Möglichkeit den Akkuverbrauch und die RAM-Nutzung zu beobachten.

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Im Großen und Ganzen ist es Samsung gelungen, nicht nur das Smartphone selbst, sondern auch die Software zu verbessern. Mit wertigen Materialen und einem aufgeräumten Touchwiz hat das Samsung Galaxy S6 im Vergleich mit anderen Smartphone-Herstellern in der Tat eine Revolution durchgeführt. Der Unterschied zwischen Vorgänger  und aktuellem Gerät ist größer als beispielsweise bei Sony oder HTC.

Pfeilschnell, bessere Kamera und Ausdauernd

Technischer Test vom Samsung Galaxy S6

Das Samsung im neuen Galaxy S6 wieder bessere Hardware verbauen wird, war von vorneherein klar. Samsung geht jedoch einen Schritt weiter und verzichtet auf den aktuellen Snapdragon 810, um einen noch stärkeren Prozessor zu verbauen. Mit einem neuen Flash-Speicher will man sich endgültig an die Spitze setzen.

galaxy-s6-19-500x411Samsung beweist im neuen Galaxy S6 nicht nur dass sie beim Design es besser schaffen, sondern auch im Inneren auf das Beste setzen. Im Vorfeld gab es Gerüchte, dass es beim Snapdragon 810 zu Überhitzungsproblemen kommt. Aus diesem Grund hat man sich gegen den Prozessor aus dem Hause Qualcomm entschieden und auf die hauseigenen Exynos-Prozessor gesetzt. Der Exynos 7420 ist ein Octa-Core, dessen Kerne jeweils mit 2,1 GHz und 1,5 GHz getaktet sind. Dazu kommt das er 64bit-fähig ist und im 14 nm-Verfahren produziert wurde. Dies macht ihn stromsparender und leistungsfähiger als restliche Chips.  Der Arbeitsspeicher wurde im Vergleich zum Vorgänger um 1 GB auf 3 GB erhöht. Beim internen Speicher geht Samsung einen ähnlichen Weg wie Apple und bietet keine Speichererweiterung mehr an, sondern feste interne Speicher, die bei 32 GB anfangen. Für jeweils 100 Euro mehr, kann man diesen entsprechend verdoppeln bis maximal 128 GB. Die Speichererweiterung werden viele vermissen, es gibt jedoch auch eine positive Sache dabei. Beim verbauten Speicher handelt es sich um den modernen UFS-2.0-Flash-Speicher, der umso schneller ist als die Konkurrenz.

In Benchmarktests erkennt man das dieser deutlich besser abschneidet als der Snapdragon 810-Prozessor. Wir messen im AnTuTu-Benchmark 60.355 Punkte, während das HTC One M9 (mit Snapdragon 810) nur auf 56.300 Punkte gekommen ist. Zwar ist das auch gut, man sieht aber dass man mit dem Exynos-Prozessor und dem neuen Flashspeicher deutlich bessere Ergebnisse erzielt. Diese Schnelligkeit lässt sich auch bei der Bedienung zeigen. Durch das doppelte Drücken der Home-Taste startet die Kamera ruckzuck und auch das Öffnen von Apps geschieht in null Komma nichts. Auch das Zocken von aunfwendigeren Spielen bereitet keine Probleme. Samsung hat wirklich gezeigt, dass sie sich enorm verbessern können.

Samsung hat die Lautsprecher auf die Unterseite des Geräts verlagert, was einige eventuell stören könnte, da man leicht die Lautsprecher verdecken kann. Der Akku ist im Gegensatz zum Vorgänger geschrumpft und zwar von 2.800 mAh (Galaxy S5) zu 2.550 mAh. Trotzdem erkenne ich bei der täglichen Nutzung keinen wirklichen Nachteil. Das Smartphone schafft es bei einer moderaten bis starken Nutzung trotzdem über den Tag; mit eingeschalteten Energiesparmodus sogar noch länger. Um den kleineren Akku zu kompensieren, hat Samsung dem Galaxy S6 zwei besondere Akku-Features gespendet. Erstens lässt sich der Akku vom S6 innerhalb von 90 Minuten fast vollständig aufladen, da es die Quick-Charge Technologie beherrscht und zweitens unterstützt das Smartphone induktives/kabelloses Laden. Diese Funktion sollte langsam bei allen großen Herstellern im Jahre 2015 Einzug halten. Dieser Ladevorgang dauert aber länger als der normale Ladevorgang per Kabel.

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Samsung wird auch wieder ordentlich Geschenke verteilen unter Galaxy Gifts. Neben zahlreichen zeitlich begrenzten Premium-Diensten, wird man auch 100 GB an Speicherplatz für OneDrive bekommen (gilt für 2 Jahre). Das neue Galaxy S6 beherrscht natürlich auch viele Funkstandards. Dazu gehört  Wlan 802.11 a/b/g/n/ac (2,4 und 5 GHz) und Bluetooth 4.1. Weiterhin kann man mit LTE Cat-6 Downloads mit einer Geschwindigkeit von maximal 300 mbit/s durchführen, was hier in Deutschland aber noch in der Zukunft liegt. Per NFC-Chip kann man schnell sich mit anderen NFC-fähigen Geräten verbinden und ein Infrarot-Sensor verwandelt das S6 in eine Fernbedienung. Der Pulsmesser auf der Rückseite ist ein nettes Extra, für Menschen die sich um ihre Gesundheit kümmern. Durch das einfache Rauflegen des Zeigefingers wird der Puls innerhalb kurzer Zeit gemessen.

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Kommen wir auf die Kamera zu sprechen. Hier hat Samsung wirklich sehr gute Arbeit geleistet und die Kamera verbessert. Die Hauptkamera löst mit 16 MP auf und hat eine Blende von f1,9. Samsung setzt neben einem LED-Blitz auch auf einen Optischen Bildstabilisator (OIS), um für wackelfreie Bilder zu sorgen. Die Frontkamera bekommt die gleiche Blendengröße und löst mit 5 MP auf. Die Kamera macht im direkten Vergleich viel bessere Fotos und kann insbesondere bei weniger Licht für gleichbleibende Qualität sorgen. Sowohl ein HDR-Modus ist dabei, wie auch die Aufnahme von 4K-Aufnahmen. Ein Pro-Modus ist beim Galaxy S6 mit dabei um manuelle Einstellungen durchzuführen und auch ein Zeitraffer-Modus.

Super-AMOLED-Display mit einer 2K-Auflösung

Display vom Samsung Galaxy S6

Was viele von Samsung erwartet haben, wird auch so umgesetzt. Nachdem man im Galaxy Note 4 auf eine QHD-Auflösung setzte, sah man es als sinnvoll an, dies auch Galaxy S6 und S6 Edge zu benutzen.

Das Display ist in der Größe im Vergleich zum Vorgänger gleich geblieben. Man setzt weiterhin auf 5,1 Zoll, hat beim Galaxy S6 einfach mal die Auflösung verdoppelt, was 2.560 x 1.440 Pixel entsprechen. Auf so einer kleinen Bildfläche entspricht dies ganze 576 ppi (pixel per inch). Durch die AMOLED-Technik bei Samsung-Geräten können wir wieder mit exzellenten Schwarzwerten rechnen, einen sehr guten Blickwinkel und kräftige Farben. Mit dem Galaxy S6 erreicht man auch eine Helligkeit von 780 cd/m² was ebenso ein Spitzenwert ist und insbesondere bei direktem Sonnenlicht für ein gutes Ablesen von Display-Inhalten sorgt. Im Vergleich zu anderen Displays, schafft es das AMOLED-Display bei einer automatischen Hellligkeit effzient den Akku zu nutzen.

Galaxy-S6-Edge

Viele Nutzer sehen eine 2K-Auflösung nicht als Mehrwert, da das menschliche Auge auch bei einer Full-HD-Auflösung keine einzelnen Pixel mehr erkennt. Hersteller nutzen es häufig als Marketing-Grund, um Kunden anzulocken. Ich kann aber im direkten Vergleich einen leichten Unterschied zwischen S5 und S6 erkennen, wie z.B. in Sachen Farben, Kontrast und Helligkeit. Der Nutzer möchte kein Full-HD mehr, da es schon Zeit für die nächst höhere Auflösung ist. Zusammenfassend kann man sagen, dass Samsung sehr gute Arbeit beim Display geleistet hat und weiterhin in diesem Gebiet die Nummer 1 ist.

Edles Design aus einem Mix von Glas und Metall

Produktfotos vom Samsung Galaxy S6

Hier haben wir einige Schnappschüsse vom Samsung Galaxy S6 für euch. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf dem neuen Design, welches komplett neu in der Galaxy-Reihe ist.

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Samsung-Galaxy-S6-official-images (13)Samsung-Galaxy-S6-official-images (16)Samsung-Galaxy-S6-official-images (18)

Großer Schritt in die richtige Richtung

Fazit zum Samsung Galaxy S6

  • Hochwertiges Design (kein Kunststoff mehr)
  • Brilliantes QHD-Display
  • Schneller und energiesparender Prozessor
  • Schnellladefunktion und Unterstützung von kabellosem Aufladen
  • Top-Kamera mit OIS
  • Modernes Touchwiz UI
  • kein austauschbarer Akku
  • Speicher nicht mehr erweiterbar
  • (nicht mehr wasserdicht)

7mobile Bewertung

Gut (88%)
Telefon und Akku: 83%
Internet: 95%
Multimedia: 88%
Handling: 90%
App-Store: 85%

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Samsung hat es geschafft die Galaxy-Reihe zu verbessern und zeigt mit dem S6, dass es sich nicht auf den Lorbeeren ausruht. Das Design zeigt, wie sehr man sich von vorherigen Geräten unterscheidet und verdeutlicht, dass man auch mit hochwertigen Materialen arbeiten kann. Der neue Fingerabdrucksensor funktioniert ebenso effizient, wie im iPhone 6. Dazu kommt ein neuer Prozessor, welcher gemeinsam mit dem Flashspeicher für neue Bestwerte sorgt. Die Kamera wurde nochmal verbessert und kommt mit einem optischen Bildstabilisator. Auch die Benutzeroberfläche ist nicht mehr überladen und kann durchaus überzeugen. Wir müssen aber auch die Nachteile uns anschauen. Der nicht wechselbare Akku und nicht erweiterbarer Speicher trifft viele Samsung-Fans. Die Preise für größere Speichervarianten, die bis zu 1000 Euro (UVP) gehen, lässt einen schon die Spucke weg. Für das 32 GB-Modell zahlt man knapp 700 Euro und kann es jetzt schon erwerben.

1 Kommentar

Dieses Thema enthält 1 Antwort und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von   thorstenpiontek vor 1 Jahr, 8 Monate.

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  • Ein interessantes Smartphone!

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