Von Caspar Hohrenk am

Gebürtiger Hamburger, der jetzt in Leipzig Medientechnik studiert

Das neue gebogene Smartphone von LG

LG G Flex 2 Test


Der Nachfolger des ersten Smartphones mit einem gebogen Displays von LG ist bei uns eingetroffen und wurde von uns ausgiebig getestet.

Weitere G Flex 2 Fotos
  • innovatives Curved-Design
  • schneller Octa-Core-Prozessor
  • sparsames und scharfes POLED-Display
  • selbstheilende Rückseite
  • teilweise überladene Software
  • kein wechselbarer Akku
  • nur ein Mono-Lautsprecher auf der Rückseite
  • Gehäuse aus Plastik

7mobile Bewertung

Gut (82%)
Telefon und Akku: 90%
Internet: 82%
Multimedia: 79%
Handling: 77%
App-Store: 85%

Was ist in der roten Box?

Unboxing und Lieferumfang

Das G Flex 2 wird in einer relativ kompakten Verpackung geliefert. Der kleine Karton ist relativ hoch und in einem knalligen Rot gehalten. Auf der Oberseite prangt ein LG Logo umringt von einem modernen Design. Im Gegensatz zu einem schlichten weißen Apple-Karton wirkt die Verpackung des LG richtig knallig. Die Kanten des Kartons sind etwas abgerundet, was schon auf die Form des Smartphones schließen lässt.

Oben auf liegt das mit einer Displayschutzfolie versehene Smartphone. Die Folie ist leider mit den wichtigsten Funktionen bedruckt und eignet sich demnach nicht als richtiger Displayschutz. Unter dem G Flex 2 finden wir unter einer Abdeckung verborgen eine Kurzanleitung, ein USB Kabel, ein Netzstecker und LGs Quadbeat In-Ear Kopfhörer. Das Netzteil ist nicht wirklich besonders. Viele andere Unternehmen legen zu den Smartphones sogenannte Schnellladegeräte bei. Das Netzteil von LG hat ein Ladestrom von 1,6 Ampere und eignet sich dadurch auch zum Aufladen von Tablets.

Die Kopfhörer sind ähnlich des Netzteils leider auch nur Standardware und nicht besonders hochwertig. Der Klang ist okay. Praktisch ist die integrierte Fernbedienung am rechten Kopfhörerkabel, wie man es von Apple Kopfhörern kennt. Denn nur diese Kopfhörer lassen sich voll funktionstüchtig nutzen. Wenn man zum Beispiel die normalen Apple Kopfhörer am G Flex 2 benutzt, funktioniert zwar die Pause-Taste und das Mikrofon aber leider nicht die Lautstärketasten.

gebogenes Smartphone mit abnehmbarer Rückseite

Optik / Design

Das erste was einem auffällt ist das außergewöhnliche Design des G Flex 2, denn nicht nur das Display ist gebogen sondern das ganze Smartphone. Dadurch liegt das Smartphone total gut in der Hand, aber nicht auf dem Tisch. Aber erstmal zum Äußeren:

Die Vorderseite des G Flex ist durch das große 5,5 Zoll Display geprägt. Viel mehr findet der Nutzer hier nicht. Unter dem Display schimmert ein silbernes LG-Logo. Über dem Display finden wir den Hörer und die üblichen Sensoren für Helligkeit und Annäherung. Außerdem ist hier auch die Frontkamera und eine kleine Benachrichtigungs-LED verbaut. Die Bereich über und unter dem Display haben sich durch eine schimmernde Textur ab. Um das Display selber befindet sich noch ein dunkler Rahmen. Dadurch wirken die Ränder rund um das Display, die sogenannten Bezels, nicht ganz so schmal wie zum Beispiel beim LG G3 oder G2. Die Vorderseite wird von einem glänzenden Metall umrahmt.

Physische Buttons suchen wir auf der Vorderseite und an den Rändern des LG G Flex 2 vergebens. Auf der Unterseite befindet sich mittig der Micro-USB Anschluss und am linken Rand die Kopfhörerbuchse. Dazwischen ein Mikrofon. An der linken und rechten Seite des Smartphones gibt es keinerlei Knöpfe oder Kartenfächer. Auf der Oberseite ist ein weiteres Mikrofon sowie die Infrarot LED zum Steuern eines Fernsehers zu finden. Die gesamte Rückseite besteht aus einem glatten, silbernen Plastik. Leider fühlt sich das Material nicht sehr hochwertig an. Von der Optik erinnert es durch den metallic Look etwas an gebürstetes Aluminium. Man sieht aber deutlich aus welchem Material die Rückseite gefertigt ist.

abnehmbare Rückseite ohne Wechselakku

Um an das SIM- und microSD-Kartenfach zu kommen muss man die Rückseite abnehmen. Das geht relativ einfach, denn an der linken Seite ist eine kleine Einkerbung, in der man mit dem Fingernagel einen guten Hebel hat. Die beiden Kartenfächer sind rechts neben der Kamera. In das G Flex 2 kommt eine microSIM. Den Akku kann man leider nicht so einfach wechseln. Hat man die Rückseite wieder komplett auf das Smartphone gesetzt wackelt nichts mehr und es gibt keine Spaltmaße. Leider fühlt sich das Smartphone trotzdem nicht an wie aus einem Guss. Auf der Rückseite finden wir unten links den Mono-Lautsprecher. In der Mitte sehen wir ein silbernes LG Logo. Direkt darüber ist auch mittig der Rear-Key mit Lautstärkewippe ins Gehäuse eingelassen. Diesen hat LG beim G2 eingeführt und etwas weiterentwickelt. Die Knöpfe erinnern an die des G3. Sie sind ausreichend groß, dass man sie ohne hinzugucken findet und auch mit großen Fingern gut bedienen kann. Über den Knöpfen sitzt die Kamera. Links daneben der Laser Autofokus aus dem G3 und auf der rechten Seite ein Dual-Tone Blitz. Die Kamera steht etwas hervor, die Linse ist also nicht optimal gegen Kratzer geschützt.

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Das G Flex 2 misst 149,1 x 75,3 x 9,4 Millimeter und wiegt 152g. Wenn man das Gerät mit dem Display auf den Tisch legt ist es in der Mitte wegen der Biegung rund 12 Millimeter hoch.

Insgesamt liegt das G Flex 2 gut in der Hand. Das mag auch an der Wölbung liegen. Für ein 5,5 Zöller ist das Smartphone auch noch relativ kompakt. Der Metallrahmen lässt das Smartphone von vorne wertig wirken. Die Rückseite vermindert diese Wirkung leider wieder. Das glatte Plastik ist einfach nicht so schön anzufassen wie das Aluminium eines iPhones oder HTC Ones.

Prozessor, Akku und Softwareoberfläche

Technischer Test

Mit dem neusten Prozessor ausgestattet ist das G Flex 2 ganz weit oben im Power-Machtkampf.

Verbaut ist ein Snapdragon 810 von der Firma Qualcomm. Ganze acht Kerne besitzt dieser Prozessor. Die Leistung liegt bei 4 mal 2 GHz und 4 mal 1,5 GHz. Dazu kommen 2 Gigabyte Arbeitsspeicher. Die Leistung kann in Spielen gut zu Geltung kommen. Leider ist die normale Bedienung nicht immer ganz flüssig. Das mag wohl an der vollgepackten LG-Software liegen.
Der interne Speicher ist 16GB groß und lässt sich per micro-SD Karte sehr einfach erweitern.

Verbinden lässt sich das G Flex 2 unterwegs mit LTE mit bis zu 150 MBit/s oder HSPA+ bis zu 42 MBit/s. Zuhause kann man das Smartphone per WLAN mit den Standards a, b, g, n und ac verbinden. Das heißt, es kann sich mit 2,4 GHz sowie 5 GHz Heimnetzwerken koppeln. Um das Smartphone mit diversen Geräten wie Smartbands, Lautsprechern, Auto-Freisprecheinrichtungen und Co. zu verbinden, ist Bluetooth 4.0 und NFC verbaut. Zur Ortung kann man GPS und GLONASS verwenden. Das UKW Radio funktioniert über die mitgelieferten Kopfhörer als Antenne.

mono-Sound und ein ausdauernder Akku

Leider hat LG beim G Flex 2 den einzigen Lautsprecher auf die Rückseite gebaut. Bei den meisten Smartphones ist dann spätestens Schluss mit Musik hören, wenn man das Gerät flach auf den Tisch legt. Nicht aber beim G Flex 2. Durch die gebogene Form bleibt zwischen Smartphone und Tisch immer etwas Luft. So kann der Sound immer nach außen Gelangen. Beim Spielen hingegen oder wenn man das Handy in der rechten Hand hält, kann es schon mal vorkommen, dass der Lautsprecher verdeckt wird. Der Lautsprecher selber ist vom Sound okay, aber nicht überragend. Gegen das One von HTC hat es keine Chance. Zu viele Höhen und wenige Tiefen machen das Musikhören zu keinem schönen Erlebnis. Für ein Youtube Video oder Ähnliches reicht es aber allemal aus.

Der Akku kann sich hingegen sehen lassen. Für eine abschließende Wertung mit genauen Zeiten, wie lange der Akku hält, reicht dieser Test nicht aus. Die 3.000 mAh im Zusammenspiel mit dem OLED-Display sorgen für ausreichend lange Laufzeiten. An die Steckdose kommt das G Flex 2 bei mir trotzdem jede Nacht. Für 2 Arbeitstage reicht es dann nämlich doch nicht ganz.

Softwareoberfläche wie beim LG G3

Wer das G3 von LG mal in der Hand hatte wird sich auf dem G Flex 2 auch sehr schnell zurechtfinden. Man findet keine wirklich großen Unterschiede. Nur zum Beispiel die Kamera-App hat eine paar neue Funktionen spendiert bekommen. An der Software gefällt das relativ einfach gehaltene Design, mit vielen flachen Elementen. Zusatzfunktionen, wie das Entsperren durch einen Knock-Code sind sehr nützlich. Andere Software-Features sind hingegen etwas nervig. Auch beim Design von Apps wie den Kalender setzte ich lieber auf die klassischen Google-Apps. Das ist aber – wie so vieles – Geschmacksache.

Einzigartig: ein gebogenes POLED-Display

Display

Das Display des G Flex 2 ist im Vergleich zum Vorgängermodell um 0,5 Zoll geschrumpft, was aber nicht heißen muss, dass das G Flex 2 jetzt ein kleines Smartphone ist. Denn das Herzstück des Gerätes ist ein 5,5 Zoll Plastik-OLED Display. Es besitzt eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln und eine daraus resultierende Pixeldichte von 401 ppi.

Sehr kräftige Farben kann dieses OLED-Panel abgeben. Und scharf genug ist es allemal. Was mich aber stört ist, dass die Softwareoberfläche nicht wirklich an die Größe des Displays angepasst wurde. Ich hab das Gefühl, dass einfach alles vergrößert dargestellt wird. Das ist schade, da so viel Displayflache verloren geht.

Die maximale Helligkeit des Displays ist angenehm hoch. Auch in der Sonne lässt sich das Display gut ablesen. Dank des OLED-Displays sind die Kontraste auf einem sehr guten Niveau. Das liegt daran, dass schwarze Bereiche im Display einfach ausgeschalteter Pixel sind und nicht extra beleuchtet werden wie zum Beispiel bei LCD-Panels. Die Blickwinkelstabilität ist beim G Flex 2 optimal. Aus jeder Richtung sind die Farben ohne Verfälschungen oder Helligkeitsunterschiede gut erkennbar.

13-Megapixel-Knipse

Kamera-Test

Die Kamera des G Flex besitzt, wie die im G3, einen Sensor mit einer Auflösung von 13 Megapixeln. Im Vergleich zu anderen Smartphones liegt diese Megapixelzahl im Mittelfeld. das Z3 von Sony bietet 20 Megapixel, das Galaxy S6 schießt Fotos mit 16 Megapixeln. Das iPhone 6 hingegen macht sehr gute Fotos mit einer 8 Megapixel-Kamera.

Die Frontkamera des G Flex löst mit 2,1 Megapixeln auf. Da haben andere Hersteller auch schon besseres geliefert.

Die Fotos vom G Flex 2 sehen sehr scharf aus. Leider fehlt es ihnen meist an Kontrast. Durch den Dual-Tone Blitz wirken Fotos im Dunkeln ausgewogener als mit einem einfachen Blitz. Wenn der Blitz nicht eingeschaltet ist und die Umgebung zu dunkel werden die Fotos leider nicht so scharf wie bei Tageslicht.

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Die Kamera-App des G Flex 2 kennen wir schon vom G3. Sie besitzt einen Automatikmodus, bei dem der Nutzer nur irgendwo aufs Display tippen muss um an genau dieser Stelle scharf zu stellen und direkt ein Foto zu schießen. Das klappt in den meisten Situationen schon sehr gut. Wer mehr Einstellungsmöglichkeiten haben möchte, der kann mit einem Tipp auf die drei Punkte die erweiterten Foto-Einstellungen aufrufen.

unbearbeitete Testfotos aus dem Wildpark

Zu Auswahl stehen dann ein Panorama-Modus und ein Dual-Foto Modus, bei dem Die Hauptkamera und die Frontkamera parallel ausgelöst werden und dann beide Fotos in einem gespeichert werden. Unter den Einstellungen lässt sich zusätzlich ein Gitter anzeigen, der HDR-Modus einschalten, sowie ein Selbstauslöser und ein Sprach-Auslöser. Auslösen kann man die Kamera auch mit der Lautstärketaste auf der Rückseite. Das ist in meinen Augen aber nur Sinnvoll, wenn man ein Selfie macht, denn sonst muss man die eigene Hand sehr stark verrenken.
Ich hätte mir ein paar mehr manuelle Einstellungsmöglichkeiten gewünscht.

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Fragen und Antworten zum G Flex 2 von LG

Konnte das G Flex 2 uns überzeugen?

Fazit

  • innovatives Curved-Design
  • schneller Octa-Core-Prozessor
  • sparsames und scharfes POLED-Display
  • selbstheilende Rückseite
  • teilweise überladene Software
  • kein wechselbarer Akku
  • nur ein Mono-Lautsprecher auf der Rückseite
  • Gehäuse aus Plastik

7mobile Bewertung

Gut (82%)
Telefon und Akku: 90%
Internet: 82%
Multimedia: 79%
Handling: 77%
App-Store: 85%

Mit dem G Flex 2 hat LG wieder ein sehr interessantes Smartphone auf den Markt gebracht. Leider gibt es bei diesem Modell keine so großen Neuerungen wie beim ersten G Flex. Es ist wieder ein ähnliches Display und eine selbstheilende Rückseite verbaut. Auch wenn sich das Smartphone in fast allen Bereichen verbessert hat und jetzt sogar gerade so in die Hosentasche passt, fehlt es für ein solches Smartphone an Innovation. Als Gesamtpaket kann das G Flex 2 überzeugen, aber im Gegensatz zum Galaxy S6 Edge fehlt hier leider der WOW-Effekt.

Was halte ich vom Curved-Design?

Das das Smartphone gebogen ist, merkt man ich allen Situationen: Einerseits beult es ein bisschen die Hosentasche aus, andererseits ist es angenehmer zum telefonieren. Einen richtigen Mehrwert hat es mir nach zwei Wochen Benutzung nicht gebracht. Wenn ich das G Flex 2 auf den Schreibtisch lege finde ich die gebogen Rückseite etwas nervig, da das Smartphone noch mehr rumwackelt. Ob man das Display besser ablesen kann, wenn es gebogen ist, stelle ich auch mal in Frage. Bisher fehlt mir also der Zusatznutzen, den ein solches Design mitbringen soll.

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Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von   Caspar Hohrenk vor 2 Jahre, 7 Monate.

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