Von Martin Malischek am
Als ich, geboren am 29.03

Monster-Testergebnis?

Huawei Mate 8 im Test: Akkumonster mit Monster-Bildschirm


Das Huawei Mate 8: 6 Zoll groß, 185 Gramm schwer und mit Metallgehäuse ausgestattet. Die Daten des Geräts hören sich gut an, das Gerät wirkt wertig. Doch was kann der Mate S-Nachfolger wirklich? Wir haben ihn ausführlich getestet.

Weitere Mate 8 Fotos
  • großer und scharfer 6,0-Zoll-Bildschirm mit Full-HD-Auflösung
  • Dual-SIM-Support
  • microSD-Karten-Support
  • 4.000 mAh-Akku mit extrem langer Laufzeit
  • überraschend klare Tonausgabe
  • rasend schneller Fingerabdrucksensor
  • nur mäßige Kamera
  • Bildschirm wirkt etwas blass

7mobile Bewertung

Befriedigend (78%)
Telefon und Akku: 90%
Internet: 70%
Multimedia: 70%
Handling: 70%
App-Store: 90%

Huawei Mate 8 ist wieder ein Phablet

Huawei Mate S-Nachfolger im Test

Nach dem letztjährig außer der Reihe veröffentlichten Huawei Mate S hat Huawei im Frühjahr dieses Jahres das Huawei Mate 8 vorgestellt. Während der Vorgänger des Mate S, das Mate 6, über ein 6-Zoll-Display verfügt, hat man beim Mate S auf einen 5,2-Zoll-Bildschirm gesetzt. Dies änderte sich wieder mit dem Mate 8, das über das gewohnt große 6-Zoll-Display verfügt und damit wieder im Phablet-Sektor anzusiedeln ist.

Bis auf den deutlichen Größenunterschied hat sich rein optisch nicht viel geändert. So ist weiterhin auf ein Metallgehäuse, den Fingerabdrucksensor auf der Rückseite und ein geringe Gehäuse-zu-Bildschirm-Verhältnis vorzufinden. Auch die Anordnung weiterer Bedienelemente wie beispielsweise den Lautstärkereglern oder auch der SIM-Karten-Slot befinden sich am gleichen Platz und gleichen sich wie ein Ei dem anderen.

Huawei Mate 8 im Test

Ein Hingucker

Wie schlägt sich das Huawei Mate 8 im Design? In den kommenden Zeilen erfahrt ihr es.

Großer und kleiner Bruder: Huawei Mate S und Mate 8

Großer und kleiner Bruder: Huawei Mate S und Mate 8

Den Vergleich mit dem Vorgänger, dem Huawei Mate S, haben wir bereits angestellt. Huawei hat auch dem Mate 8 die typischen Mate-Designsprache aufgedrückt: Metallrahmen, minimalistische Front, Antennenstreifen auf der Rückseite. Zu begrüßen ist, dass die Front-Oberseite des Geräts etwas kürzer geworden ist, dafür ist jedoch die Unterseite minimal länger geworden. Das Gehäuse-zu-Bildschirm-Verhältnis ist insgesamt etwas gesunken.

Fingerabdruckensor sowie Kamera-Button sind wie beim Nexus 6P von Huawei rund eingefasst, was bei der insgesamt recht kantigen Optik des Geräts wie ein Stilbruch wirkt. Insgesamt ist das Gerät dennoch edel verarbeitet und besitzt ein abgestimmtes Design.

Huawei Mate 8 im Test

High-End-Performance mit Dauer-Akku

Die Spezifikationen und Performance des Huawei Mate 8 im Detail:

In Sachen Performance macht dem Huawei Mate 8 soll schnell kein Smartphone etwas vor: Nicht nur in der gerne für Geschwindigkeitstests genutzten AnTuTu-Benchmark erreicht das Gerät mit dem hauseigenen HiSilicon Kirin 950-Prozessor mit acht Kernen, die mit bis zu 2,3 GHz takten, mit über 90.000 Punkten Spitzenwerte, die beachtliche Leistung fällt auch im alltäglichen Gebrauch auf. So lassen sich nicht nur rechenlastige Spiele wie beispielsweise Asphalt 8 problemlos auf dem Gerät ausführen, auch der schnelle Start sowie Wechsel und zügige Schreib- sowie Lesevorgänge fallen dem Gerät merklich leicht.

Nur die 3 GB Arbeitsspeicher, mit denen das Gerät hierzulande ausschließlich erhältlich ist, machen sich negativ bemerkbar: Läuft eine speicherintensive Anwendung wie beispielsweise ein rechenlastiges Spiel und man wechselt kurz zu einer anderen App wie beispielsweise Öffi (Fahrplanauskunft-App), kommt es des Öfteren vor, dass beim Wechsel zurück das Spiel bereits geschlossen wurde. Hier würden 4 GB RAM, wie sie in der 64 GB-Version verbaut sind, gut ins Bild des leistungsstarken Prozessors passen. Insgesamt ist das aber Meckern auf hohem Niveau und letztlich kommt das zügige Schließen rechenlastiger Anwendungen der Akkulaufzeit zugute.

Ohne Makel kommt nämlich der 4.000 mAh-Akku: Der bringt das Smartphone nicht nur ungewohnt steckdosenlos durch den Tag, sondern hält sogar stundenlange Pokémon Go-Sitzungen durch. In unserem Test kamen wir mit Nutzung rechenintensiver Anwendungen auf eine Bildschirmlaufzeit (Zeit, in der das Display eingeschaltet war) von bis zu 4 Stunden. Da könnte sich die Konkurrenten mit Standardwerten um die 3 Stunden trotz deutlich kleinerer Displays gerne eine Scheibe abschneiden. Zudem lässt sich der Akku in nur 2:30 Stunden vollkommen aufladen. Normalnutzer sollten mit einer Akkuladung ungefähr 1,5 bis 2 Tage zurechtkommen. Nicht minder ist dies übrigens auch der softwareseitigen Anpassung des Systems zu verdanken: Huawei hat seiner hauseigenen Android-Oberfläche EMUI ein relativ aggressives Arbeitsspeichermanagement integriert, was bei der Benutzung jedoch kaum auffällt – natürlich außer, dass das Huawei Mate 8 ungewohnt lange durchhält. Hinter die EMUI-Version 4.0 steckt natürlich Android 6.0 Marshmallow mit dem Sicherheitspatch vom 1. Mai, das Update vom 1. Juni fehlt noch, dürfte jedoch in Kürze eintreffen.

Der auf der Rückseite verbaute Fingerabdrucksensor funktioniert tadellos und erkennt binnen kürzester Zeit, ob der aufgelegte Finger zur Hand des Besitzers gehört oder nicht. Weiter lässt sich im Gerät entweder eine zweite SIM-Karte einsetzen oder wahlweise eine microSD-Speicherkarte, mit welcher der Speicher erweitert werden kann.

Gewöhnungsbedürftiger Homescreen lässt sich ersetzen

Display und Software des Mate 8

Das 6-Zoll-Display ist entgegen des AMOLED-Panels vom Huawei Mate S wieder ein reguläres IPS-Panel. Welche Vor- und Nachteile das mit sich bringt, erfahrt ihr in den folgenden Absätzen. Außerdem nehmen wir die Software des Geräts unter die Lupe.

huawei-mate-8-software

Die Spezifikationen werden ergänzt vom Full HD-Bildschirm mit einer Diagonale von 6 Zoll: Keine Sorge, an Schärfe mangelt es dem Display wahrlich nicht – selbst beim direkten Vergleich mit einem 5-Zoll-Smartphone sind keine Mängel in der Schärfe zu erkennen. An der Leuchtkraft auch nicht, dafür schwächelt das Smartphone in Sachen Farben. Meckern auf hohem Niveau: Die Farben wirken etwas verwaschen und trist auf dem IPS-Panel – das sind wir von Huawei anders gewohnt. Vielleicht wäre die Wahl eines AMOLED-Panels wie es etwa beim Mate S eingesetzt wird, besser gewesen. Allerdings fällt das im Langzeittest nur im direkten Vergleich auf. Ein großer Nachteil durch das eingesetzte IPS-Panel: Bei der AMOLED-Technologie leuchten die Pixel selbst – das spart beispielsweise Energie bei der Anzeige von schwarzen Pixeln, da diese nicht beleuchtet werden und so auch noch dunklere Bildpunkte bilden. IPS-Panels werden hintergrundbeleuchtet und führen daher zu einem etwas höherem Akkuverbrauch. Geschützt wird das Display übrigens von Corning Gorilla Glass 4 – dafür hat man jedoch wohl von der „double tap to wake“-Funktion abgesehen. Knuckle Sense funktioniert weiterhin tadellos: So lassen sich durch Zeichnen mit dem Knöchel auf dem Bildschirm schnell bereits zugeschnittene Screenshots erstellen oder auch die Kamera über ein Zeichnen eines „C“ öffnen.

Software: Huawei stattet seine Smartphones wie bereits erwähnt mit der hauseigenen Oberfläche EMUI aus. Die Version 4.0 läuft derzeit auf dem Huawei Mate 8 und ist mit einigen Änderungen gegenüber der Vorgängerversion ausgestattet. So wurde das Einstellungsmenü etwas entschlackt, dafür sind einige Optionen jetzt wie beispielsweise der Akkumanager tief im System versteckt beziehungsweise nur über den entsprechenden App-Shortcut aufrufbar. Weiter besitzt die Huawei-Software wie auch die Oberfläche von iPhones keinen App-Drawer. Heißt: Alle Apps landen auf den Homescreens und müssen händisch sortiert werden. Wer doch lieber eine App-Übersicht möchte, kann sich jedoch im Play Store nach Alternativen Launchern umsehen und somit die Funktion nachrüsten. Von Google selbst gibt es so beispielsweise den Google Now-Launcher.

Leider nur Mittelmaß

Huawei Mate 8 – die Kamera im Test

Wie schlägt sich das Huawei Mate 8 in Sachen Fotos und Videos?

Deutlich besser – aber nicht gut genug: Die 16 MP-Kamera auf der Rückseite des Geräts besitzt einen optischen Bildstabilisator, eine F2.0-Blende und kann sowohl Zeitlupen- als auch Zeitraffer-Aufnahmen anfertigen. Die Zeitlupen-Aufnahmen können individuell editiert und an beliebigen Stellen verlangsamt werden und verfügen über 120 Bilder pro Sekunde bei einer 720p-Auflösung. Möchte man auch hier den Vergleich zum Vorgänger ziehen, wurde deutlich bei der Bild- und Videoqualität nachgebessert, aber nicht genug. Zwar machen die zahlreichen Kamera-Modi Spaß und liefern teils gute Ergebnisse, schnelle und im Standard-Modus aufgenommene Bilder haben jedoch einen Grauschleier und sind teils an dunklen Stellen eine Mischung aus verwaschen und verrauscht. Mit einer professionellen Bildbearbeitungssoftware lässt sich am Computer noch einiges aus den Bildern herausholen – ein Beispiel hierfür findet ihr über diesem Absatz.

Überraschend und ungewohnt beeindruckende Ergebnisse bei Nacht kann man hingegen mit einem Stativ und dem Nachtmodus erzielen: Hierfür nimmt die Software mehrere Bilder auf und erstellt aus diesen eines, so sind selbst bei sehr geringer Belichtung rauschfreie und knackig scharfe Aufnahmen möglich. Ein Stativ ist allerdings Pflicht: Sonst verwackeln die Aufnahmen. Ähnliche Aufnahmen kann man nur mit Profi-Kameras erzeugen.

Die maximal in Full-HD auflösenden Video-Aufnahmen des Huawei Mate 8 wirken gut abgemischt, sind allerdings etwas verwackelt, wenn man nicht den optischen Bildstabilisator manuell in den Einstellungen aktiviert. Die Frontkamera ist mit ihren 8 MP und für Selbstportraits sowie Videotelefonie vollkommen ausreichend und liefert passable Ergebnisse. Allerdings hat Huawei auf seine Selfie-Leuchte des letzten Modells verzichtet und verwendet stattdessen die Aufhellung des Bildschirms als Alternative. Funktioniert aber ebenso gut und ist deutlich akkufreundlicher.

So sieht es aus

Huawei Mate 8: Fotos des Geräts

Das deutlich kleinere Gerät, das auf den kommenden Fotos zu sehen ist, ist der im Test oft zitierte Vorgänger Huawei Mate S.

Profitieren Sie von dem Fachwissen unserer Community und stellen Fragen zum Mate 8 von Huawei

Fragen und Antworten zum Mate 8 von Huawei

Akku-Monster mit Monster-Performance und scharfem Bildschirm

Huawei Mate 8: Das Fazit

  • großer und scharfer 6,0-Zoll-Bildschirm mit Full-HD-Auflösung
  • Dual-SIM-Support
  • microSD-Karten-Support
  • 4.000 mAh-Akku mit extrem langer Laufzeit
  • überraschend klare Tonausgabe
  • rasend schneller Fingerabdrucksensor
  • nur mäßige Kamera
  • Bildschirm wirkt etwas blass

7mobile Bewertung

Befriedigend (78%)
Telefon und Akku: 90%
Internet: 70%
Multimedia: 70%
Handling: 70%
App-Store: 90%

Das Huawei Mate 8 ist, wie bereits im Test beschrieben, ein 6,0-Zoll-Bolide mit ausgezeichneter Performance und Akkulaufzeit. Wer eine lange Akkulaufzeit, ein großes Display mit hoher Auflösung sowie ein hochwertig verarbeitetes Gerät möchte, dem können wir das Huawei Mate 8 mit diesem Test-Fazit nur ans Herz legen. Auch geeignet ist das Smartphone für alle Performance-Liebhaber und Dual-SIM-Nutzer. In beiden Anwendungsbereichen schlägt sich das Huawei Mate 8 optimal.

Allerdings hat das Gerät auch seine Schwächen. Dazu zählt beispielsweise die durchschnittliche Qualität der aufgenommenen Bilder, der etwas zu blasse Bildschirm und die doch recht klobigen Maße – für die man allerdings einen angenehm großen 6-Zoll-Bildschirm bekommt. Die Software ist durchdacht und bietet zahlreiche Extras wie das Entfernen von APKs (Android-Installationsdateien) nach der Installation, einem guten Arbeitsspeichermanagement und einer angenehm zu bedienenden Oberfläche. Wem der iOS-ähnliche Homescreen nicht gefällt, kann problemlos mit Drittanbieter-Anwendungen nachrüsten.

Zu seinem Preis besitzt das Gerät ein Top-Preis-Leistung-Verhältnis im 6-Zoll-Segment und ist nahezu konkurrenzlos.

Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Thema

Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von   Martin Malischek vor 11 Monate, 2 Wochen.

Produkte im Shop

http://www.7mobile.de/wordpress/handy/