Trends der IFA 2014 – Alles ein bisschen krumm

Allgemein

mam_213473_342337_Fancybox

Foto: IFA, Messe Berlin

Wie jedes Jahr im Spätsommer findet in Berlin die internationale Funkausstellung statt. Alle namenhaften Hersteller stellen dort ihre neusten Geräte und Prototypen vor. Anders als die Stände von kleinen Herstellern, mieten die großen Firmen wie Samsung, LG oder Panasonic ganze Hallen, um ihre neuste Technik vorzustellen.

Wer denkt, auf der IFA gibt es nur Smartphones und Tablet zu bestaunen, der liegt ziemlich falsch. Die Trends dieses Jahr beinhalten anderen Produktgruppen. Der Fokus liegt einerseits auf der tragbaren Technologie, also den Wearables und dem intelligenten Zuhause.

Jede zweite Produktbeschreibung hat den Namenszusatz “Smart”. Neue Smartphones gab es trotzdem zu bestaunen.

Wearables

Activity-Tracker-Einheitsbrei

Ein Trend, der schon etwas länger anhält, bezieht sich auf die Technologie, die der Mensch am Körper tragen soll. Das Rennen haben im vergangenen Jahr die Activity-Tracker gemacht. Fast jeder große Hersteller hat mittlerweile ein Produkt im Portfolio, dass die Schritte zählen, den Schlaf beobachten und manchmal sogar noch mehr kann.

07-IMG_0995

Wir haben bis jetzt zwei Geräte im Dauertest gehabt und waren von beiden nicht so ganz angetan. Bei dem Jawbone Up24 fehlte uns die Benachrichtigungsfunktion. Beim Sony Smartband war die dazugehörige App nicht so übersichtlich. Außerdem hätten wir uns ein Display gewünscht. Das Smartband Vidonn X5 haben wir aus China importiert. Es konnte im Test aber gar nicht gut abschneiden.

Auf der IFA haben wir dann ein paar Geräte gefunden, die durch zusätzliche Funktionen erst interessant werden. Das TalkBand von Huawei lässt sich mit zwei Handgriffen zu einem Bluetooth Headset umbauen. Nach dem Telefonat verschwindet das kleine Gerät wieder im Armband und dient dank OLED-Display als Uhr und Activity-Tracker. Wie gut die Gesprächsqualität ist, konnten wir leider nicht testen.

Die Withings Activite ist ein Smartband der anderen Art. Obwohl man zu diesem Gerät eher Uhr sagen müsste. In einem klassischen Design einer Uhr ist ein vollwertiger Activity Tracker versteckt, der den Grad der Bewegung am Tag einerseits über einen Zeiger auf der Uhr und andererseits in einer App auf dem Smartphone wiedergibt. Bei der Uhr fällt aber gar nicht auf, dass die Technik verbaut ist. Auch der Akku lässt sich das nicht anmerken. Verbaut ist eine Batterie, die erst nach einem halben Jahr gewechselt werden muss.

01-IMG_0807

Im ersten Modell des Sony Smartbands waren zur Anzeige des Status nur 3 kleine weiße LEDs verbaut. Im neuen Modell ist ein relativ großes E-Ink-Display verbaut, was kaum Strom verbraucht und auch in der prallen Sonne perfekt abgelesen werden kann.

All die anderen Activity-Tracker gehen in der Masse an Geräten auf dem Markt einfach unter. Abgelöst könnten die schlauen Armbänder bald von Smartwatches die mit Android Wear funktionieren oder der iWatch aus dem Hause Apple.

Smartwatches mit Android Wear

Nachdem Google Anfang des Jahres das Betriebssystem für die kleinen Computer am Handgelenk vorgestellt hat, gab es für mehrere Monate nur zwei Modelle zu kaufen. Die G Watch von LG und die Gear Live von Samsung. Die Auswahl und Funktionen waren stark beschränkt. Mit der IFA ändert sich das. Wenige Tage vor der Messe hat LG eine runde Smartwatch angekündigt, Am ersten Pressetag wurde endlich die runde Smartwatch von Motorola offiziell vorgestellt.

03-IMG_0750

Und auch smarte Uhren mit eckigen Displays wurden vorgestellt. Asus bringt eine Uhr aus edlen Materialien, mit gekrümmtem Displayglas und Lederarmband auf den Markt. Sony hat die Smartwatch 3 vorgestellt, die mit ihrem schlanken, sportlichen Äußeren die Kunden ansprechen soll.

Gebogene Displays

Kaum zu übersehen: Überall auf der Messe finden sich gebogene Displays. Ob im Fernseher, in der Smartwatch oder dem Smartphone. Krumme Displays sind in.

Gleich am Eingang zur LG Halle wird man von einer Front aus mehreren in Reihe geschalteten Fernsehern empfangen. Und keine normalen TV-Geräte. Bildschirme mit über einen Meter Diagonale, Auflösungen von 4K und konkave Displays. Das soll dem Benutzer ein noch besseren Blickwinkel schaffen und den Betrachter weiter ins Bild hineinziehen. Von vorne betrachtet klappt das auch ganz gut, von der Seite geht dieser Effekt aber schnell nach hinten los und erschwert die Sicht auf den Bildschirm.

02-IMG_0719

Samsung geht noch einen Schritt weiter und zeigt ein Gerät im 21:9 Kinoformat, das sich auf Wunsch von einem geraden in ein gebogenen Bildschirm verwandelt. Das fasziniert, ist aber für den Hausgebrauch wegen saftiger Preise uninteressant.

Auch eine Nummer kleiner geht es gebogen. Mehrere Modelle gebogener Computer-Bildschirme haben wir auf der IFA entdeckt. Besonders im Format 21:9 lässt es sich bestimmt toll spielen. Und auch bei der Textbearbeitung können solche Bildschirme punkten. Ganze 4 Din-A4 Seiten passen auf solchen Bildschirmen nebeneinander.

Nur ein kleiner Teil des Displays ist beim Note Edge gebogen. Samsungs Ableger vom neuesten Note 4 besitzt am rechten Displayrand einen extra Bildschirm, der nach außen hin gebogen ist. Auf der zusätzlichen Fläche lassen sich auch bei geschlossenem Case Informationen, Benachrichtigungen und nützliche Tools einblenden.

08-IMG_0856

Noch eine Nummer kleiner ist das gebogene Display der Gear S von Samsung. Die neuste Smartwatch von Samsung besitzt ein relativ großes, gebogenes Display. Dieses ist aber andersherum als die Monitore gebogen, damit sich die Uhr besser an das Handgelenk schmiegen kann. Das klappte im kurzen Test auch ganz gut. Für meinen Geschmack sieht die Uhr aber einfach zu futuristisch aus, um sie die ganze Zeit am Handgelenk zu haben.

Virtual Reality

Zwei große Hersteller gibt es momentan, die um die Gunst der Käufer buhlen. Der schon länger auf dem Markt vertretene Hersteller Oculus Rift und Samsung mit der neuen Gear VR (Virtual Reality).

Beide Geräte sind überdimensionierte Brillen, die der Nutzer aufsetzt und ihn über zwei Displays in eine virtuelle Realität bringt. So stellen sich das die Hersteller vor. Im Praxistest können beide Modelle nicht wirklich überzeugen. Die Bilder sind zu verpixelt, die Möglichkeiten begrenzt. Die Idee jedoch ist gut, es fehlen nur noch ein paar Jahre Entwicklungsarbeit.

06-IMG_0936 05-IMG_0935

4K

Auch schon letztes Jahr in aller Munde. Die Videoaufnahme und Wiedergabe von Inhalten mit einer 4K-Auflösung. Aber dieses Jahr ist die Technik schon weiter fortgeschritten und die ersten Produkte für den Otto Normalverbaucher werden erschwinglich. Viele neue Smartphones können Videos in der ultra-scharfen-Auflösung aufnehmen. 4K ist ein Standard, der sich in Zukunft wahrscheinlich sehr schnell verbreitet. Es wird auch vermutet, dass der amerikanische Videostream-Dienst Netflix auch in Deutschland Serien und Filme in 4K streamen will.

Smarthome

Auch schon seit über einem Jahr im Trend: Das Internet und die Vernetzung der Dinge. Hersteller möchten, dass alle Haushaltsgeräte, Lichter und Sicherheitshardware im Haus per App bedienbar und auch aus der Ferne steuerbar sind.

mam_212430_340478_FancyboxFoto: IFA, Messe Berlin

Mittlerweile haben sich verschiedenste Systeme am Markt etabliert. Das Licht lässt sich mit Philips Hue farblich anpassen, die Musik kommt drahtlos aus Sonos Lautsprechern und die Heizung und Waschmaschine werden auf dem Weg nach Hause eingeschaltet. Das Problem liegt darin, dass sich Hersteller noch nicht auf eine gemeinsame Schnittstelle geeinigt haben. So muss der Nutzer für jede einzelne Funktion eine andere App benutzen. Das macht das ganze System unpraktisch und unbequem.

Helles Licht am Ende des Tunnels ist nicht fern. Die Hersteller Apple und Google haben beide auf ihren Entwicklerkonferenzen dieses Jahr Schnittstellen angekündigt, die andere Hersteller verwenden können, um alle Geräte von einer Stelle aus bedienen zu können. Lange müssen wir also nicht mehr warten, bis sich das schlaue Haus auch komfortabel bedienen lässt.

E-Mail an die Redaktion

Für Anmerkungen zu diesem Artikel oder Rückfragen schreib uns gerne eine E-Mail.

Empfohlene Artikel

Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Thema

Mehr zu Handy und Smartphone

Produkte in unserem Shop

Array ( )