Vermächtnis digitaler Daten

Allgemein

Viele Menschen machen sich Gedanken was mit ihrem Hab und Gut nach dem Tod passiert. Allerdings kümmern sich nur die wenigsten um ihre digitalen Daten. Das kann für die Hinterbliebenen nervenaufreibend und auch teuer werden. Hier erfahrt ihr wie ihr am besten dabei vorgeht.

Jeder der im Internet unterwegs ist hinterlässt auch Spuren. Laut Statista nutzen über 2 Milliarden Menschen ein soziales Netzwerk. Und die Prognose zur Entwicklung der Nutzerzahlen zeigt ein Wachstum. Daher kursieren alle möglichen Daten im Internet, die auch dann noch weiterleben, wenn der Nutzer bereits verstorben ist. Aber auch Abos oder das Internetbanking des Verstobenen laufen weiter und bleiben aktiv, wenn man sich nicht frühzeitig darum kümmert. Für Hinterbliebene kann es daher schon mal sehr schwer werden, wenn sie sich darum kümmern müssen. Besonders wenn sie nicht einmal wissen, wo die Person überhaupt aktiv war.

Statista - Soziale Netzwerke

Was passiert ohne digitales Erbe

Eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag der DEVK zeigt, das nur drei Prozent ihr digitales Vermächtnis geregelt haben und somit 97 Prozent noch zu klären haben, was mit ihren Daten passieren soll. Täglich sollen rund 10.000 Facebook-Nutzer sterben. Die Hinterbliebenen stehen dann oftmals vor einem großen Rätsel, da die Daten oft unerreichbar scheinen. Denn wenn Erben ein Passwort nicht kennen, haben sie kaum eine Möglichkeit. Demnach erspart man den Menschen Kraft und Mühen, wenn man das Erbe im Vorneherein regelt. Da der Nachlass aber so selten geregelt wird, müssen die Hinterbliebenen aktiv werden und versuchen ohne Passwort an die Konten zu kommen. Je nach Anbieter gibt es da Vorgehensweisen.

Facebook

Ohne Kennwort ist es eigentlich unmöglich Zugriff auf das Facebook-Konto des Toten zu erhalten. Jedoch gibt es die Möglichkeit das Profil in einen Gedenkzustand zu versetzen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn man die Geburts- und Sterbeurkunde vorlegen kann und zudem nachweisen kann, dass man der Erbe ist. Die Löschung des Profils lässt sich somit dann auch beantragen.

Google

Für den Umgang mit den Online-Konten hat Google einen Kontoinaktivitätsmanager. Es können bis zu zehn Personen ausgewählt werden, die benachrichtigt werden sollen. Der Kontoinhaber kann ein paar Voreinstellung festlegen. Nach einiger Zeit der Inaktivität greift dann der Kontoinaktivitätsmanager ein und meldet sich bei dem Nutzer. Antwortet dieser nicht werden die ausgewählten Personen benachrichtigt und können die Inhalte herunterladen. Zudem lässt sich das Konto auch löschen mit einem Todesnachweis.

Twitter

Auch auf den Twitter Account bekommen Angehörige ohne Passwort keinen Zugriff. Mit einer Sterbeurkunde, einen Ausweis, ein notariell beglaubigtes Dokument, aus dem deine Kontaktdaten hervorgehen und die Beziehung zu dem Toten und die Todesanzeige.

Xing

Bei Xing ist das Ganze nicht nötig. Da reicht es einfach den Tod anzuzeigen. Xing schreibt den Verstorbenen dann mehrfach an und nach drei Monaten wird das Profil gelöscht.

PayPal und Amazon

Bei PayPal und Amazon muss Kontakt zu dem Kundenservice aufgenommen werden. Mit entsprechenden Dokumenten, also einem Totenschein, einen Ausweis und einen Erbschein muss der Anspruch auf mögliches Guthaben belegt werden.

Daten vererben

Vorsorgen und Kontozugriff vorzeitig bestimmen

Es ist Ratsam vorzusorgen und frühzeitig zu entscheiden was mit den Daten passieren soll. Wichtig dabei ist zunächst zu entscheiden wer den Zugriff auf die Konten bekommen soll. Der nächste Schritt ist zu entscheiden was mit den einzelnen Konten passieren soll, ob die gelöscht werden oder weiterleben sollen. Schreibe dieses zu jedem Konto einzeln auf, denn das hilft auch schon enorm. Aber das Wichtigste sind die Anmeldedaten, die die Angehörigen benötigen. Am besten ist es diese Anmeldedaten verschlüsselt auf einen USB Stick zu speichern, das ist die sicherste Variante. Sobald alles gesichert und notiert ist, bewahrt am besten die Liste und den USB-Stick in einem Safe auf. Aber denkt daran, dass Listen und Passwörter auch aktualisiert werden müssen, sobald sich etwas ändert. Die Daten lassen sich auch in einem Passwortmanager sichern. Dort kann dann eine Aktualisierung bequemer vorgenommen werden.

Fazit

Für Hinterbliebene kann es sehr anstrengend und nervenaufreibend sein, wenn sie sich um jedes Konto kümmern müssen. Daher ist so ein Einrichten von einem digitalen Erbe für alle einfacher. Auch für euch selbst, da ihr euch so für Missbrauch nach dem Tod schützen könnt, da ihr eure vertrauenswürdigen Personen selbst aussucht und entscheidet was damit passieren soll.

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Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von   Nadin Almeida vor 1 Jahr, 6 Monate.

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