Vodafone-Chef Joussen mag nicht mehr – gab’s Zoff?

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Friedrich Joussen; Quelle: Vodafone

Machtwechsel beim Mobilfunkanbieter Vodafone: Am 30.09. wird Deutschland-Chef Friedrich Joussen sein Amt räumen und das Zepter wohl an Jens Schulte-Bockum abgeben. War ein Streit mit der britischen Muttergesellschaft der Auslöser für den Abgang?

Der Nachfolger ist zwar noch nicht öffentlich bekannt gegeben worden, dennoch ist bereits so gut wie sicher, dass der bisherige Vodafone-Chef für die Niederlanden, Jens Schulte-Bockum, Friedrich „Fritz“ Joussen ablösen wird. Dies geht aus einem Brief von Joussen an die Mitarbeiter vom gestrigen Mittwoch hervor, den unter anderem die Bild veröffentlichte. Am 29. März wird der Aufsichtsrat tagen und über den Wechsel entscheiden, wie aus dem Brief weiter hervorgeht. Schulte-Bockum soll bereits zum 1. April Chief-Operating-Officer von Vodafone Deutschland und damit deren zweitwichtigster Mann werden, wie auch RPonline schreibt. Die Bereiche Enterprise, Consumer Direct Sales, Consumer Marketing, Wholsesale und Operations werden dann bereits direkt an Schulte-Bockum berichten.

Gründe unklar

Designierter Nachfolger: Jens Schulte-Bockum; Quelle: Vodafone Niederlande

Warum Joussen letztlich geht, weiß man nicht. Noch vor wenigen Wochen hatte der Focus von einem Streit zwischen Joussen und der britischen Muttergesellschaft berichtet; Joussen hätte mangelnde Investitionen in die deutsche Tochter beklagt, was den Ausbau des Mobilfunknetzes behindern würde. In dem Artikel erwähnte der Focus bereits Spekulationen um einen Ausstieg Joussens. Vodafone wies laut N24 aber einen solchen Zusammenhang nun aber zurück. Der erfahrene Manager, der den Posten im Jahr 2005 eingenommen hatte, erklärt in dem Brief selbst lediglich: „Ich bin jetzt 48 Jahre alt und möchte neue Herausforderungen angehen. Letztlich tue ich damit das, was ich von Ihnen wie den Mitarbeitern immer wieder eingefordert habe – Bereitschaft zur Veränderung, Mut zum Wandel.“ Laut dem Schreiben war der Wechsel bereits seit langem geplant und wird in Übereinkunft mit dem Chef der Vodafone-Gruppe Vittorio Colao über die Bühne gehen.

Ob und in welcher Tätigkeit Noch-CEO Joussen nach dem 30. September Vodafone erhalten bleibt, steht auch noch offen. „Bis zu diesem Zeitpunkt (4. Quartal 2012; Anm. d. Red.) werde ich mich mit ganzer Energie meinen Aufgaben als CEO dieses Unternehmens widmen und mich zu möglichen neuen Herausforderungen nicht äußern.“ An anderer Stelle schreibt Joussen jedoch, dass er durch den Wechsel „andere Funktionen im Management der Vodafone Gruppe“ übernehmen können würde. Unter anderem machen Gerüchte die Runde, dass Colao Joussen in der Londoner Konzernzentrale unterbringen will. Auch über einen kompletter Ausstieg Joussens wird spekuliert, sollte der Wechsel nach London scheitern.

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