Blackberry: B(l)ack to the roots

Blackberry

Blackberry_KeyboardphonesBlackberry will der Talfahrt mit Altbewährtem entgegentreten: Künftig will man hauptsächlich wieder auf Smartphones mit Tastatur setzen.

Thorsten Heins war der große Hoffnungsträger von Blackberry, als er im Januar 2012 das Ruder des angeschlagenen Unternehmens übernahm, das einst Marktführer im Bereich Smartphones gewesen war, bis die Stunde der iPhones und später des OS Android geschlagen war. Keine zwei Jahre nach seinem Amtsantritt war Heins dank einer Abfindung zwar 22 Millionen Dollar reicher, musste aber im November 2013 nach der missglückten Neuausrichtung mit dem zu lange hinausgezögerten OS Blackberry 10 und den von den Käufern weitestgehend missachteten Touch-Smartphones Blackberry Z10 und Blackberry Z30 wieder den Hut nehmen.

Im dritten Quartal 2013 verkaufte man nur noch 1,1 Millionen BB10-Geräte, was zu einem Umsatzrückgang von 2,7 Milliarden zu 1,2 Milliarden führte – oder in Prozent ausgedrückt, 56% weniger Umsatz. Im dritten Quartal 2011, sprich ehe Heins kam, hatte man noch 14,2 Millionen Blackberrys unters Volk bringen können.

Mit SAP-Manpower, Foxconn und Keyboards zurück an die Spitze?

Mit John Chen, ehemals bei SAP, hat man nun einen neuen Chef, der mal wieder eine strategische Neuausrichtung durchführt.

John Chen ist der neue CEO bei Blackberry

John Chen ist der neue CEO bei Blackberry

Dafür verpflichtete er zunächst ehemalige Weggefährten seiner vorherigen Firma wie Eric Johnson, der bisher als Senior Vice President bei SAP verantwortlich war, sowie John Sims fürs Firmenkundengeschäft oder James Mackey für die Konzernentwicklung. Mit Foxconn hat man einen Hersteller-Partner an Land gezogen, der auch Apples iPhones baut und immer wieder wegen der

Arbeitsbedingungen in den Fabriken kritisiert wird.

Wie Bloomberg berichtet, soll die Neuausrichtung in Produktentwicklungs-Hinsicht Altbekanntes mit sich bringen. Künftig will man sich bei der Zielgruppe wie früher verstärkt an Business Kunden richten, außerdem soll wieder vermehrt auf Smartphones mit physikalischer Tastatur gesetzt werden. Derartige Smartphones waren einst das Markenzeichen der Blackberrys, denken wir an die Bold- oder Curve-Reihe. Derzeit gibt es mit dem Blackberry Q10 und Blackberry Q5 zwei Geräte, die mit dem aktuellen BB10 OS laufen.

Keine großen Erfolgschancen

Ich bin gespannt, ob die „neue“ Ausrichtung Früchte tragen wird. Samsung hat mit dem „Region Lock“- und „eFuse“-Desaster, das vor allem im Internet zu viel Ärger bei den Samsung Galaxy Note 3-Nutzer geführt hat, gezeigt, wie man Business-Kunden vergraulen kann. Allerdings gehe ich mal davon aus, dass die Business-orientierten Käufer künftig im Zweifel dennoch ein leistungsstarkes Apple iPhone 5S oder möglicherweise ein Sony Xperia Z1 oder LG G2 bevorzugen, als sich auf Blackberrys einzulassen.

Auch wenn ich persönlich die Tastatursmartphones von Blackberry sehr elegant und schick finde, ist die dadurch entstehende kleinere Displaygröße doch ein deutlicher Nachteil. Aber lassen wir uns überraschen, vielleicht kommt ja noch eine Retro-Welle bei Smartphones, Blackberry macht zumindest jetzt den Anfang.

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