Update (3): Urteil bekräftigt: Das Aus fürs Galaxy Tab in Deutschland!

Apple

Update 3 (19.07.2012): Späte Genugtuung für Samsung in den UK: Dort kam ein Gericht zu dem Schluss, dass das Galaxy Tab keine Patente des iPads verletzen würde. Das ist noch nicht alles: Zur Strafe muss Apple laut einem Bericht von Bloomberg sechs Monate lang auf seiner UK-Seite angeben, dass Samsung bei dem Tablet nicht von ihnen abgekupfert hatten. Außerdem muss der Konzern entsprechende Meldungen in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichen. Apple will diese Demütigung nicht hinnehmen und hat bereits Berufung eingelegt.

Update 2 (18.10.2011): Bei uns im 7mobile.de-Shop sind übrigens noch ausreichend Galaxy Tabs 10.1 als Vodafone Ware vorhanden. Und keine Angst, die dürft ihr auch ganz legal erwerben, denn es gibt kein „Kaufverbot“ und das Verkaufsverbot gilt nur für Samsung selbst, nicht aber für uns.

Update 1 (28.09.2011): Am 20. Dezember geht’s weiter – dann wird das Oberlandesgericht in Düsseldorf über die Berufung von Samsung gegen das Verkaufsverbot-Urteil verhandeln. Bis dahin gilt aber der Beschluss, dass Samsung die Tabs 10.1 und 7.7 wegen der Patentrechtsverletzungen nicht an Händler in Deutschland ausliefern darf.

Das Landgericht Düsseldorf hat entschieden – das Galaxy Tab 10.1 darf nicht mehr in Deutschland verkauft werden. Wir hatten über den Verkaufsstopp schon zuvor ausführlich berichtet. Das Verbot gilt auch für das neue Tab 7.7.

Der Gerichtsstreit zwischen Apple und Samsung ist (vorerst) zugunsten der Apfel-Brüder ausgegangen. Das Landgericht Düsseldorf bestätigte seine Entscheidung vom August, dass das Galaxy Tab 10.1 in Deutschland weder verkauft noch vertrieben werden darf. Für jeden Verstoß muss Samsung ein Bußgeld von 250.000 Euro zahlen. Grund für die Klage waren mehrere Patentrechtsverletzungen von Samsung, besonders beim Design und der äußeren Gestaltung hätte man beim Galaxy 10.1 von Apples iPad geklaut. 2004 hatte sich Apple die so genannten „Geschmacksmuster“ patentieren lassen, darunter Elemente des iPads.

Endgültige Entscheidung steht noch aus

Zu Ende ist der Gerichtsstreit damit aber noch lange nicht. Einerseits hat Samsung umgehend angekündigt, das Urteil anzufechten, denn laut den Südkoreandern werde dadurch die Wahlmöglichkeit der deutschen Verbraucher erheblich eingeschränkt und der Fortschritt der Branche behindert. Andererseits ist die Entscheidung des Landgerichts nur so lange gültig, bis ein Urteil in der eigentlichen Hauptverhandlung gefällt wurde. Doch noch weiß man nicht, wann diese stattfindet – möglicherweise wird es erst Mitte 2012 dazu kommen. Sollte die Berufung von Samsung erfolglos bleiben, wäre dies ein großer Nackenschlag für den Hersteller, da sich nächstes Jahr im Sommer sicher nur wenige Leute noch für das Tab 10.1 interessieren.

Tab 7.7 auch betroffen

Tab 7.7: Verkaufsverbot in Deutschland

Der Verkaufsstopp des 10.1 hat auch Konsequenzen für andere Samsung-Produkte. Auf der diesjährigen IFA kam es bereits zum Eklat, als Samsung das Galaxy Tab 7.7, welches dort zum ersten Mal präsentiert wurde, wieder entfernt musste. Das Tablet war laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhab News Agency vom Landgericht Düsseldorf in das Verfahren gegen das Tab 10.1 mit aufgenommen worden. Apple hatte dies beantragt, da das 7.7 die gleichen Patente wie das 10.1 verletzen würde. Die Folge: Die Bestätigung des Verkaufsstopp-Urteils wirkt sich gleichermaßen auf das 7.7 aus. Das 7,7 Zoll große Gerät wiegt nicht mehr als 335 Gramm und ist mit 7,89 mm wirklich schlank. Das Tablet verfügt über ein Super AMOLED Plus-Display, das mit 1280 x 800 Pixeln auflöst. Der 1,4 GHz-Dual-Core-Prozessor wird von 1 GB Arbeitsspeicher unterstützt, dazu kann man zwischen 16, 32 und 64 GB internem Speicher wählen. Als Betriebssystem läuft Android 3.2 Honeycomb. Der Akku soll bis zu 10 Stunden durchhalten, an Verbindungen sind Wlan 802.11n, HSPA+, Bluetooth 3.0, GPS und Highspeed-Internetstandard LTE an Bord. Das Tablet verfügt über zwei Kameras, eine 2 MP-Front- und 3 MP-Rückkamera.

Bisher war noch keine Rede vom Galaxy Tab 8.9, das auch noch immer in Deutschland erhältlich ist. Bleibt abzuwarten, ob Apple hier auch ein Verbot beantragt. Zumindest äußerlich ist es ja dem 10.1, abgesehen von der Größe, sehr ähnlich.

Apple in der Kritik

Ob sich Apple mit dem erwirkten Verkaufsstopp des Galaxy Tab wirklich einen großen Gefallen getan hat, ist fraglich. Denn erste Händler reagieren empört über deren Vorgehen. Hauptkritikpunkt ist das systematische Ausschalten der Konkurrenz, da Apple ja auch gegen andere Hersteller wie Motorola klagt. Damit würden sie vor allem auf dem Tablet-Markt immer mehr eine Monopolstellung anstreben, was für den Markt ungesund wäre. Betroffen sind auch die Kunden, denn das harsche Vorgehen von Apple schüchtert andere Hersteller ein und Innovationen bleiben auf der Strecke. Marken-Experte Ruedi Alexander Müller-Beyeler meinte gegenüber Werben und Verkaufen, dass Apple die Anliegen der Kunden zuwenig beachte und stattdessen mehr Wert auf die Verteidigung ihrer Produkte legt, was sich schließlich negativ auf die Kundenloyalität auswirke.

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