Das Herz der Smartphones – Prozessoren in der Übersicht

Allgemein

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Bild: notebookcheck

Nicht nur in jedem Computer arbeitet ein Prozessor und führt alle Rechenaufgaben des Systems aus. Auch in Tablets und Smartphones sind Prozessoren verbaut. Und die leisten heutzutage immer mehr.

Der Prozessor, auch CPU genannt (englisch für „Central Processing Unit“) ist die zentrale Recheneinheit und steckt in jedem Smartphone und anderen Mobilgeräten. Sogar in den Smartwatches sind kleine Prozessoren verbaut. Von der CPU werden alle Aufgaben des Handys ausgeführt. Dabei werden immer weniger externe Chips wie Speicher oder Kameramodule verbaut, denn die Hersteller setzen bei Prozessoren auf All-In-One Lösungen. Sogar alle Module, die für die verschiedenen Funk-Verbindungen zuständig sind, werden in den micro-Prozessoren integriert. Das hilft Platz zu sparen, der bei Smartphone und Tablets immer rar ist.

Smartphonesuche nach Prozessor

Prozessoren kommen heutzutage von vielen Herstellern. Am häufigsten liest man im Moment von den Snapdragon Prozessoren von Qualcomm und den Tegra Modellen aus dem Hause Nvidia. Auch Samsung hat mit den hauseigenen Exynos Prozessoren potente Chips am Markt. Nicht zu vergessen sind die Modelle von Apple, die ausschließlich in den eigenen Produkten verbaut werden.

Woran soll man sich als Endkunde orientieren? Die zwei wichtigsten Faktoren die man berücksichtigen sollte, sind die Anzahl der Prozessorkerne sowie die Taktfrequenz.

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Mehr Power – Mehr Strom

Diese Aussage erscheint klar. Auch wenn die Hersteller bei jeder neuen Chip Generation neue Methoden entwickeln um noch mehr Strom zu sparen, werden die Chips immer schneller und besitzen mehr Kerne, die einfach stromhungriger sind.

Der Hersteller Nvidia kombiniert daher die vier schnellen Prozessorkerne mit einem fünften Langsamen, der für den Normalbetrieb ausreicht und eine Menge Strom spart. Bei Hochleistung werden dann die schnellen Chips eingeschaltet, um eine gute Performance zu erzeugen. Bei Samsung geht man einen ähnlichen Weg. Doch da werden gleich jeweils vier Kerne bereitgestellt. Vier Schnelle und vier Sparsame.

Snapdragon Prozessoren sparen Strom durch gezieltes Ein- und Ausschalten von CPU-Kernen.

features_of_snapdragon_processors_0Mediatek-Hexa-Core

Auch der Speicher will berücksichtigt werden

Eine Zahl, die man in Produktbeschreibungen auch immer liest: RAM. Der externe Arbeitsspeicher ist die Speichereinheit, auf die der Prozessor sofort zugreifen kann. Hier gilt: Je mehr, desto besser.

Genau wie bei der Taktfrequenz. Je höher die Frequenz, desto schneller das Smartphone. Außerdem kommt es bei der Schnelligkeit noch auf andere Zwischenspeicher wie die Caches und die Grafikeinheit an.

Übersicht der aktuellen Prozessoren

Qualcomm Snapdragon

Der aktuelle Prozessor aus dem Hause Qualcomm nennt sich Snapdragon 801 und besitzt 4 Kerne. Alle können auf bis zu 2,5 GHz getaktet werden. Der Chip unterstützt Displays mit QHD Auflösung, Kamerasensoren mit einer Auflösung von bis zu 21 Megapixel und 4K-Videoaufnahme.

Die nächste Generation Snapdragon 805 bringt etwas mehr Leistung und bessere Grafikperformance. Darauf wird das 810 Modell mit 64-bit-Architektur und 8 Kernen folgen.

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Im Inneren des Samsung Galaxy S5, des Sony Xperia Z2, des LG G3 und des HTC One M8 steckt der Snapdragon 801.

Nvidia Tegra

Der neuste Chip von Nvidia heißt Tegra K1 und soll eine nie dagewesene Grafikperformance bieten. Mit 192 Rechenkernen und vier Kernen mit einer Taktrate von 2,2 GHz  kann die CPU ordentlich was leisten. In Kürze wird vom K1 noch eine 64-bit-Variante vorgestellt, die perfekt mit dem kommenden Android L zusammenspielen soll.

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Das MiPad des chinesischen Herstellers Xiaomi ist das erste Gerät mit dem Tegra K1.

Apple

Auch Apple baut Prozessoren für die eigenen Mobilgeräte. Der weltweit erste 64-bit-Prozessor stammt von dem Unternehmen aus Cupertino. Der Apple A7 Prozessor wurde im September 2013 von Apple zusammen mit dem iPhone 5S präsentiert und ist zusätzlich noch in verschiedenen iPad Modellen verbaut. Er ist der Nachfolger des A6-Chips.

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Der Chip enthält zwei Kerne mit einer Taktrate von 1,3 GHz. Das mag nicht schnell klingen. Dank der perfekten Abstimmung von Hard- und Software von Apple wird trotzdem ein unglaublich schnelles Benutzererlebnis erreicht.

Wir erwarten mit dem Release des iPhone 6 im September die Vorstellung des Apple A8-Prozessors. Apple hält sich wie immer bedeckt, wenn es um neue Funktionen oder technische Daten geht.

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Das iPad Air, iPhone 5S und das iPad mini 2 mit Retina Display besitzen den Apple A7 Prozessor.

Samsung Exynos

Auch bei Samsung werden Prozessoren hergestellt. Obwohl in den meisten neuen Flaggschiffen Chips der Marke Qualcomm verbaut sind, werden immer neue und leistungsfähige CPUs von Samsung entwickelt. Der Exynos 5430, verbaut in dem neuen Samsung Galaxy Alpha, ist ein Octa-Core-Prozessor. Es werden jeweils 4 Kerne mit 1,8 und 1,3 GHz getaktet. Dabei sollen die einen zum Stromsparen genutzt und die anderen für rechenintensive Arbeiten eingeschaltet werden. Wenn nötig werden sogar alle 8 Kerne auf einmal eingesetzt.

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Das neue Samsung Galaxy Alpha besitzt einen Exynos 5430 Octa-Core-Prozessor.

MediaTek

Ein etwas unbekannterer Hersteller von Chips für Mobilgeräte hat auch viele schnelle Prozessoren im Angebot. Der MediaTek MT6592 ist ein reiner 8-Kern-Prozessor mit einer Taktrate von 2 GHz. Er wird unter anderem in Mittelklasse Smartphones verbaut, was nicht bedeutet, dass er langsam sein muss.

Ende des Jahres werden von MediaTek mehrere Prozessoren mit einer 64-bit-Architektur veröffentlicht. Passend zum Release von Android L. Mit denen sollen nicht nur QHD-Displays unterstützt werden, sondern auch Full-HD Videos mit 480fps aufgenommen werden können.

highway 2Das Wiko Highway ist mit einem MediaTek Prozessor mit 8 Kernen ausgestattet.

Fazit

Bei dem Kauf eines Smartphones sollte man sich auch mit der Prozessorleistung vertraut machen. Ein Blick auf die Anzahl der Kerne, die Taktfrequenz und den Arbeitsspeicher sollte nicht schaden.

Ab Ende des Jahres können wir bei High-End-Smartphones mit 64-bit-Prozessoren rechnen. Dann ist auch mehr Arbeitsspeicher als 3 GB möglich. Damit bricht eine neue Ära der Smartphone-Prozessoren an. Es bleibt zu hoffen, dass viele Entwickler schon jetzt dabei sind, die Apps für eine 64-bit-Architektur zu optimieren.

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