HTC One (M8): Das ist das neue Flaggschiff

Google Android

htc_one_m8_goldDas neue HTC One kommt wie erwartet mit FullHD-Display, S801-CPU, Android 4.4 und Dual Camera. Neu sind auch Gestensteuerungen und ein Mega-Stromsparmodus.

Selten war ein Geheimnis so schlecht gehütet wie das neue HTC One, das auch intern mit dem Namen „HTC One M8“ bezeichnet wird. Vorab war u.a. das Video des Kindes eines Entwicklers auf YouTube gelandet, der das Smartphone der ungläubigen Internetgemeinde präsentierte, dann machte das Pressefoto mit einigen Specs aus einem Prospekt eines australischen Mobilfunkanbieters die Runde.

Viel Neues erhoffte man sich heute bei der Präsentation in London und New York also eh schon nicht mehr, doch eine vorab verschickte Pressemitteilung von O2 mit allen Informationen setzte dem Ganzen dann die Krone auf – warum überhaupt noch ein Livestream von der Präsentation auf der HTC Website online war, ist eine gute Frage.

Mehr Kontrast, insgesamt bis zu 144 GB Speicher

Die Hardware des One M8 fällt also erwartungsweise hochklassig aus, ohne jedoch auf einem Gebiet absolut neue Maßstäbe zu setzen. Heißt, man hat dem Smartphone erneut ein FullHD-Display verpasst, das diesmal auf fünf Zoll anwächst. Ein besserer Schwarzwert soll für höhere Kontraste sorgen, Schutz spendet Gorilla Glass 3.

Angetrieben wird das Gerät von einem Qualcomm Snapdragon S801-Quadcore-Prozessor, der mit 2,3 GHz pro Kern taktet und mit einer rasanten Adreno 330 GPU kommt. Der Arbeitsspeicher ist weiterhin 2 GB groß, der interne Speicher wurde diesmal auf 16 GB begrenzt. Dafür gibt es die Möglichkeit, den Speicher extern per MicroSD um bis zu 128 GB zu erweitern.

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The Sixth Sense

Beim Betriebssystem setzt man auf Google Android in der Version 4.4.2 KitKat, darüber liegt die Benutzeroberfläche HTC Sense 6 – vom Hersteller scherzhaft (?) auch „The Sixth Sense“ genannt. Das One M8 soll nämlich, wie es in der Vorstellung hieß intuitiver als der Vorgänger sein und dank einer Reihe von Sensoren Nutzerhandlungen vorahnen. Letztlich bedeutet das aber auch nur, dass man beispielsweise einen Anruf annehmen kann, wenn man das Smartphone zum Ohr führt, das kennen wir von Samsung ja schon seit geraumer Zeit.

Ebenfalls an Bord ist das von LG bekannte „Double Tap“-Feature, mit dem man das Display durch zweimaliges Berühren aus dem Standby-Zustand aufwecken kann. Mit „Motion Launch“ sollen weitere Gesten bestimmte Apps zum Starten bringen. HTCs BlinkFeed steht jetzt auch Entwicklern offen und ist heute sogar im Play Store erhältlich – für welche Geräte, ist allerdings nicht bekannt (Link: HTC BlinkFeed für Android).

Nachträglich scharfstellen dank Doppel-Sensor

Im Vorfeld der Veröffentlichung und nach den ersten Foto-Leaks war viel über die rückseitige Dual-Kamera spekuliert worden. Dabei handelt es sich schließlich um eine 4-MP-f/2.0-„Ultrapixel“-Kamera, die aus Kamerasensor und einem darüber liegenden Abstandssensor besteht.

Durch diese Kombination können Fotos mit räumlichen Informationen gespeichert werden, die eine nachträgliche Fokus-Änderung mit einem Bearbeitungsprogramm ermöglichen. Auch Entwickler können sich dank der veröffentlichten API-Schnittstelle an Filtern spielen. Die Knipse zeichnet FullHD-Videos auf und nicht wie andere Flaggschiffe 4K-Clips. Eine 5-Megapixel-Frontkamera ist ebenfalls an Bord.

Handy-Modus und Platzverschwendung

Der 2.600 mAh-Akku soll 20h-Gespräche im 3G-Modus ermöglichen und eine Standby-Zeit von 500 Stunden erreichen. Selbst bei 5% verbleibender Akkupower soll ein Mega-Stromsparmodus dafür sorgen, dass sich das Smartphone noch 15 Stunden lang bedienen lässt. Dann wechselt HTC Sense in eine Art Handy-Oberfläche, die nur noch Telefon, Nachrichten, Mail, Kalender und Rechner anzeigt. An Standards sind Wlan a/b/g/n/ac,Wi-Fi Direct, Miracast, LTE, Bluetooth 4.0, A-GPS, GLONASS, MicroUSB 2.0, MHL, NFC und Infrarot sowie verbesserte BoomSound-Lautsprecher integriert.

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Äußerlich ist das 9,35mm dünne Gerät etwas runder geworden, mit 160 Gramm dazu 17 Gramm schwerer als der Vorgänger. Da sich die Sensor-Tasten nun auf dem Display selbst befinden, wurde dem Logo unterhalb des Displays unnötig viel Platz eingeräumt, auch da es keine weitere Funktion wie z.B. Fingerabdrucksensor birgt. Dafür soll aber diesmal noch mehr Metall verbaut sein, das Gehäuse hat 90% statt 70% Metallanteil.

Kein Überflieger

Das HTC One soll in den Farben Gold, Silber und Dunkelgrau am 4. April für 679€ erscheinen und wird sicherlich seine Käufer finden. Dennoch ist es – ganz im Gegensatz zum Vorgänger – in meinen Augen von den bisher 2014 vorgestellten Flaggschiffen die schwächste Neuauflage. Designtechnisch eher ein Rückschritt vom ersten One, auf anderswo vorhandene Specials wie IP67-Wasserfestigkeit oder Fingerabdrucksensor wurde verzichtet und der interne Speicher sogar verkleinert. Der UVP-Preis erscheint außerdem angesichts des Kaufpreises unseres Anführers der Bestenliste, des LG Google Nexus 5 für 399€ (UVP) in der 32-GB-Variante etwas überhöht. Einzig eine wirklich hervorragende Kamera-Performance könnte dem One M8 noch echte Pluspunkte gegenüber der Konkurrenz bringen, wie ich finde.

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