Motorola Moto X – Smartphone-Revolution oder müde Neuerscheinung?

Google Android

Motorola_MotoXDas Moto X setzt vor allem auf Software-Innovation und steht immer bereit für Sprachbefehle. Die Hardware-Ausstattung kommt nicht ganz an die aktueller Flaggschiffe ran.

So lange wie über das Moto X, das erste Produkt, welches aus der Zusammenarbeit von Motorola und Google entstanden ist, wurde selten über ein Smartphone gemunkelt – sieht man mal von der alljährlich brodelnden Samsung Galaxy S- und Apple iPhone-Gerüchteküche ab.

Google hatte Motorola bereits im Mai 2012 übernommen und mit Spannung wurde erwartet, welches Superphone die Kombination hervorbringen sollte. Nun war es vergangenen Donnerstag soweit und das lange herbeigesehnte Moto X zeigte sich der Öffentlichkeit. Die Reaktionen fielen aber nicht durchwegs positiv aus, was vor allem an der „Mittelklasse“-Ausstattung lag. Andererseits ist natürlich die Frage, was man wirklich von einem Smartphone möchte.

Highend-Grafik, Mittelklasse-CPU

Das 4,7-Zoll-AMOLED-Display löst zwar „nur“ mit 1.280 x 720 Pixel auf, dennoch dürfte man es bei den resultierenden 312 ppi schwer haben, einzelne Pixel zu erkennen. Gut, es ist auch nur ein Dual-Core-Prozessor verbaut, doch immerhin taktet dieser mit 1,7 GHz Taktung und wird sowohl von zwei Single-Core-Chips für den Standby-Betrieb als auch von einem 2 GB großen Arbeitsspeicher unterstüzt. Die Adreno 320-Quad-Core-Grafikeinheit ist dagegen Highend, sie entstammt eigentlich dem Snapdragon S600 und S4-Chipsätzen. Gamer sollten also trotz der etwas schwächeren CPU auf ihre Kosten kommen.

Motorola_MotoX_Wood

Dass der interne Speicher nicht erweiterbar ist, kann man Google ankreiden, vor allem bei der 16 GB-Variante wird der eine oder andere Nutzer schnell Speicherplatzprobleme bekommen. Eine 32-GB-Version steht auch zur Verfügung, und wer kein Problem mit Cloud-Speichern hat, der kann auch die 50-GB-Google-Drive-Angebot nutzen. Der Akku hat eine Kapazität von 2.200 mAh, die Kamera eine Auflösung von 10 Megapixel, dazu gibt es eine frontseitige Knipse mit 2,1 Megapixel. Als OS läuft das hauseigene Android 4.2, hier kann man die Kalifornier sicher fragen, warum sie nicht gleich das aktuelle Android 4.3 (z.B. im Google Nexus 7.2 im Einsatz) seiner Neuerscheinung spendiert. Das 130 Gramm schwere Smartphone unterstützt auch LTE und WLAN a/b/g/n/ac, in den SIM-Karten-Slot kommt eine Nano-SIM.

Made in USA

Natürlich kann diese Ausstattung nicht mit der von aktuellen Schwergewichten HTC One, Samsung Galaxy S4 oder Sony Xperia Z mithalten. Doch der Fokus des Moto X liegt auf anderen Dingen. So soll man bei der Farb- und Materialwahl online insgesamt aus 2.000 verschiedenen Varianten wählen können. Die Herstellung findet nicht in Fernost, sondern in den USA statt, dadurch soll der Versand in vier Tagen erfolgen – an Kunden innerhalb der Staaten, versteht sich. Bei den arbeitsethischen Problemen in manchen Firmen mal eine willkommene Abwechslung, meine ich.

Motorola_MotoX_Colours

Das eigentliche „Highlight“ des Moto X ist jedoch die stets aktive Sprachsteuerung. Selbst im Standby-Modus soll man es mit dem Satz „Okay, Google Now“ aufwecken und anschließend Fragen und Befehle an das Gerät richten können. Bleibt zu hoffen, dass Google kein Schindluder mit der Funktion des immer zuhörenden Smartphones betreibt.

Kein Preisbrecher

Ein Haken könnte für viele Käufer der Preis sein: Immerhin lässt sich Google das Smartphone 199 Dollar in Verbindung mit einem Mobilfunkvertrag kosten, wenn es im September auf den Markt kommt; ähnlich viel kostet ein S4 oder HTC One. Die Einführung hierzulande ist übrigens noch nicht sicher. Mich würde das Teil auf jeden Fall interessieren, weil Google mal einen Weg weg von immer protzigerer Hardware (wer braucht wirklich FullHD?) hin zu neuen Ideen einschlägt. Dass das Smartphone immer und überall „mithört“, mag hinsichtlich der aktuellen Spionage-Skandale allerdings vielleicht auch so manchen Nutzer stören.

Wie geht es euch? Hättet ihr das Moto X gerne mal ausprobiert, würdet ihr es ungesehen kaufen oder auf jeden Fall die Finger davon lassen?

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