Nokia Lumia 900: Das 800 in groß ist da

Nokia

Quelle: Nokia

Das Windows Phone-Gerät ist ab heute hierzulande erhältlich und vereint die Specs des Lumia 800 mit einem größeren Display und einer Frontkamera. Im Gegensatz zur US-Variante gibt’s statt LTE nur HSPA+.

Das Nokia Lumia 800 sorgte letztes Jahr für Aufsehen, da es mit dem gewölbten, sich über die ganze Gerätevorderseite ziehenden Display mal etwas anderes als den typischen Design-Einheitsbrei bieten konnte. Auch sonst wusste das erste Windows Phone-Smartphone der Finnen mit schneller Leistung und vielen nützlichen Apps wie „Nokia Drive“ zu überzeugen. Einzig die Akkuprobleme mancher Modelle sorgten für Kundenärger.

Nun erscheint mit dem Lumia 900 dessen großer Bruder endlich auch bei uns, nachdem er in den USA schon im Januar auf der CES zu sehen und im April auf den Markt gekommen war. Dort heimste es gleich mal den Preis „Best of CES“ in der Kategorie „Mobiltelefone“ vom Cnet-Blog ein, nach der Veröffentlichung katapultierte es sich an die Spitze der Amazon.com-Handyverkaufscharts. Prima Vorschusslorbeeren also, aber was ist beim Lumia 900 nun aber eigentlich anders als beim 800?

Mehr Diagonale, weniger Schärfe

Die Rückkamera besitzt einen Dual-LED-Blitz; Quelle: Nokia

Im Grunde wenig. Blicken wir zunächst auf das Äußere: Hier wurde die gleiche elegante Unibody-Form des 800 gewählt, aufgrund des größeren 4,3 Zoll-Displays sind die Abmessungen mit 128 x 68 x 12 mm (Höhe x Breite x Tiefe) ein wenig angewachsen (Lumia 800: 116 x 61 x 12 mm). Das Gewicht beträgt nun (trotz Plastik als Material) stolze 160 statt 142 Gramm, was auch am stärkeren Akku liegen kann, der nun eine Kapazität von 1830 statt 1450 mAh hat.

Wer gehofft hat, dass mit dem größeren Display mehr Pixel drin sein, wird enttäuscht. Denn wie von Microsoft vorgegeben, können Windows Phone 7.5 Mango-Smartphonedisplays nicht höher als mit 800 x 480 Pixeln auflösen. Das heißt, die Pixeldichte im Lumia 900 verringert sich von 252 auf 217 ppi. Dadurch wirken die Inhalte nicht mehr ganz so scharf wie beim kleineren Bruder. Immerhin macht das Film-&Fotokucken bei der größeren Diagonale nun mehr Spaß, auch dank der Clear Black AMOLED-Bildschirmtechnologie, die für satte Farben sorgt.

Skypen mit dem Lumia

Unter der Haube steckt zunächst die gleiche Technik wie im Lumia 800, sprich es werkelt auch hier ein 1,4 GHz Qualcomm-Snapdragon-Single-Core-Prozessor, der von einem 512 MB großen Arbeitsspeicher unterstützt wird. Der interne Speicher liegt ebenfalls bei 16 GB, auf eine Speichererweiterung durch MicroSD muss man verzichten. Die Rückkamera kommt mit Dual-LED-Blitz, Carl-Zeiss-Objektiv und schießt 8-Megapixel-Bilder und filmt in HD (1280 x 720p). Im Gegensatz zum 800er-Modell bietet das Lumia 900 auch eine 1,3 MP-Frontkamera für Videogespräche in VGA-Qualität (640 x 480p). Passend: Erst vor etwas mehr als einem Monat ist eine eigene Skype-App für Windows Phone erschienen.

Quelle: Nokia

Der größere Akku hat leider keine positive Auswirkung auf die Gesprächszeiten, diese bleiben mit 7h sowohl im GSM- als auch im UMTS-Modus (Herstellerangaben) sogar unter denen des Lumia 800 (13 GSM, 9,5 UMTS). An Standards kommen A-GPS, Glonass, MicroUSB, Wlan 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1 + EDR und HSPA+ (bis 42 MBit/s) zum Einsatz, dazu gibt’s einen Beschleunigungs- Umgebungs- und Näherungssensor sowie ein Gyroskop und einen Kompass. Auf LTE, welches bei der US-Version des Lumia 900 zu den Features gehört, müssen deutsche Kunden aber verzichten, da hierzulande andere Frequenzen als in den Staaten genutzt werden.

E-Books und gute Aussichten für WP

Quelle: Nokia

Das Software-Paket für die Windows Phone-Geräte ist dank Nokia Karten, Bus & Bahn, Drive, Nokia Music und Radio Mix für Musikstreaming usw. schon recht umfangreich. Zudem erschien kürzlich noch Nokia eBooks, eine kostenlose App, mit der man sich Hörbücher und E-Books auf das Lumia-Smartphone holen kann. Das Nokia Lumia 900 ist ab sofort für eine UVP von 579€ in Weiß, Schwarz und Cyan erhältlich.

Ob das Nokia mit dem neuen 900er Modell sich auch in Deutschland trotz der großen Konkurrenz in dieser Preisklasse (Galaxy S3, iPhone 4S, HTC One X, LG Optimus 4X HD usw.) an die Spitze der Verkaufscharts setzen kann, wird sich noch zeigen. Wenn es nach einer Studie des US-amerikanischen Marktforschungsinstituts IDC geht, stehen die Chancen für die kommenden Lumias aber nicht schlecht: ihrer Prognose nach wird Windows Phone bis 2016 Apples iOS bei den weltweiten Verkäufen von Platz 2 verdrängen. Der Marktanteil des Microsoft OS soll den Analysten zufolge in den nächsten vier Jahren auf 19,2 Prozent (2012: 5,2%) anwachsen, der von iOS dagegen nur noch auf 19 Prozent (2012: 20,5) kommen. Man darf gespannt sein.

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