Samsung Galaxy Gear: Teurer Nichtsnutz

Samsung

Samsung_Galaxy_GearDie Galaxy Gear lässt viel zu wünschen übrig – vor allem was Batterielaufzeit und Benachrichtigungsfeatures betrifft. Und dann wäre da noch der Preis.

Als es die ersten offiziellen Fotos der Samsung Galaxy Gear im Netz kursierten, gab es keine Begeisterungsstürme. Im Gegensatz zur niedlichen Pebble-Uhr z.B. wirkte das Teil einfach klobig, wovon sich IFA-Besucher dann auch noch ein Bild vor Ort machen konnten. Na gut, die Sony Smartwatch 2 wird auch keinen Design-Preis gewinnen, aber dieses Pseudo-elegante Metall? Ich weiß nicht. Wenn, dann hätte man auch ein Leder-Armband statt des Gummi-Teils verwenden können.

Miese Armbanduhr

Dann die Funktionalität. Geht man davon aus, dass die Gear als smarte Armbanduhr konzipiert wurde, so macht es das einfachste, was man von dem Gerät verlangt, nicht ohne Zutun. Um die Uhrzeit anzuzeigen, muss man den Hardware-Button betätigen oder das Handgelenk nach oben führen, als wollte man wirklich die Zeit wissen. Nur dass dies in der Praxis, wie z.B. IGN findet, nur mäßig funktioniert.

Und dann wäre da die Akkulaufzeit. Mit so einer gewöhnlichen Armbanduhr muss vielleicht mal alle ein-zwei Jahre mal zum Uhrmacher, um eine neue Knopfbatterie zu bekommen, wenn sie nicht eh mit Solarzellen betrieben ist. Die Gear muss spätestens am Abend des zweiten Tages wieder in die unpraktische Lade-Hülle.

Unterstützung für zwei Geräte

Als Uhr also nicht unbedingt zu gebrauchen…hm…achso, man soll das Teil ja mit seinem Smartphone gemeinsam nutzen. Im Moment beschränkt sich blöderweise die Palette an geeigneten Smartphones auf das Samsung Galaxy Note 3 und das Samsung Galaxy Note 10.1, Geräte die bisher wohl selbst Samsung-Jünger angesichts der derzeitigen Preise noch nicht unbedingt im Regal stehen haben. Erst wenn dieser Tage ein Software-Update kommt, sollen auch weitere Geräte wie das Samsung Galaxy S4, das Samsung Galaxy S3, das Samsung Galaxy Note 2, das Samsung Galaxy S4 Mini, das Samsung Galaxy S4 Active usw. unterstützt werden.

Samsung_Galaxy_Gear_Note3

Soweit, so schlecht. Um das Note 3 und Note 10.1 mit der Gear zu verbinden, muss man letzteres in seine Lade-Hülle stecken, diese berührt man dann mit seinem Gerät und, schwupp, ist die Verbindung per NFC da…Die Smartwatch 2 hat NFC übrigens in der Uhr selbst. Aber gut.

Unausgereifter Begleiter

Ist man einmal verbunden, kann man mit der Gear Anrufe annehmen und tätigen (immerhin!) und SMS sowie Mails, die in Samsungs E-Mail-App ankommen, beantworten. Dafür steht mit S Voice sogar Speech-to-Text zur Verfügung. Na ist doch was! Was die Südkoreaner aber vergessen haben – Nachrichten erhält man heutzutage hauptsächlich über Facebook und WhatsApp, und um sich diese anzeigen zu lassen, muss man doch sein Smartphone wieder aus der Hose, Jacke, Tasche oder sonstwo rauskramen. Denn es wird für diese Dienste (ebenso wie bei Twitter) auf der Gear nur angezeigt, dass eine Nachricht eingegangen ist, aber nicht welche. Eine vertane Chance, die Facebook- und WhatsApp-Integration wäre mal etwas wirklich sinnvolles gewesen. Da  trösten auch die anderen Features wie Terminkalender-Funktion, ChatOn, Alarm und Wetter-Info nicht hinweg.

Samsung_Galaxy_Gear_Calls

Gleiches gilt für die 1,9 Megapixel-Kamera, die sogar HD-Videos dreht. An sich ein super Clou, doch wieso hat man die wirklich unschöne Objektiv in das Armband eingebaut? Wäre nicht eine Mini-Cam auf der Vorderseite praktischer gewesen? Ich denke nur z.B. an Videogespräche und Selbstporträts… noch eine vertane Chance also.

Jeder dritte gibt die Gear zurück

Kein Wunder, dass die Gear die höchste Rücklaufquote aller Samsung-Produkte hat. So ist auf Geek.com nachzulesen, dass über 30% aller Nutzer in den USA – also fast jeder dritte Käufer dort –  das Gerät wieder zurückgeben. Das Portal bezieht sich bei der Angabe auf ein geleaktes Dokument, das sie erhalten haben. Immerhin hat die Gear einen stolzen Preis von 299 US-Dollar oder hierzulande 299€. Dafür bekommt man inzwischen fast schon das immer noch technisch starke Galaxy S3 alleine.

Samsung_Galaxy_Gear_Colours

Also, Super AMOLED-Display, S Voice, Bluetooth 4.0 und HD-Kamera hin oder her – die Galaxy Gear ist einfach nicht ausgereift. Samsung, jetzt bringt bei der Gear 2 hoffentlich vernünftige Verbesserungen, denn davon gäbe es jede Menge!

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