Video on Demand für Unterwegs – Was können die deutschen Anbieter?

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Der Streaminggigant Netflix öffnete letzten Dienstag bei uns in Deutschland seine virtuellen Tore. Grund genug sich diesen Video-on-Demand-Dienst einmal näher anzuschauen. Wie groß ist seine Medienauswahl und welche Anbieter gibt es denn noch auf dem deutschen Markt? Auswahl ist genug da. Doch können die auch was? Wir haben mal nachgeschaut.

In den USA erfreuen sich VOD (Video auf Abruf) -Anbieter schon lange größter Beliebtheit. Der größte Anbieter ist Netflix und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von mehr als 4 Milliarden US-Dollar. Doch auch hier zu Lande gewinnen die Streamingdienste immer größere Bedeutung. So kommt Netflix reichlich spät auf den deutschen Markt. Schon seit geraumer Zeit kämpfen mehrere Unternehmen hier um die Vorherschafft. Obwohl das Angebot an Filmen und Serien, sowie der angebotene Service teilweise stark variieren, so gibt es doch keinen perfekten Anbieter.

Lovefilm – Amazon Instant VideoAmazon-Prime-Instant-Video

Eines der ältesten Unternehmen auf dem deutschen Videomarkt ist Lovefilm. Anfangs war das Unternehmen noch auf den Verleih von DVDs spezialisiert. 2008 wurde es von Amazon gekauft. Seit diesem Jahr wurde die Marke nun in Amazon Instant Video umbenannt und ins Primekonto von Amazon integriert. Das heißt wer schon vorher Amazon Primekunde war, erhält nun den Streamingdienst obendrauf. Zu beachten ist dabei jedoch, dass der Preis für eine Primemitgliedschaft von 29 € auf 49 € pro Jahr gestiegen ist. Ohne Prime funktioniert es auch. Aktuelle kostet die reine Videoflatrate 7,99 € pro Monat. Der erste Monat ist gratis und die Flatrate lässt sich monatlich direkt online per Knopfdruck kündigen.

Diese Auswahl an Filmen und Serien erscheint bei Amazon zunächst mit seinen 9.700 Titeln sehr groß. Doch die aktuelleren Titel erfordern meist einen einmaligen Aufpreis von 0,99€ bis 4,99€. Die Standardauswahl fällt da schon ernüchternder aus. Gute Klassiker sind vertreten, doch ein paar neuere Filme könnten ruhig noch ergänzt werden. Auch die Zugriffsmöglichkeiten sind noch ausbaufähig. Neben der Smart TVs und Spielekonsolen, lässt sich der Dienst unterwegs nur auf dem iPad oder dem hauseigenen Kindle Fire genießen. HD-Qualität wird unterstützt, setzt aber auch mindestens eine Downloadgeschwindigkeit von 3,5 MB/s voraus. Ein Offlinemodus ist derzeit nicht vorhanden. Auch Originalton, sowie Untertitel sind nur sehr vereinzelt aufzufinden.

 Maxdome

Das VoD-Service Maxdome wurde von der ProSieben Sat1. Media Gruppe ins Leben gerufen und sollte anfangs ein Dienst zur Übertragung von Fußballspielen werden. Inzwischen verfolgt Maxdome ein ähnliches Konzept wie Amazon Instant Video. Eine monatliche Flatrate für 7,99 € beinhaltet ein Grundsortiment von 8.500 Titeln bestehend aus meist älteren Serien und Filmen. Wer neueres Material möchte, muss pro Film und Episode draufzahlen und das meist nicht zu knapp. Auch hier können bis zu 5 Euro pro Film anfallen. Nach eigenen Angaben stehen aber über 50.000 Elemente zur Auswahl. Eine 30 Tage Testversion ist vorhanden und die Flatrate kann monatlich gekündigt werden. Allerdings ist dieser Vorgang sehr umständlich, da die Kündigung entweder telefonisch oder per Fax erfolgen muss. Löblich hingegen sind die Zugriffsmöglichkeiten. Ob PC, Fernseher oder Smartphone, Maxdome läuft auf allen Geräten, auch in HD und mit Originalton. Auf Wunsch lassen sich auch Untertitel zuschalten. Zudem gibt es einen Offlinemodus, der gerade für unterwegs sehr praktisch ist.

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Watchever

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Der erst in 2013 in Berlin gegründete Anbieter Watchever gehört dem größten französischen Medienkonzern Vivendi. Watchever bietet ausschließlich eine Flatrate an, die ab dem zweiten Monat 8,99 € pro Monat kostet. Kunden können zwischen 4.500 Titeln wählen, wovon die meisten aber eher alte Klassiker sind. Aufpreise fallen keine weiteren an. Watchever unterstützt alle denkbaren Geräte und verfügt sogar über einen Offlinemodus, in dem sich bis zu 25 Titeln gleichzeitig speichern lassen. HD-Qualität, bei entsprechender Bandbreite und Originalton werden ebenfalls angeboten. Untertitel sucht man jedoch bisher vergebens. Die Flatrate lässt sich bequem und monatlich einfach über die Website kündigen.

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Der große Platzhirsch aus den Vereinigten Staaten versucht, wie anfangs erwähnt, nun auch sein Glück in Deutschland. Doch so einfach wie in Amerika hat er es hierzulande nicht. Viele Privatsender haben sich ihre Exklusivrechte an neuen Serien gesichert, sodass auch Netflix nicht die lang erhoffte Erlösung ist. Nach der 30 tägigen Probephase lässt sich aus 3 Paketen wählen. Für 7,99 € gibt’s alle Serien auf nur einem Gerät in SD-Qualität. Für einen Euro mehr, darf dann auch zwei Geräten in HD-Qualität geschaut werden. Das letzte Pakete kostet schon 11,99 €, erlaubt aber auch das Streamen auf 4 Geräten in 4K Auflösungen. Doch viel zum Streamen ist noch nicht da. Knapp 2000 Titel. Hauptsächlich alte, schon im Free-TV gelaufene Serien und Spielfilme sind erhältlich. Immerhin ist ein Großteil der Eigenproduktion von Netflix wie zum Beispiel „Orange is the new Black“ verfügbar. Aber selbst von seinen eigenen Produktionen darf der Dienst nicht immer alle Staffeln zeigen, da sich Sender wie Sky die Rechte gesichert haben. Die mobile Umsetzung ist gut gelungen und auf fast allen Geräten verfügbar. Praktisch ist außerdem die Lesezeichenfunktion. Beginne ich einen Film auf meinem PC, so kann ich an der gleichen Stelle auf meinem Smartphone weiter schauen. Umso bedauerlicher ist die Tatsache, dass Netflix zumindest bis jetzt noch keinen Offlinemodus vorgesehen hat. Vorbildlich ist zumindest die komplette Verfügbarkeit des Originaltons, sowie zugehörigen Untertiteln. Kündigen lässt sich die Flatrate jederzeit über eine Schaltfläche auf der Website.tabelle

Die perfekte Lösung für Serienjunkies gibt es in Deutschland im Moment leider nicht. Zu groß ist noch der Einfluss von den großen Privatsendern bei uns und ihren Lizenzen. Wer wirklich die meisten Serien schauen möchte, müsste eigentlich zu mehreren Anbietern, da keiner wirklich alles hat. Neue Produktionen gibt es wenn überhaupt nur gegen hohe Aufpreise zum Leihen. Wer wirklich die allerneusten Episoden schauen möchte, dem bleibt aber sowieso nichts anderes übrig als diese wie gehabt bei zum Beispiel iTunes zu kaufen. Es ist davon auszugehen, dass die Situation sich Stück für Stück verbessern wird. Wann und ob wir überhaupt irgendwann an die Freiheit des jetzigen US-Netflix herankommen ist weiterhin ungewiss.

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